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Wir haben ein paar Mal gejubelt

Grüne Bilanz für Mittelfranken 2015

Schwerpunkte 2016: Flächenschutz, TTIP, CETA und TISA, Energiewende

24.02.2016

"Wir konnten im Jahr 2015 in Mittelfranken ein paar Mal richtig jubeln, das uns bedrohende AKW Grafenrheinfeld wurde abgeschaltet und etliche schädliche Großprojekte konnten wir verhindern. Aber der Regierungsbezirk ist noch weit von einer nachhaltig umweltgerechten Entwicklung entfernt. Der Flächenfraß geht fast ungehindert weiter, Ressourcen werden weiter hemmungslos vergeudet, Planungen für Straßen gefährden ganze Landstriche und die Energiewende droht ausgebremst zu werden", so das Resümee für Mittelfranken von Richard Mergner, Landesvorbeauftragter des BUND Naturschutz.

Als größte Erfolge 2015 für Natur, Landschaft und Klimaschutz gelten der gewonnene Bürgerentscheid in Feucht gegen ein geplantes Gewerbegebiet im Reichswald, der Beschluss des Nürnberger Stadtrates, das Hafen-Industriegebiet Süd nicht mehr weiterzuverfolgen, der Beschluss des Gemeinderates von Heroldsberg, die geplante Nordspange nicht zu bauen, das Aus für eine Umfahrung von Katterbach und das Abspecken der Planungen für den Urlas-Knoten im Zuge der B 14. Dazu kam das Ende der Wohngebietsplanungen in Fürth-Oberfürberg, die Nichtzulassung eines Sandabbaus in der Heide im Landkreis Ansbach, die Rettung des Fürther Südstadtparks vor einer Bebauung, der Stopp der geplanten Tongruben-Verfüllung bei Kalchreuth-Heroldsberg und der gigantische Widerstand der Bürgerinnen und Bürger gegen die Gleichstromtrasse und für die Energiewende.

Als Zwischenerfolg gilt der Beschluss des VGH München, den EU-Gerichtshof prüfen zu lassen, ob für den Ausbau des Frankenschnellweges in Nürnberg eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig ist. "Wir haben etwas Zeit gewonnen und hoffen noch auf ein Umdenken in der Stadtspitze, damit die Stickoxid-Grenzwerte künftig eingehalten werden", so Dr. Otto Heimbucher, Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberg-Stadt.

Die Ausbreitung der Wildkatze in Wäldern Mittelfrankens, dokumentiert mit BN-Lockstockaktionen und auch des Bibers an mittelfränkischen Flüssen zählt ebenfalls zu den sehr erfreulichen Entwicklungen.

"Dem beharrlichen Wirken der Reichswald-Initiativen und des BN ist es zu verdanken, dass die grüne Lunge des Großraums weitgehend erhalten bleibt", so Richard Mergner, Landesbeauftragter des BN.

"Zum Glück haben wir 2015 bayernweit Rückenwind für den Stopp der unfairen Handelsabkommen TTIP und CETA bekommen. Die vielen kleineren Aktionen in Mittelfranken und die großen Demonstrationen in Nürnberg mit 3.000, in München mit 40.000 und in Berlin mit 250.000 TeilnehmerInnen auch aus Mittelfranken machen uns Mut", so Richard Mergner.

Mit einem starken Wachstum um 2,8 % auf 221.000 Mitglieder und Förderer zum Ende des Jahres setzt Bayerns größter und unabhängiger Umweltverband auf die Kraft der ehrenamtlichen Aktiven in allen Regionen Bayerns. In Mittelfranken stieg die Mitglieder- und Fördererzahl überproportional um 4,9 % auf 33.200 in den elf Kreisgruppen.

2016 wird der BN in Mittelfranken drei Schwerpunkte setzen:

1. Landschaften bewahren und den Flächenverbrauch stoppen. Hier geht es vor allem um die von Heimatminister Markus Söder geplante Verschlechterung des Anbindegebotes, das zu zahlreichen Neuplanungen für Gewerbegebiete auf der grünen Wiese in Mittelfranken führen würde. Die Sammlung von Unterschriften für eine Massenpetition ist bereits angelaufen.

Und es startet eine Kampagne für mehr Naturwälder in Bayern. Bayern soll seiner weltweiten Verpflichtung zum Erhalt alter Wälder genauso nachkommen wie Amazonien und es soll die Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung genauso umsetzen wie andere Bundesländer auch.

2. Den Umwelt- und Verbraucherschutz stärken und die geplanten "Frei"-Handelsabkommen für Konzerne TTIP, CETA und TISA bekämpfen. 2016 wird es darum gehen, das Inkrafttreten des europäisch-kanadischen Freihandelsabkommens zu verhindern. Bereits am 16. Januar 2016 fand dazu eine weitere Großdemonstration in Berlin mit 23.000 Menschen statt.

3. Die Bürger-Energiewende und den Atom-Ausstieg retten. Die Debatte um die Gleichstromleitung "Südost" wird vermutlich auch Mittelfranken intensiv betreffen. Den Trassenkompromiss zwischen Merkel, Seehofer und Gabriel kritisiert der BN als Rückschlag für die dezentrale Energiewende. Damit drohen teure Fehlinvestitionen und eine Subvention von Kohle- und Atomkraftwerken im europäischen Stromverbund.

Wie in den letzten Jahren bleibt der BN auch 2016 das grüne Gewissen in Mittelfranken, ob beim Kampf für die schöne Landschaft oder um die besten zukunftsfähigen Konzepte.

gez. Tom Konopka, Regionalreferent für Mittelfranken

Tel.: 0911/8187814 Mail: tom.konopka(at)bund-naturschutz.de



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