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Pressemitteilung des Bundes Naturschutz in Bayern e.V.

27.10.2005
092-05/LFGS
Kategorie: Abfall

Bund Naturschutz protestiert gegen Verschleuderung von Milliarden für Dinosaurier-Verkehrsprojekt ICE-Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt

Fehlinvestition von Milliarden nicht vorhandener
Steuermittel in den Koalitionsverhandlungen"

Mit Empörung reagiert der Bund Naturschutz auf die Nachricht der CSU-Bundestagsabgeordneten Renate Blank, die Arbeitsgruppe Verkehr, Bau und Wohnungswesen habe sich darauf verständigt, das naturzerstörerische Prestige-Projekt ICE-Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt in der Koalitionsvereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD festzuschreiben.

Nach dem Debakel der ICE-Neubaustrecke Nürnberg-Ingolstadt, die mit zuletzt genannten Baukosten von 3,6 Milliarden Euro, insbesondere durch die aufgetretenen geologischen Probleme beim Tunnelbau, nahezu doppelt so teuer wurde als ursprünglich prognostiziert, soll nun ausgerechnet im Rahmen eines sogenannten Sparhaushaltes ein weiteres Milliardengrab geschaufelt werden. Die Kosten der 190 km langen Strecke zwischen Nürnberg und Erfurt mit 80 Kilometer langen Tunnels durch den Thüringer Wald werden inzwischen auf 6,5 Milliarden Euro taxiert.

"Hier sollen Milliardengeschenke an die Großbauwirtschaft zu Lasten des Steuerzahlers und des gesamten Schienenverkehrs in der Fläche gemacht werden", kommentiert Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern.

Dabei gäbe es in Zeiten knappster öffentlicher Haushalte Alternativen: Das Konzept der Bürgerinitiative "Das Bessere Bahnkonzept" und des Bundes Naturschutz sieht den Ausbau der fünf bestehenden Verbindungen von Bayern nach Thüringen und Sachsen vor und würde auf 900 km Schienenstrecken attraktive Verbesserungen mit weniger als der Hälfte des vorgesehenen Geldes für die Neubaustrecke bedeuten. Damit ließe sich die Fahrtzeit von München nach Berlin um 1,5 Stunden verkürzen. Auch die bereits begonnenen Bauabschnitte in Thüringen könnten in das "Bessere Bahnkonzept" integriert werden.
Die S-Bahn Nürnberg - Erlangen/Forchheim ist ohne die sündhaft teure ICE-Tunnelstrecke unter dem Thüringer Wald problemlos zu verwirklichen!


Autor: Gudrun Reuß

 

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