
| Hände weg von unserer Nahrung - es ist noch nicht zu spät!
Gentechnisch veränderte Organismen sind nicht einzugrenzen: wildlebende Tiere, Weidetiere und Honigbienen, Wind und Wasser sind mögliche Überträger von genmanipulierten Samen, Pflanzen-teilen und Pollen, wenn genmanipulierte Pflanzen freigesetzt sind. In der Europäischen Union gibt es bisher keinen kommerziellen Anbau genmanipulierter Pflanzen. |
In neuem Gesetzentwurf der Bundesregierung fehlt ausreichender Schutz für Landwirte und Verbraucher
Das europäische Moratorium zum Nichtanbau gentechnisch veränderter Pflanzen ist nach wie vor gültig. Noch können die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden! Mitte Januar 2004 wurde ein Gesetzentwurf zur Novellierung des Gentechnikgesetzes vorgelegt. Darin fehlen aber noch wichtige und notwendige Schutzvorschriften, die konventionellen Landwirten und Ökolandwirten den gentechnikfreien Anbau auf Dauer ermöglichen und die Wahlfreiheit der Verbraucher sichern. Wir fordern die Bundesregierung auf, diesen Gesetzentwurf in entscheidenden Bereichen nachzubessern: - definierte ausreichend große Sicherheitsabstände festzulegen
- Haftungsregelungen und Kostenübernahme nach dem Verursacherprinzip zu verankern
- durch klare Detailregelungen zu sichern, dass gentechnikfreier Anbau auch in Zukunft möglich ist.
Es darf nicht sein, dass das Verursacherprinzip auf den Kopf gestellt wird und die Betreiber und Anwender dieser Risikotechnologie die Gewinne einstreichen, während die Landwirte, die großenteils weiterhin gentechnikfrei anbauen wollen, mit Kosten und Risiken belastet werden. Auch die Verbraucher müssten die höheren Kosten dann tragen.
Wir fordern die bayerische Staatsregierung auf: - dafür zu sorgen, dass Bayern frei bleibt vom kommerziellen Anbau genmanipulierter Pflanzen,
- sich auf EU- und Bundesebene dafür einzusetzen, dass das europaweite Anbauverbot genmanipulierter Pflanzen erhalten bleibt, und der gentechnikfreie Anbau auf der ganzen Fläche Bayerns gesichert bleibt
- die Artenvielfalt Bayerns als Teil der Schöpfung nicht durch genetische Verschmutzung zu gefährden,
- keine bayerischen Steuergelder für Gentechnik-Kampagnen auszugeben.
Alle Probleme der landwirtschaftlichen Produktion sind auch ohne Agro-Gentechnik lösbar. Gesunde Ernährung bedarf keiner Gentechnik! Deshalb lehnt die große Mehrheit der Verbraucher und Landwirte in Deutschland und Europa Genmanipulation an unseren Lebensmitteln ab.
gez. Prof. Dr. Hubert Weiger Vorsitzender des Bundes Naturschutz Januar 2004
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