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Fairer Kaffeegenuss

Fairer Kaffeegenuss

Weltweit gilt Kaffee nach Erdöl als zweitwichtigstes Handelsgut. Die Weltbevölkerung konsumiert jährlich 590 Milliarden Tassen frisch gebrühten Kaffees oder Espressos. Der größte Teil des dafür verwendeten Rohkaffees wird heute auf Kosten der produzierenden Kleinbauern zu Billigpreisen angekauft. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt daher, das kostbare Genussmittel Kaffee im Weltladen zu kaufen. Der fair gehandelte Kaffee ist zwar etwas teurer, aber man erhält ein hochwertiges und ökologisches Produkt, dessen Kauf den Bauern in Afrika, Asien und Lateinamerika Mindesterlöse sichert.

Durch die Förderpolitik der Weltbank, aber auch durch Hilfsprojekte, die den Kaffeeanbau in Entwicklungsländern allzu massiv förderten, entstand im laufenden Jahr ein Überangebot an Rohkaffee von 8 Prozent. Dazu kommt, dass heutige Röstverfahren es möglich machen, auch bittere Kaffeebohnen für die Produktion zu verwenden, so dass Massen minderwertiger Ware auf dem Markt die Preise drücken. Erhielten die Kaffeebauern vor zehn Jahren noch ein Drittel des Handelspreises für ihre Ware, so sind es heute höchstens noch 10 Prozent von einem Handelspreis, der durch den Preisverfall bei Rohkaffe zudem auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren liegt. Von den 25 Millionen Kleinbauern im Kaffeeanbau erzielt ein großer Teil nur bis zu 60 % ihrer Produktionskosten. Trotz der Bewirtschaftung von Anbaufläche hungern die meisten Bauern.

Fair-Trade Organisationen weltweit leisten langfristige Entwicklungshilfe, indem sie Kaffee-Bauern sowohl ein Mindesteinkommen als auch einen Einkaufspreis, der etwas über dem Weltmarktpreis liegt, bieten. Zusätzliche Fonds für soziale Projekte, helfen den Produzenten und ihren Familien, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern. Die Bildungs- und Sozialprogramme, aber auch Hilfe bei Umstellungen im Landbau liefern Zukunftsperspektiven, welche Entwicklungshilfe auf Dauer unnötig machen können. Der BUND rät, den gerechteren Welthandel mit dem Kauf von Fair-Trade Kaffee aus über 800 Weltläden, 22.000 beteiligten Supermärkten oder auch aus den zahlreichen Bioläden Deutschlands zu unterstützen. So fördert man nicht nur den sozialen und den Umweltnutzen der ökologisch wirtschaftenden Betriebe. Man kauft ein hochwertiges Produkt, das schmeckt und hilft dabei, den Qualitätsstandard für Kaffee wieder anzuheben.

Unter www.transfair.org erfährt man mehr über den Fairen Handel und das Transfair-Siegel, das gerade zehn Jahre alt wurde. Auch www.oxfam.de informiert mit seiner Studie „Bitter! - Armut in der Kaffeetasse“ über den (nicht) fairen Kaffeemarkt.

BUND, 2001

 

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