Enoch zu Guttenberg: Musikalische Karriere
Guttenbergs Laufbahn als Dirigent ist genauso ungewöhnlich wie seine politische Arbeit. Als 21-jähriger Musikstudent übernahm er 1967 den Laienchor der Liedertafel aus dem Örtchen Neubeuern. Nach und nach formte er ihn zu einem Spitzenensemble und gab weltweit umjubelte Konzerte.
Von Kritikern anfangs als „adeliger Dilettant“ und Autodidakt geschmäht, ließ er sich nicht davon abhalten, seinen künstlerischen Weg konsequent weiter zu gehen und wandte sich bald auch der Orchestermusik zu. Er dirigierte renommierte deutsche und internationale Symphonieorchester und war von 1993 bis 1996 Principal Guest Conductor beim Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig.
1997 gründete er das Orchester der KlangVerwaltung, mit dem er jüngst die 4. Symphonie von Anton Bruckner einspielte. Die CD wurde 2008 mit dem Musikpreis Echo Klassik ausgezeichnet. Sein eigenwilliger Stil verbindet Elemente der historischen Aufführungspraxis mit einem sehr subjektiven, emotionalen Ausdruckswillen. Seit 1999 leitet Guttenberg die Internationalen Herrenchiemsee-Festspiele auf der Herreninsel im oberbayerischen Chiemsee.