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Um die Atomkraft ist es schlecht bestellt: In den nächsten Jahren werden viel mehr Kraftwerke stillgelegt als neue in Betrieb gehen. Trotz immenser staatlicher Unterstützung hat es die Atomkraft nur auf winzige Beiträge zur Weltenergieversorgung gebracht.
Es mag in den 50iger Jahren ja gut gemeint gewesen sein, nach Hiroshima und Nagasaki auf die friedliche Nutzung der Atomkraft zu setzen. Aber dies war von Beginn an ein Flop. Schon damals war bekannt, dass Uran die mit Abstand kleinste Energiereserve darstellt, nur wenige Prozent im Vergleich zu den fossilen Reserven.
1978 befürchtete das Branchenblatt „atomwirtschaft“ das Ende der bekannten Uranreserven (beim geplanten Ausbau der Atomkraft) im Zeitraum von 1996 bis 2002. Falls der Schnelle Brüter nicht rechtzeitig zur Verfügung stehe, so hieß es in den Kernkraft-Lehrbüchern, drohe der Atomkraft ein baldiges Ende.
Aber der Ausbau der Kraftwerke stockte: im Jahr 2000 lieferten Atomkraftwerke nur 20% der Erwartungen aus den 70er Jahren. Deshalb ist das Uran auch 2008 noch nicht ganz zu Ende.
Der Schnelle Brüter kam nicht zur technischen Reife.
Auch die Kosten hielten sich nicht an die Prognosen. Noch in den 50er Jahren warb die Atomlobby damit, die Stromzähler abzuschaffen, weil Atomstrom so billig sei.
Die zentralen Probleme der Atomkraft, die Sicherheit des Reaktorbetriebes und die Entsorgung, bleiben bisher ungelöst.
Zwischen Erwartung und Realität lag also voraussehbar eine gigantische Diskrepanz, weshalb die Reaktorindustrie schon von Anfang an viel Geld in ihre Öffentlichkeitsarbeit steckte. Politiker und Bürger sollten glauben, dass Atomkraft billig und die Energie der Zukunft sei, dass Atomkraftwerke sicher und die Entsorgung lösbar seien.
Die Reaktorstudie der deutschen Bundesregierung wartete 1979 aber mit verheerenden Ergebnissen auf und die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl machte das Gefahrenpotential auch denen klar, die diese Studie nicht gelesen hatten.
Danach erklärte die Atomindustrie den Klimawandel zum Rettungsanker. Als 1990 die Auftragsbücher leergefegt waren, erfand die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit noch einen neuen Slogan: Die „Nukleare Renaissance“.
Im aktuellen bayerischen Wahlkampf werden alle Uraltparolen wieder aufgewärmt, sogar der Slogan vom billigen Atomstrom feiert fröhliche Urständ.
An den Grundtatsachen hat sich aber seit Jahrzehnten nichts geändert:
Uran geht schneller zur Neige als Öl oder Gas, der Beitrag des Atomstroms zur Weltenergieversorgung ist inzwischen unter 3 % gesunken. Atomkraftwerke sind zu teuer, ihr Betrieb zu unsicher.
Wie zukünftige Generationen vor den Folgen des Atommülls geschützt werden können ist nach wie vor unklar.
Nicht einmal zur Reduzierung der Treibhausgase hat die Atomkraft nennenswert beigetragen.
Im Gegenteil: Sie hat soviel Investitionskapital gebunden, dass andere, effektivere Klimaschutzmaßnahmen lange Zeit blockiert wurden.
Trotzdem machen sich Politiker einzelner Parteien die Parolen der Atomlobby zueigen, in der vermutlich falschen Hoffnung damit Wähler zu gewinnen. Insbesondere bei den nachdenklichen Wechselwählern werden sie mit solch unrealistischen Sprüchen wohl keinen Erfolg haben.
Die folgenden 10 Seiten dokumentieren die wichtigsten Phrasen. Sie wurden unter Mithilfe der Mütter gegen Atomkraft, des Energiewendebündnisses Nürnberg und der Plattform gegen Atomgefahr (Temelin) erarbeitet.
Wo nötig, werden die Gegenargumente mit weiteren detaillierten Informationen unterfüttert.
Sept. 2008, Dr. Ludwig Trautmann-Popp, Energiereferent
Nr. 1: Laufzeitverlängerung verringert Stromrechnung nicht
Nr. 2: Kernenergie hilft nicht beim Klimaschutz
Nr. 3: Atomenergie muss zu 100% importiert werden
Nr. 4: Kernenergie birgt zu große Risiken und ist nicht nachhaltig
Nr. 5: Deutsche Atomkraftwerke können immense Katastrophen hervorrufen
Nr. 6: Kernenergie ist in Europa ein Auslaufmodell
Nr. 7: Energielücke und Stromabschaltung ist nicht zu befürchten
Nr. 8: Strom aus Kernkraftwerken ist trotz hoher Subvention teurer als Strom aus anderen Kraftwerken
Nr. 9: Die Atommüllentsorgung ist nicht gelöst
Nr. 10: Erneuerbare Energien wachsen weit schneller als die Kernenergie schrumpft
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