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Grüne Bilanz für Oberfranken 2015

Einige tolle Erfolge erreicht

03.03.2016

SCHWERPUNKTE 2016: Flächenschutz, TTIP, CETA und TISA, Energiewende, Landesgartenschau

"Wir konnten im Jahr 2016 in Oberfranken ein paar Mal richtig jubeln, das uns bedrohende AKW Grafenrheinfeld wurde abgeschaltet und etliche schädliche Großprojekte konnten wir verhindern. Aber der Regierungsbezirk ist noch weit von einer nachhaltig umweltgerechten Entwicklung entfernt. Der Flächenfraß geht fast ungehindert weiter, Ressourcen werden weiter hemmungslos vergeudet, Planungen für Straßen gefährden ganze Landstriche und die Energiewende droht ausgebremst zu werden", so das Resümee für Oberfranken von Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz.

Größte Erfolge 2015 waren die Ausweisung von 305 Hektar Hauptsmoorwald bei Bamberg als Nationales Naturerbe, vorher wurde dort ein 80-Hektar-Gewerbegebiet geplant, das Scheitern der geplanten Ansiedlung von XXXLutz in Himmelkron und damit die Verteidigung des Landesentwicklungsprogramms, die Wiederinbetriebnahme der Bahnlinie Selb-Asch, Umsetzungsprojekte der Energievision Frankenwald und der riesige Widerstand gegen TTIP und Co. Ein sehr schöner Zwischenerfolg war der gewonnene Bürgerentscheid zum Flughafen Coburg im dortigen Landkreis und der riesige Bürgerwiderstand gegen die geplante HGÜ-Leitung durch Oberfranken.

Leider musste 2015 der Bau der bekämpften 380 KV-Leitung im Raum Coburg-Lichtenfels (Thüringer Strombrücke) hingenommen werden. Ende 2015 kam dann der große Schock: Mit der 380 KV-Leitung P44mod soll direkt daneben eine weitere Trasse errichtet werden. 5000 DemonstrantInnen zeigten bereits ihren Widerstand.

Die Aufhebung des Geschützten Landschaftsbestandteils "Der hohe Buchene Wald" im Steigerwald durch die Regierung von Oberfranken führte zu einem Klageverfahren des BN, das noch läuft. Der GLB war erst 2014 unter Schutz gestellt worden.

Die Ausbreitung der Wildkatze in Wäldern Oberfrankens, dokumentiert mit BN-Lockstockaktionen und auch des Bibers an oberfränkischen Flüssen zählt ebenfalls zu den sehr erfreulichen Entwicklungen.

"Zum Glück haben wir 2015 bayernweit Rückenwind für den Stopp der unfairen Handelsabkommen TTIP und CETA bekommen. Die vielen kleineren Aktionen in Oberfranken und die großen Demonstrationen in Nürnberg mit 3.000, in München mit 40.000 und in Berlin mit 250.000 TeilnehmerInnen auch aus Oberfranken machen uns Mut", so Richard Mergner, Landesbeauftragter des BN.

Mit einem starken Wachstum um 2,8 % auf 221.000 Mitglieder und Förderer zum 31.12.15 setzt Bayerns größter und unabhängiger Umweltverband auf die Kraft der ehrenamtlichen Aktiven in allen Regionen Bayerns. In Oberfranken stieg die Mitglieder- und Fördererzahl um 2,9 % auf 17.200 in den elf Kreisgruppen.

2016 wird der BN in Oberfranken drei Schwerpunkte setzen:

1. Landschaften bewahren und den Flächenverbrauch stoppen. Hier geht es vor allem um die von Heimatminister Markus Söder geplante Verschlechterung des "Anbindegebotes" im Landesentwicklungsprogramm, das zu zahlreichen Neuplanungen für Gewerbegebiete auf der grünen Wiese in Oberfranken führen würde. Die Sammlung von Unterschriften für eine Massenpetition ist bereits angelaufen, über 10.000 Unterschriften sind bereits erreicht.

2. Den Umwelt- und Verbraucherschutz stärken und die geplanten "Freihandelsabkommen" für Konzerne TTIP, CETA und TISA bekämpfen. 2016 wird es darum gehen, das Inkrafttreten des europäisch-kanadischen Freihandelsabkommens zu verhindern. Bereits am 16. Januar 2016 fand dazu eine weitere Großdemonstration in Berlin mit 23.000 Menschen statt, darunter viele aus Oberfranken.

3. Die Bürger-Energiewende und den Atom-Ausstieg retten. Die Debatte um die Gleichstromleitung "Südost" wird Oberfranken intensiv betreffen. Den Trassenkompromiss zwischen Merkel, Seehofer und Gabriel kritisiert der BN als Rückschlag für die dezentrale Energiewende. Damit drohen teure Fehlinvestitionen und eine Subvention von Kohle- und Atomkraftwerken im europäischen Stromverbund.

Als besonderer Schwerpunkt im Regierungsbezirk gilt 2016 die Landesgartenschau in Bayreuth. "Wir haben einen attraktiven Beitrag im Rahmen der Umweltbildung speziell für Schulklassen verschiedener Jahrgangsstufen unter dem Motto 'Rotmainsafari' erarbeitet. Dabei stehen Kleinlebewesen wie Köcherfliegen-Larven oder Bachflurkrebse im Mittelpunkt. Sie sind die besten Zeiger für gute Wasserqualität und den Lebensraum Aue", so Reinhard Birkner, Vorsitzender der Kreisgruppe Bayreuth. Auch die Themen Flusswasser und Trinkwasser kommen zum Zug.

Wie in den letzten Jahren bleibt der BN auch 2016 das grüne Gewissen in Oberfranken, ob beim Kampf für die schöne Landschaft oder um die besten zukunftsfähigen Konzepte.

gez. Tom Konopka, Regionalreferent für Oberfranken

Tel.: 0911/8187814 Mail: tom.konopka(at)bund-naturschutz.de