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BUND Naturschutz in Bayern e.V.

Die Ursachen des Flächenfraßes liegen in maßlos überdimensionierten Straßenbauprojekten und bei der Ausweisung von Gewerbegebieten. (Foto: Leidorf)


Kreisvorsitzender des Nürnberger BN zurückgetreten

Der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Nürnberg, Günther Raß, ist am Nachmittag des 26. März von seinem Amt zurückgetreten. Vorausgegangen war heftige Kritik des BN-Landesverbandes und der Nürnberger BN-Kreisgruppe an aktuellen Aussagen von Günther Raß.

In der Zeitschrift „Mauersegler“ hatte Raß fragwürdige Thesen aufgestellt und die Themen von Migration und Bevölkerungswachstum einerseits und Flächenverbrauch andererseits verknüpft. Dabei hatte Raß auch den durch die Nazizeit massiv belasteten Begriff „Volk ohne Raum“ verwendet.

Die Äußerungen hatten im BN Entsetzen ausgelöst. Der BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger stellte klar, dass diese Äußerungen vollkommen inakzeptabel seien und beim BN nichts zu suchen haben. Es sei falsch, wenn die Migration nach Deutschland mit dem Flächenverbrauch verknüpft wird. Auch die Vorstandschaft der BN-Kreisgruppe Nürnberg zeigt sich schockiert über die Aussagen von Günther Raß und forderte ihn ultimativ zum Rücktritt auf.

Aus der Verantwortung gegenüber den Menschen, die Raß als Migranten ungerechtfertigt mit Umweltproblemen in Verbindung gebracht hatte und angesichts der Millionen Menschen, die in dem mit der Naziparole „Volk ohne Raum“ geführten Vernichtungsfeldzug ermordet wurden, zog Günther Raß die Konsequenzen und erklärte am Nachmittag des 26. März seinen Rücktritt vom Amt des Nürnberger BN-Kreisvorsitzenden.


Flächenverbrauch hat andere Ursachen

„Der wachsende Flächenverbrauch in Bayern hat nichts mit notwendiger Wohnraumbeschaffung zu tun“, stellt der BN-Landesvorsitzende Prof. Hubert Weiger richtig. „Der BN-Landesverband distanziert sich ganz klar von einer Verknüpfung des Flächenverbrauchs mit der Thematik von Migration und Bevölkerungszuwachs“, so Weiger weiter. Damit würden die Folgen des Wachstums einseitig nur einer Bevölkerungsgruppe angelastet.

Der hohe Flächenverbrauch in Bayern hat ganz andere Ursachen, betont der BN-Vorsitzende: die Spekulation mit Land, fehlende Landesplanung sowie maßlos überdimensionierte Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen beim Straßenbau und der Ausweisung von Gewerbegebieten an Autobahnen fernab jeglicher Siedlungen.

Die Verknüpfung des durch die Nazizeit massiv belasteten Begriffes „Volk ohne Raum“ mit Fragen des Bevölkerungszuwachses, wie sie Raß hergestellt hatte, „ist ohne Wenn und Aber indiskutabel“, stellte Hubert Weiger klar. Der BN sieht in der Abnahme der Bevölkerung eher eine Chance als eine Gefahr. „Dieses Thema mit Fragen des Zuzugs zu verknüpfen“, so der Landesvorsitzende, „widerspricht der ethischen Grundhaltung des BN“.


Landesweite Konsequenzen

Auch landesweit will der BN Konsequenzen ziehen: Der BN-Landesverband will in seiner Satzung verankern, dass der Umweltverband nichts mit rechtsextremistischen Ideologien zu tun haben will. „Solches Gedankengut und eine Mitgliedschaft bei uns Naturschützern schließen sich aus“, stellte Weiger klar.


Für Rückfragen

Richard Mergner
Landesbeauftragter
BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Tel. 09 11 / 8 18 78 25
richard.mergner@bund-naturschutz.de