„Wie wohnen – wo leben?“
Umweltminister Schnappauf und Innenminister Beckstein eröffneten im Juli 2006 die Ausstellung „Wie wohnen, wo leben? Flächen sparen, Qualität gewinnen“ in der Bayerischen Architektenkammer in München. Die Ausstellung entstand in einer bisher beispiellosen Kooperation zwischen Bund Naturschutz, Bayerischem Umweltministerium, Oberster Baubehörde (Innenministerium), Bayerischer Architektenkammer (ByAK) und der Vereinigung für Stadt-, Raum- und Landesplanung (SRL). Das Projekt wirbt für Wohnen im Ortskern, den Erhalt bestehender und kompakter Ortsstrukturen sowie die Vorteile kurzer Wege. Seit 2006 wandert die Ausstellung durch Bayern und wurde bereits an über 100 Orten vom Landratsamt bis zum Einkausfzentrum gezeigt.
Bis zum 31. Oktober 2010 zeigt das Bildungswerk des Bund Naturschutz
in Kooperation mit dem Oberpfälzer Freilandmuseum
die Ausstellung im Museum in Neusath, Lkr. Schwandorf
Download: Die Infotafeln der Ausstellung (PDF 6,3 MB)
Download: Verleih der Ausstellung: Infos und Modalitäten
Die Federführung beim Erarbeiten der Ausstellung ebenso wie die gesamte Abwicklung übernahm der Bund Naturschutz (BN). Mit dem Projekt sorgen die drei Trägerverbände BN, ByAK und SRL für neue Akzente in der Debatte um den Erhalt von Dorf- und Stadtkernen. "Die Ausstellung ist deutschlandweit einzigartig, wir haben es gemeinsam geschafft, alle wichtigen Aspekte zu behandeln, die vor allem junge Menschen in der Familienbildungsphase und jung gebliebene Senioren umtreiben: Die Kinder sollen nicht auf der Straße aufwachsen, sie wollen einen überschaubaren Ort, sie nervt die tägliche Autofahrerei zur Arbeit und die Kosten. Sie träumen vom Landleben und kultureller Vielfalt und wollen trotzdem Läden, Kulturangebote und Arbeitsstelle in der Nähe," so der Projektleiter Tom Konopka.
Bündnis für Flächensparen wächst
Bayerns Umweltminister Dr. Werner Schnappauf konnte anlässlich der Eröffnung in München elf weitere Mitglieder im Bündnis zum Flächensparen begrüßen. Damit erhöht sich die Zahl der beteiligten Behörden und Verbände auf 39. Der Bund Naturschutz gehört seit Anfang an dazu und hat sich bislang aktiv und erfolgreich beteiligt.
Das "Bündnis zum Flächensparen" wurde im Juli 2003 von den Ministerien für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie des Innern mit den Kommunalen Spitzenverbänden, Kirchen, Universitäten, Architekten-, Planer- und Umweltverbänden und weiteren an Bauen und Planen beteiligten Partnern geschlossen.
Die Bündnispartner haben sich insbesondere verpflichtet,
- sich für eine deutliche Reduzierung des Flächenverbrauchs in Bayern im Sinne einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung einzusetzen,
- sich zu einem schonenden und Flächen sparenden Umgang mit Böden zu bekennen,
- die Bemühungen für eine Flächen sparende Nutzung und möglichst geringe Versiegelung der Böden zu unterstützen
- und in ihrem Einflussbereich das Bodenbewusstsein zu fördern.
2005 hat das Bündnis ein Aktionsprogramm zur Reduzierung des Flächenverbrauchs vorgelegt und zwischenzeitlich, fortgeschrieben. Die Ausstellung ist ein Teil des Aktionsprogramms und wurde finanziell aus Mitteln des Allgemeinen Umweltfonds gefördert.
Flächenverbrauch nach wie vor zu hoch
Innenminister Dr. Günter Beckstein betonte bei der Ausstellungseröffnung die Notwendigkeit zur Innenentwicklung. Unter dem Schlagwort "Leben findet innen statt" setzt er sich seit Jahren für die Stärkung der Stadtkerne ein.
In seiner Festrede ging der BN-Vorsitzende Prof. Dr. Hubert Weiger auf den nach wie vor zu hohen Flächenverbrauch in Bayern ein. Einerseits seien alle Bürgerinnen und Bürger gefordert, Landschaft zu erhalten. Ihre Wünsche nach billigen Bauplätzen schafften erst die Nachfrage nach neuen Baugebieten. Andererseits ließ er aber auch die Politik und die Staatsregierung nicht aus der Verantwortung: "Es sind schließlich Gesetze und Steuern, die den Rahmen für Bauen in der Peripherie setzen. Wir begrüßen, dass die Bundesregierung die Eigenheimzulage - zuletzt eine reine Zersiedelungssubvention - gestrichen hat und stattdessen den Gebäudebestand durch enorme Zuschüsse für Sanierung und Wärmedämmung fördert. Die bayerische Staatsregierung muss nun aber auch bei der Aufsicht über Flächennutzungs- und Bebauungspläne nachlegen, damit der Bürgermeisterwettbewerb um Neubürger aufhört." (hl)
Downloads
Die Infotafeln der Ausstellung (PDF 6,3 MB)
Verleih der Ausstellung: Infos und Modalitäten (PDF, 166 KB)
Rückfragen
Tom Konopka
Bund Naturschutz in Bayern e.V.
Tel. 09 11 – 8 18 78 14
tom.konopka(at)bund-naturschutz.de