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Die Auswirkungen der Forstreform

Der Bund Naturschutz Landesverband (BN) ist in den letzten Monaten wiederholt von besorgten Bürgern und Naturschützern über Konflikte mit den Staatsforsten informiert worden. Eigene Recherchen haben bestätigt, dass die Kritik in zahlreichen Fällen berechtigt ist. Im Spessart kam es im Forstbetrieb Heigenbrücken zu massiven Bodenschäden (wie auch im Forstbetrieb Zusmarshausen), einem Kahlschlag, einigen starken Hiebsmaßnahmen und dem Einschlag von Dutzenden Biotopbäumen. Diese Defizite wurden von der Bevölkerung, den Kommunen und dem BN kritisiert und sind unter www.spessart-wald.de dokumentiert.

Im Forstbetrieb Nürnberg kritisiert der BN eine Durchforstung in einem Naturschutzgebiet, die ein deutsch-landweit bedeutsames Vorkommen von Erdflechten stark beeinträchtigt. Z.Z. läuft deshalb ein Ordnungs-widrigkeitsverfahren gegen den Forstbetrieb.
Entgegen der früher geübten Praxis am Forstamt Altdorf sucht die Forst-betriebsleitung heute vor Beginn der Maßnahmen in diesem sensiblen Ökosystem nicht das Gespräch mit der Unteren Naturschutzbehörde.

Neu ist auch die Erschließung bislang unberührter Bergwälder, die vor der Forstreform als abgeschlossen galt. So wurde z.B. der Glaswald an der Benediktenwand in den letzen Jahrzehnten kaum nicht genutzt. Obwohl der dortige Bergmischwald so gut wie nicht vom Borkenkäferfraß betroffen ist, baut der Forstbetrieb Bad Tölz nun einen Weg, um Holz zu nutzen. Am Geisberg im Forstbetrieb Forchheim wurden in einem FFH-Gebiet in einem Buchenwald in exponierter Lage so starke Eingriffe getätigt, dass er bei den folgenden nicht zu starken Stürmen umgefallen ist.

Die Beispiele dieser waldschädlichen Eingriffe sind aus Sicht des BN die fatalen Folgen einer Rationalisierung der Waldnutzung durch Personalabbau in der Fläche, Funktionalisierung, Dumpingpreise für Holzernte, überzogene Gewinnziele, einseitige Strukturpolitik zugunsten Großbetrieben u.a.m.. Nicht Waldarbeiter oder Förster, sondern falsche und konkurrierende Zielsetzungen bzw. Rahmenbedingungen sind verantwortlich, dass es in der Umsetzung zu Konflikten vor Ort kommt. Der BN fordert deshalb eine Reform der Forstreform.

 

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