3. Ist Atomkraft nachhaltig?
Die Uranreserven werden die ersten sein, die erschöpft sind.
Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe beträgt der Energieinhalt der Uranreserven nur 2,8% dessen, was bei den fossilen Reserven Öl, Gas und Kohle bekannt ist.
Uran, Öl und Gas werden noch in dieser Generation zur Neige gehen und davor so teuer werden, dass sie als Energieträger nicht mehr nützlich sind. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat angegeben, dass Uran im Jahre 2035, Öl 2042 und Erdgas 2062 bei gleich bleibendem Verbrauch zu Ende sind. Bei steigendem Verbrauch noch eher.
> Unsere Energiereserven
Viel zu wenig Uran
Die Uranknappheit war den Atomkraftbefürwortern von Anfang an bekannt.
Das sog. "red book" veröffentlicht regelmässig den aktuellen Stand der weltweiten Uranreserven. Im Jahre 1977 wurde das Ende des Urans für 1999 prophezeit. Dass es nicht dazu kam, ist nicht auf neu entdeckte Uranvorkommen zurückzuführen. Denn die Vorhersage bezog sich auf den damals geplanten Ausbau der AKWs weltweit. (siehe OECD- Prognose) Im Jahre 2000 war aber nur ein Fünftel der Atomkraftwerke in Betrieb, die 1977 geplant waren. Uran gibt es deshalb auch noch heute.
Die ausgewiesenen Atomkraftbefürworter Prof. Hans Michaelis und Dr. Carsten Salander (Hauptverfechter der WAA Wackersdorf) schreiben in ihrem "Handbuch Kernenergie" (VWEW 1995): "Die Uran-Vorräte hätten in Leichtwasserreaktoren einen Heizwert ... erheblich weniger als die geschätzten Ölreserven der Welt. … Ohne den Brüter könnte die Kernenergie zur Linderung der Treibhausproblematik auch nur einen eher marginalen Beitrag leisten."
Die Verteilung der Energiereserven auf dem Globus findet sich unter "Unsere Energiereserven", Deutschlands Ölquellen sind ebenfalls aufgelistet.
Entsorgung ungelöst
Uran wird der Menschheit nach heutigem Stand weniger als ein Jahrhundert "von Nutzen" sein. Die Hinterlassenschaft der Atomkraftwerke, der Atommüll, strahlt aber Millionen von Jahren, stellt also für tausende von Generationen eine Lebensbedrohung dar.
Die strahlenden Atomabfälle können nirgends sicher vom Lebensraum zukünftiger Generationen ferngehalten werden.
Radiotoxizität von einem Kilogramm Atommüll |
(Vergleich: Ein Kilogramm Uranerz = 1) |
Zeit (Jahre) | Zum Vergleich: Daten aus der Vergangenheit | Giftigkeit |
| | |
50 | Otto Hahn entdeckt die Kernspaltung | 5.800.000 |
100 | Kaiser Wilhelm II. entläßt Bismarck | 4.700.000 |
500 | Columbus entdeckt Amerika | 1.900.000 |
2.000 | Christi Geburt | 370.000 |
10.000 | Ende der letzten Eiszeit, Entstehung des Ammersees | 120.000 |
60.000 | Neandertaler | 36.000 |
1 Million | erste menschenähnliche Kreaturen | 17.000 |
Die Radiotoxizität ist ein Maß für die "Strahlungsgiftigkeit", in der obigen Tabelle bezogen auf die Giftigkeit von Uranerz (einer "natürlichen" Strahlengefahr). Die Zahlenwerte entstammen einer Studie des Kernforschungszentrums Karlsruhe Studie Nr. KfK 3222.
In der Studie des Umweltbundesamtes "Nachhaltiges Deutschland" wird daher festgestellt, dass "Kernenergie nicht nachhaltig" ist.
Die ZEIT (20.6.97) nannte die damalige Umweltministerin Angela Merkel wegen dieses Urteils eine "Ministerin mit Mut". Als Bundeskanzlerin scheint sie dieser Mut verlassen zu haben.