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Mutiger Einsatz für die Schöpfung

Für sein Engagement für die Schöpfung und sein kirchliches und politisches Wirken zum Schutz des Regenwaldes erhielt Bischof Erwin Kräutler den Bayerischen Naturschutzpreis. Der BUND Naturschutz Bayern (BN) verlieh die Ehrung am Sonntag in Nürnberg. Es ist die höchste Auszeichnung des Verbandes.

Bei der Verleihung des Bayerischen Naturschutzpreises 2016 (vo. li.): stellvertretende BN-Vorsitzende Doris Tropper, Bischof i.R. Erwin Kräutler, BN-Vorsitzender Hubert Weiger, stellvertretender BN-Vorsitzender Sebastian Schönauer (Foto: Toni Mader)

22.02.2016

Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen war das verbindende Element bei der Ehrung des als „Amazonasbischof“ bekannten Erwin Kräutler. BN-Aktive, die sich für den Schutz des tropischen Regenwaldes als grüne Lunge des Planeten starkmachen,  hatten die Idee einer Auszeichnung Kräutlers eingebracht. Der inzwischen in den Ruhestand gegangene Bischof hatte jahrelang gegen den Bau des gigantischen Staudamms Belo Monte in Brasilien gekämpft, durch den zigtausende Hektar Regenwald zerstört wurden.
Doch Erwin Kräutler habe sich nicht nur für den Schutz von Flüssen eingesetzt, sondern für die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen, betonte der BN-Vorsitzende Hubert Weiger in seiner Laudatio.  Dafür gebühre ihm umso größerer Respekt, weil er wegen dieses Engagements auch angefeindet und bedroht worden sei.
„Sie haben sich eingesetzt für die Rechte der Ausgebeuteten“, so Weiger. Erwin Kräutler, gebürtiger Vorarlberger, sei 1965 als junger Priester nach Brasilien gegangen und dort 1981 Bischof der Prälatur Xingu am Amazonas geworden – eine Diözese mit einer Fläche größer als die der Bundesrepublik Deutschland und 700 000 Einwohnern. Sein mutiger Einsatz für die Bewahrung der Lebenswelt der indigenen Völker sei Großgrundbesitzern und Holzhändlern in die Quere gekommen: „Es gab mehrere Anschläge auf Ihr eigenes Leben und auf die, die mit Ihnen zusammenarbeiten.“
Hubert Weiger erinnerte auch an den maßgeblichen Beitrag des Geehrten zur Umweltenzyklika „Laudato‘ si“ von Papst Franziskus.  Er griff den Ausdruck des Kirchenoberhaupts von der Sorge um das gemeinsame Haus der Schöpfung auf und stellte das Wirken Kräutlers in einen größeren Zusammenhang: „Der tropische Regenwald hat mit uns allen zu tun. Wir müssen in allen Regionen dieser Welt Natur erhalten; nur dann kann es uns gelingen, unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen zu retten“, so Weiger. Er bedankte sich bei Erwin Kräutler für sein „Engagement für die Schöpfung, die in der Regel am Verhandlungstisch nicht vertreten ist“.
Bischof Kräutler betonte, er nehme die Auszeichnung entgegen „im Namen so vieler Menschen, die sich am Xingu mit mir für die gute Sache einsetzen“.  In bewegenden Worten schilderte er die Zerstörung und das Chaos, das der Bau des Staudamms Belo Monte angerichtet habe. Zehntausende Menschen seien aus ihrer Heimat zwangsumgesiedelt worden und hätten ihre seit unzähligen Generationen angestammte Lebensweise verloren.  Man könne nur noch staunen, so Kräutler, „wie Menschen andere Menschen ihren wirtschaftlichen Vorstellungen unterwerfen“.
Er verwies auf die Verankerung der Rechte der indigenen Völker in der brasilianischen Verfassung, für die er sich eingesetzt hatte. Aber der „Salto vom Papier in die Wirklichkeit“ sei nach wie vor schwierig.
Die Gäste würdigten Erwin Kräutlers Engagement mit standing ovations.
In der großen Familie des BUND Naturschutz hieß der stellvertretende BN-Vorsitzende Sebastian Schönauer den Geehrten willkommen, denn die Auszeichnung ist verbunden mit einer Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit. „Ein Engagement wie Ihres kann nur gelingen, wenn man überzeugt ist von seiner Botschaft“, sagte Schönauer, „und das erfordert Mut und Gottvertrauen.“ Doris Tropper, stellvertretende BN-Vorsitzende, blickte in die Zukunft: „Es wird uns eine stete Verpflichtung sein“, versprach sie Bischof Kräutler, „in Ihrem Sinne weiterzuarbeiten“.    

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