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Lech

Lech: Renaturierung statt Kraftwerksbau!

Der Lech im historischen Vergleich

Noch vor rund 100 Jahren konnte der Lech auch im Gebiet südlich von Augsburg frei fließen (Bild links, ca.1911). Heute bestimmen gerade Linien und Stauwehre das Landschaftsbild, denn der Fluss wurde auf bayerischer Seite fast komplett kanalisiert (Bilder: Wasserwirtschaftsamt Donauwörth).

 

Der Energieriese E.ON plant den Bau eines Wasserkraftwerks am Lech mitten im Naturschutzgebiet des Augsburger Stadtwalds. Der Bund Naturschutz setzt sich zusammen mit zahleichen anderen Verbänden und der Stadt Augsburg für eine Renaturierung des Lechs und gegen das neue Kraftwerk ein.

Im Naturschutzgebiet des Augsburger Stadtwalds kann man eine Vielzahl wertvoller Biotope und Pflanzenarten antreffen, die sich dort im Laufe der Jahrtausende angesiedelt haben. Auf den Lechheiden finden sich heute noch 28 Orchideen- und zahlreiche Enzianarten. Doch viele Biotope sind schon verlorengegangen, seitdem der Lech auch in diesem Abschnitt kanalisiert wurde. Der Bund Naturschutz setzt sich deshalb gemeinsam mit den Verbänden der Lechallianz für eine Renaturierung des Lechs südlich von Augsburg und gegen den Bau eines neuen Wasserkraftwerks von E.ON ein. Das Verfahren zum Bau des Kraftwerks mitten im Naturschutzgebiet startete im Herbst 2010. Während der Lech auf Tiroler Seite noch zu den wenigen naturnahen alpinen Wildflusslandschaften gehört, gleicht er auf bayerischer Seite eher einer Aneinanderreihung von Stauseen. Auf etwa zehn Kilometern im Naturschutzgebiet Augsburger Stadtwald darf er zwar noch fließen, ist aber kanalisiert. Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth will nun mit einer Studie und dem Projekt Licca liber klären, inwieweit hier eine Renaturierung möglich ist. »Ein renaturierter Lech wäre ein Gewinn für Mensch und Natur«, erklärte der Umweltreferent Rainer Schaal bei der Pressekonferenz der Stadt Augsburg zu den Renaturierungsvorhaben. Mit den Plänen zum Bau des neuen Kraftwerks bedroht E.ON jedoch diese Vorhaben.
Der BN befürchtet, dass mit der Genehmigung des Kraftwerks ein Präzedenzfall für ganz Bayern entstehen könnte. E.ON hat bereits eine Potenzialanalyse für die wenigen noch frei fließenden Flussabschnitte in Bayern vorgelegt. Um gegen die Baupläne zu protestieren, hat der BN eine Unterschriftenaktion gestartet und im Juli 2011 ca. 10.000 Unterschriften an Umweltminister Söder übergeben.

Weitere Informationen:


Auf der Internetseite der Lechallianz, einem Verbändebündnis zum Schutz des Lechs: www.lechallianz.de

Pressemitteilung zur Unterschriftenübergabe an Umweltminister Söder vom Juli 2011

Unterschriftenliste „Mehr Leben für den Lech“

BN-Stellungnahme zum Scoping-Termin für das E.ON-Kraftwerk vom Dezember 2010

Pressemitteilung Renaturierung statt Kraftwerksbau am Augsburger Lech vom Juli 2010


Beschluss des Augsburger Stadtrates zum Lech vom April 2010

Resolution der Schwäbischen BN Kreisgruppen zum Wasserkraftausbau in Schwaben vom November 2009

 

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