Stuttgart 21 - kein guter Zug
Mit "Stuttgart 21" hat die dortige Landesregierung die Menschen in Baden-Württemberg mit einem Prestigeprojekt von zweifelhaftem Nutzen belastet. Das Mammutprojekt eines unterirdischen Durchgangsbahnhofes für die Landeshauptstadt klingt nach Zukunftsvision und Aufbruchstimmung – macht aber nach Ansicht des BUND wirtschaftlich, verkehrspolitisch und ökologisch einen Riesenschritt rückwärts.
Wenn Stuttgart 21 gebaut wird, bedeutet dies das Ende bzw. eine jahrelange Verzögerung der Modernisierung des Nahverkehrs in allen anderen Landesteilen Baden-Württembergs. Durch die umfangreichen Tunnelbauten sind zudem die einzigartigen und unersetzlichen Stuttgarter Mineralwasservorkommen gefährdet. Im Stuttgarter Schlossgarten, der grünen Oase in der Innenstadt, müssen über 250 Großbäume gefällt werden. Ein Teil des Parks muss sogar komplett umgegraben werden, um Platz für den Betontrog des neuen Kellerbahnhofs zu schaffen. Da während der Bauzeit im gesamten Mittleren Schlossgarten das Grundwasser abgesenkt werden muss, besteht zudem die Gefahr, dass ein Großteil des noch übrigen Baumbestands vertrocknet.
Nach aktuellen Umfragen lehnt fast die Hälfte der Menschen in Baden-Württemberg das Projekt ab. Mit dem Kopfbahnhof liegt eine bessere und vor allem wesentlich kostengünstigere Alternative auf dem Tisch.