MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Nein zum Schrottreaktor – stoppt Mochovce!

Im Juli soll im slowakischen Mochovce ein Atomkraftwerk in Betrieb gehen, das auf völlig veralteter Technik aus den 1970er Jahren basiert und bei dessen Bau es zahlreiche Pannen gab. Bei einem schweren Atomunfall wäre auch Bayern betroffen. Unterschreiben Sie jetzt unseren Appell für einen Stopp des Schrottreaktors!

Noch kann das AKW verhindert werden. Die österreichische Regierung fordert bereits von der slowakischen Atomaufsicht, die Genehmigung der Inbetriebnahme des Reaktors zu verweigern. Dieser Forderung muss sich jetzt auch die deutsche Bundesregierung anschließen. Machen Sie mit und unterschreiben Sie unseren Aufruf an Umweltministerin Svenja Schulze!


Helfen Sie mit, 30.000 Unterschriften zu erreichen!

 

Aktuell 27.463 Unterschriften

 
*Pflichtfelder

Ihr Appell an Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Die Inbetriebnahme des Atomreaktors Mochovce 3 in der Slowakei würde die atomare Bedrohung in Mitteleuropa vergrößern. Experten äußern massive Sicherheitsbedenken und selbst der weltweite Betreiberverband für Atomanlagen WANO stellt in einem internen Papier schwerwiegende Probleme am Bau fest. Deshalb fordere ich, dass der Reaktor Mochovce 3 nicht in Betrieb gehen darf. Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass die slowakische Regierung dieses Risiko-AKW stoppt!


Whistleblower belegen, dass die Sicherheitshülle beschädigt ist! Unsere österreichische Partnerorganisation GLOBAL 2000 berichtet.

Darum fordern wir das Aus für das AKW Mochovce

Der Ausbau des AKW Mochovce vergrößert das atomare Risiko für ganz Mitteleuropa, auch für Deutschland.

  • Die vorgesehenen Reaktorkonzepte stammen aus den 70er-Jahren und sind völlig veraltet.
  • Ein Volldruck-Containment, das bei einem Unfall radioaktive Stoffe zurückhalten kann, fehlt.
  • Die Anlage ist unzureichend gegen Flugzeugabstürze und Erdbeben gesichert.
  • Eine Lösung für die Lagerung des anfallenden Atommülls gibt es, wie weltweit, auch in der Slowakei nicht.
  • Die Öffentlichkeitsbeteiligung beim Verfahren zur Inbetriebnahme von Mochovce 3 und 4 war eine Farce, da die relevanten Informationen in den benötigten Dokumenten für eine objektive Bewertung großteils geschwärzt wurden.
  • Wassertests ergaben 2017 eine 13-fache Grenzwertüberschreitung von radioaktivem Wasserstoff im Fluss nahe des AKWs, verursacht durch die beiden alten Reaktoren 1 und 2.
  • Ein geleakter WANO Bericht und Personen, die am Bau beteiligt waren, haben schwere Mängel auf der Baustelle bestätigt.

Technik der 1970er Jahre

Das AKW am Standort Mochovce in der Slowakei liegt knapp 400 Kilometer von Bayern entfernt. Der Bau von vier Blöcken sowjetischen Typs WWER 440-213 wurde 1978 in der damals kommunistischen Tschechoslowakei beschlossen und begann 1985. Die ersten beiden Blöcke gingen 1998 und 2000 ans Netz. Die Blöcke 3 und 4 wurden jedoch aus wirtschaftlichen Gründen zunächst nicht fertiggestellt, seit 1993 blieben sie als Bauruine stehen. Im Zuge der Übernahme des slowakischen Energiekonzerns Slovenské Elektrárne durch den italienischen Konzern ENEL wurde 2008 der Weiterbau beschlossen. 

Die grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung hierzu war zutiefst intransparent und verstößt damit gegen internationales Recht. Die österreichische Umweltorganisation GLOBAL 2000 hat deswegen Klage eingereicht, das Verfahren läuft.

Gefährlich auch für Bayern

In Europa gingen zuletzt die AKW Temelin (2002) und Chernavoda (2007) ans Netz. Mochovce wäre die erste AKW-Inbetriebnahme in Europa nach der Atomkatastrophe in Fukushima in 2011. Dabei ist der technische Zustand des völlig veralteten Reaktors aus Sowjetzeiten eine einzige Farce. Die heute übliche Sicherheits-Auslegung zum Beispiel gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeugs kann so niemals erreicht werden.

Personen, die am Bau beteiligt waren, die Vereinigung der Betreiber von Nuklearanlagen (WANO) und selbst die slowakische Aufsichtsbehörde bestätigen die bautechnischen Mängel und Risiken.  Trotz der Warnung von Umweltorganisationen, enormer Verzögerungen und Kostenexplosionen in Milliardenhöhe geht das Projekt nun in die heiße Phase, denn Mitte des Jahres soll der Reaktorblock 3 in Betrieb gehen. Bereits im Juni dieses Jahres will Slovenské Elektrárne erstmals Brennelemente in den dritten Reaktor am Standort Mochovce laden.

Sollte am AKW Mochovce ein schwerer Unfall passieren, wären insbesondere benachbarte Regionen stark betroffen. Deswegen arbeiten wir eng mit der österreichischen Umweltorganisation Global 2000 zusammen.

Inbetriebnahme in letzter Sekunde verhindern

Die Inbetriebnahme dieses besonders problematischen Reaktors kann noch verhindert werden. In der Gruppe der Europäischen Atomaufsichten (ENSREG) muss sich die slowakische Atomaufsicht der internationalen Debatte stellen. Jetzt ist höchste Zeit, diese Debatte in Deutschland zu starten, denn die ENSREG tagt zum nächsten Mal Anfang Juni, einen Monat vor der geplanten Inbetriebnahme. 

Das Bundesumweltministerium als oberste deutsche Atomaufsicht hat ein starkes Gewicht. Wenn sie die gravierenden Bedenken vieler Ingenieure und technischer Experten gegen die Inbetriebnahme des Reaktors zur Sprache bringt, müssen die slowakische Regierung und die slowakische Atomaufsicht reagieren und dem Betreiber die Inbetriebnahme untersagen.

Innerhalb Deutschlands ist Bayern das Bundesland, dass der Slowakei geographisch am nächsten liegt und zudem von der Tschernobyl-Katastrophe am stärksten betroffen ist. Die bayerische Staatsregierung trägt damit eine besondere Verantwortung. Die gemeinsam beim Umweltinstitut und beim BUND Naturschutz in Bayern gesammelten Unterschriften sollen deshalb noch Ende Mai sowohl an die Bundesregierung, als auch an die bayerische Staatsregierung übergeben werden.

Gemeinsam können wir die Bundesregierung dazu bringen, sich gegen Mochovce 3 auszusprechen und damit die Inbetriebnahme verhindern!



Eine gemeinsame Aktion mit dem Umweltinstitut München.