Die "Weiße Säul" errichtet von Dießener Fischern am Wartaweiler Ufer (am südlichen Rand des BN-Grundstückes)
Würde man eine Quizfrage stellen, bei der ein Ort zu erraten sei, der keine gemeindlichen Straßen und Plätze besitzt, jedoch jeder Bewohner freien Zugang zu einem Badestrand hat, dann würde man zunächst an eine Insel in Friesland denken, aber nicht an Wartaweil in Oberbayern.
Es gibt ganz wenige Orte in Bayern, die aus einer Imperativform den Ortsnamen bilden. Die Einöde Luginsland bei Erlangen, Siedafür in der Oberpfalz und die Ortschaft Sixnitgern im Aichacher Gebiet mögen in diese Reihe gehören mit unserem Wartaweil.
Erst seit 1808 tritt Wartaweil als selbständige. Siedlung auf. Die Einöde hatte zunächst den Namen „Zur Weißen Säule", nach einer im Jahre 1629 errichteten Tuff-Säule, die, weiß gekalkt, als Orientierungszeichen für den Übersetz-Verkehr diente.
Dieser Fährbetrieb wurde von Dießener und Albaner Fischern wahrgenommen. Vor allem waren es Wallfahrer nach Andechs/ die hier übergesetzt wurden. Dieses Recht der Personenbeförderung stand nur den Fischern zu. Fischermeister Ernst konnte noch von seinem Großvater erfahren, wie verantwortungsreich dieser Dienst war.
Ab 1826 wohnte in der Nähe der „Weißen Säule" für ständig ein Fischer der aus Mühlfeld zuzog und sich ebenfalls als Fährmann betätigte.