07.04.2004
PM 037/LFGS
Kategorie: Abfall
Ende der Müllverbrennungsanlage in Ansbach
Der Bund Naturschutz und die Bürgergemeinschaften für ein besseres Müllkonzept in Stadt und Landkreis Ansbach begrüßen das Ende für die im Bau befindliche Thermoselect-Anlage in Ansbach. Sie sehen damit ihre Warnungen vor diesem Millionengrab bestätigt.
Der Landesvorsitzende des BN, Hubert Weiger. "Gerade die Bürgergemeinschaften und der BN, die häufig von den politisch Verantwortlichen als Nichtwissende öffentlich kritisiert wurden, haben in allen Punkten Recht bekommen: Unsere Abfallprognosen waren richtig, nicht die amtlichen, mit dem Geld der Gebührenzahler finanzierten Gutachten. Unsere Warnungen vor einer völlig unausgereiften Technik haben sich als richtig erwiesen. Es ist an der Zeit, dass Politik und Genehmigungsbehörden Konsequenzen aus dem Desaster um die Müllverbrennungsanlage ziehen und eher auf engagierte Bürgerinnen und Bürger und nicht auf finanziell interessierte Lobbyisten aus der Wirtschaft hören."
Mit der Thermoselect-Anlage in Ansbach-Brodswinden steht nun die zweite Bauruine der Abfallwirtschaft in Mittelfranken. Erst vor fünf Jahren musste die sog. Schwelbrennanlage in Fürth stillgelegt werden, nachdem im Probebetrieb 1998 ein schwerer Störfall eingetreten war. Auch dort hatte der BN mit einer Bürgerinitiative das Scheitern prognostiziert und Recht behalten.
Dazu Hannes Hüttinger, Vorstandsmitglied der Kreisgruppe Ansbach: "Seit zwanzig Jahren haben wir mit Bürgerinnen und Bürgern gegen eine Müllverbrennungsanlage in Ansbach gekämpft. Endlich hat sich trotz des unverständlichen Festhaltens der verantwortlichen Politiker über viele Jahre der Erfolg eingestellt. Wir freuen uns riesig. Unser Dank gilt allen, die sich hier so lange gemeinsam eingesetzt haben."
"Unser Engagement hat sich gelohnt. Es ist toll, wenn man nach so langer Auseinandersetzung den Erfolg feiern kann. Jetzt kommt es darauf an, die nach wie vor laufende Klage vor dem Bay. VGH zu einem guten Ende zu bringen", so Monika Popp, Sprecherin der Bürgergemeinschaften.
Bund Naturschutz und Bürgergemeinschaften fordern gleichzeitig den Abfallzweckverband auf, ein Müllentsorgungskonzept ohne Verbrennung zu realisieren und damit in eine ökologisch und ökonomisch vertretbare Technologie einzusteigen. Die Konzepte dazu wurden seit Jahren erarbeitet.