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Rettet die Donau

Der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner und der BN-Vorsitzende Hubert Weiger vor dem zugefrorenen RMD-Kanal, der sich im Winter regelmäßig eher als "Eiskanal" statt als Schiffskanal entpuppt (Bild aus dem Jahr 2009).


Vereist: RMD-Kanal ist wahrer Schifffahrtsengpass

Der Rhein-Main-Donau-Kanal war im Gegensatz zur frei fließenden Donau auch diesen Winter wieder zeitweilig vereist. Wegen der Staustufen des Kanals fließt das Wasser langsamer und friert schneller zu. Damit und mit zu geringen Brückenhöhen behindert der Kanal die Schifffahrt.

Wieder einmal wurde mit der eisbedingten Einstellung der Schifffahrt am Rhein-Main-Donau-Kanal widerlegt, dass die frei fließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen den  „Engpass“ für die Schifffahrt auf dem deutschen Rhein-Main-Donau-System darstellt. Ab Ende Januar war der Kanal gesperrt, während die Schifffahrt auf der Strecke zwischen Straubing und Vilshofen völlig unbehindert blieb. 

„Durch eine frei fließende Donau wird die Schifffahrt auch in strengen Wintern viel weniger beeinträchtigt, als dies nach einem Ausbau mit Staustufen der Fall wäre“, betonte Hubert Weiger, der Landesvorsitzende des Bund Naturschutz. „Und die Behauptung der Kanallobby, dass der niederbayerische Donauabschnitt die wesentliche Schwachstelle für den Schiffsverkehr wäre, entpuppt sich angesichts der aktuellen Sperrung des RMD-Kanals einmal mehr als Märchen“, so Weiger weiter. 

Auch in den letzten Jahren wurde der Schiffverkehr auf der 171 km langen Wasserstraße durch Frost immer wieder für Wochen behindert und damit auch die Donau als Schifffahrtsstraße weitgehend stillgelegt. So war zuletzt zum Jahresbeginn 2006 und 2009 der RMD-Kanal wegen Vereisung insgesamt für jeweils etwa einen Monat komplett gesperrt. „Dagegen musste in den letzten Jahrzehnten die Schifffahrt auf der frei fließenden Donau an keinem einzigen Tag wegen Niedrigwasser eingestellt werden. Auch angesichts dieser Fakten lehnen wir die Kanalisierung der Donau zwischen Straubing und Vilshofen nach wie vor ab“, so der Deggendorfer BN-Kreisvorsitzende Georg Kestel. Die Donau ist in dem von einem möglichen Ausbau betroffenen Abschnitt in vielen Bereichen  als Naturschutzgebiet und im kompletten Verlauf als europäisches Natura 2000–Schutzgebiet ausgewiesen. Ein Staustufenausbau würde diesen  „Bayerischen Amazonas“, mit seiner herausragenden Bedeutung für die Biodiversitätsstrategie der Staatsregierung, irreparabel zerstören. 

„Wir erwarten „mehr Hirn statt mehr Beton“ bei den Planungen zukünftiger und nachhaltiger Transportwege. Die Investitionen müssen in die Entwicklung intelligenter Logistiksysteme und in die ökologische Verbesserung der Fluss- und Aue-Ökosysteme fließen“, so der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner. 

Für den Schiffsverkehr der Zukunft, den Containertransport, stellen nicht temporäre Niedrigwasserstände an der Donau, sondern die Vereisungen des RMD-Kanals sowie die niedrigen Brücken die wahren und wirklich gravierenden logistischen Engpässe dar. Denn trotz Niedrigwasser bleibt die frei fließende Donau durch mögliche Leichterungen, d.h. die Verringerung der Lademengen oder die Umladung auf hinzu gekoppelte Schubleichter, selbst in Trockenzeiten weiterhin befahrbar. 

Mehr Info
Brennpunkt Donau


Für Rückfragen
Kurt Schmid
Regionalreferent für Niederbayern
Bund Naturschutz in Bayern e.V.
Tel. 089 / 54 82 98 88
kurt.schmid(at)bund-naturschutz.de

 

 

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