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Verbraucherschutz

Bild: BUND / Oliver Veit


Gift-Cocktail in Kinderspielzeug

Hersteller von Kunststoffspielzeug gefährden oft die Gesundheit von Kindern. Zum Auftakt der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg forderten BN und BUND deshalb, Gesetze zu verschärfen und Hersteller zur Verantwortung zu ziehen.

Bund Naturschutz in Bayern (BN) und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland  (BUND) warfen den Herstellern von Kunststoffspielzeug bei einer Pressekonferenz Anfang Februar vor, durch mit Schadstoffen belastete Produkte die Kindergesundheit auf Spiel zu setzen. Dieses Spielzeug enthalte häufig hormonell wirksame Stoffe wie Weichmacher, bromierte Flammschutzmittel und Organozinnverbindungen. Die Chemikalien sammelten sich in Kinderkörpern zu einem gefährlichen Giftcocktail an und könnten das fein ausbalancierte Hormonsystem stören. Mögliche Folgen seien Verhaltensauffälligkeiten, Unfruchtbarkeit oder sogar Krebs. Weder die europäische Chemikalienverordnung noch die EU-Spielzeugrichtlinie schützten die Kindergesundheit ausreichend. Selbst das Bundesinstitut für Risikobewertung habe die Spielzeugrichtlinie kürzlich als unzureichend kritisiert.  

Der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner: „Plüschige Teddys, Puppen und Planschtiere sind für unsere Kinder oft gefährliche Lieblinge. Die bisherigen Gesetze bieten nicht genügend Schutz. Hersteller und Händler dürfen nicht vor allem ihren Gewinninteressen folgen, wenn es auf Kosten der Gesundheit der Kinder geht. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner muss handeln: Riskante Chemikalien haben in Spielzeug nichts zu suchen.“

Für gesundes Kinderspielzeug: der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner und die BUND-Chemieexperten Sarah Häuser und Dr. Heribert Wiefers.

Der BUND warnte insbesondere vor einem „Cocktaileffekt“ der hormonellen Chemikalien. Verschiedene Schadstoffe sammelten sich in den Körpern der Kinder an und könnten sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken. Grenzwerte für einzelne Stoffe seien dann nutzlos. Auch hier hinke die europäische Gesetzgebung den Erfordernissen hinterher. So habe der europäische Umweltministerrat die Kombinationseffekte von Chemikalien zwar anerkannt. Doch die EU-Kommission wolle bis 2012 erst einmal prüfen, inwieweit die bisherigen Gesetze ausreichend vor den sich addierenden Wirkungen unterschiedlicher Chemikalien schützten. 

BUND-Chemieexpertin Sarah Häuser: „Wenn man bedenkt, mit wie vielen Gegenständen aus Kunststoff Kinder täglich in Berührung kommen, kann man sich vorstellen, dass dabei ein ziemlicher Schadstoffcocktail zusammenkommt. Die meisten dieser Stoffe lassen sich im Blut der Kinder nachweisen. Viele Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Unfruchtbarkeit sind die Folgen des Plastik-Overkills. Dabei gibt es für die Spielzeughersteller genügend Alternativen zu den gefährlichen Stoffen.“ 

Beim Kauf von Spielwaren empfiehlt der BUND auf unabhängige Prüfsiegel etwa des TÜV Rheinland zu achten. Das europäische CE-Prüfzeichen hingegen sei Verbrauchertäuschung, da es sich die Hersteller selbst verliehen. Insbesondere aus Nicht-EU-Ländern importierte Ware müsse effektiver durch die Zoll- und Länderbehörden kontrolliert werden, bevor sie auf den Markt gelange, forderte der BUND.


Mehr Info

 


Für Rückfragen

Sarah Häuser
BUND-Chemieexpertin
Tel. 030 / 275 86 463

Dr. Heribert Wefers
BUND-Chemieexperte
Tel. 030 / 275 86 482 

Katrin Riegger
BUND-Pressereferentin
Tel. 030 / 275 86 464
presse(at)bund.net

 

 

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