Für ihre Dissertation führte eine Schweizer Tierärztin 2007 an der Universität Zürich eine Untersuchung durch.
Anlass für diese Studie war das gehäufte Vorkommen von Grauem Star („Kälberblindheit“) auf einem Bauernhof in Reutlingen bei Winterthur. Neben der Scheune dieses Hofes war 1999 eine Mobilfunk-Antenne für GSM1800 gebaut worden.
Kurz darauf setzten schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen bei den Bewohnern ein:
Weichteilrheuma, Schwindel, Nervosität, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Ohrgeräusche.
Auch bei den Tieren gab es von da an große Probleme. Bis zum Abschluss der Dissertation wurden folgende Befunde festgestellt:
- ein Kalb mit nur einem Auge und defekter Lunge,
- ein blindes und eines mit schlechten Augen,
- 31 Kälber mit grauem Star,
- eins mit Blutungen und Husten,
- eins mit Durchfall und einem zusammengebrochenen Immunsystem,
- zwei Kühe mit Abszessen,
- drei mit defektem Immunsystem, Blutungen und Gelenkproblemen,
- Vier Totgeburten und Verendete und
- drei Notschlachtungen
Ergebnis der Dissertation:
Katarakt ist bei Schlachtkälbern in der Schweiz stark verbreitet.
Es zeigte sich, dass das Risiko für nukleären Katarakt bei Kälbern mit dem Einfluss von Mobilfunk-Basisstationen während der Organentwicklung zusammenhängt. Das heißt, dass Mobilfunkantennen das Risiko für „Kälberblindheit“ (Grauer Star = nukleärer Katarakt) erhöhen.
Im Jahr 2006, lange vor Ende der Vertragslaufzeit, baute der Mobilfunkbetreiber Orange die Antenne ab.
Innerhalb kurzer Zeit verschwanden die Probleme auf dem Hof. Seit 2007 wurden keine blinden Kälber mehr geboren.
Im Jahr 2009 beendete die Universität Zürich zwar die Untersuchungen auf dem Hof in Reutlingen, zur Zeit läuft jedoch noch eine Studie bis Ende 2011.
Ein Zwischenergebnis findet sich in der Forschungsdatenbank der Universität.
Hans Sturzenegger erstellte im Mai 2010 eine Dokumentation über die Ereignisse auf seinem Hof.