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Glyphosat: Gefahr für Gesundheit und Natur

Glyphosat kommt sowohl in der Landwirtschaft als auch in frei verkäuflichen Spritzmitteln für den Garten zum EInsatz. Dabei ist Glyphosat nichts anderes als ein Gift, das erhebliche Risiken für Natur und menschliche Gesundheit birgt. Und es wurde bereits in Bier, Weißwein und menschlichem Urin nachgewiesen.

So werden zum Beispiel von Glyphosat  - bekannt als wichtiger Inhaltsstoff im Pestizid „Roundup“ - folgende Risiken beschrieben: Neben der starken Beeinträchtigung der natürlichen Artenvielfalt ist es möglich, dass Glyphosat das Erbgut verändert, menschliche und tierische Zellen schädigt, das Hormonsystem beeinträchtigt, bestimmte Krebsarten begünstigt oder auch die Embryonalentwicklung stört. Alles gewichtige Gründe, dieses Mittel aus dem freien Verkauf zu verbannen, doch sind  allein in Deutschland 75 glyphosathaltige Mittel zugelassen und werden fleißig eingesetzt: Über 500 Tonnen Pestizide im Jahr werden deutschlandweit von Privatpersonen versprüht – ein immenser Schaden für die Natur!

Welchen Schaden Glyphosat anrichtet, ist auch vielen Politikern bekannt: Die EU-Kommission hat über die Glyphosat-Wiederzulassung bisher nicht abstimmen lassen, weil sich bei einer Probeabstimmung keine Mehrheit für weitere 15 Jahre Roundup und Co. fand. Ein großer Erfolg des breiten Widerstandes der Zivilgesellschaft gegen das Gift! Die uns zugespielte Entscheidungsvorlage der EU hat jedoch erhebliche Mängel:

  • Sie lässt die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bescheinigte potenzielle Krebsgefahr für den Menschen unter den Tisch fallen.
  • Sie räumt ein, dass die vermutete hormonelle Wirkung auf den menschlichen Organismus noch nicht abschließend bewertet ist und hier bis nach (!) der Wiederzulassung noch Informationen nachgeliefert werden müssen.
  • Sie zieht keine Konsequenzen aus den massiven Umweltgefahren für unsere Natur.

Glyphosat ist das weltweit meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel und in Europa das am weitesten verbreitete Pflanzengift. Es wird in Deutschland auf 40 Prozent der Ackerflächen eingesetzt, zudem in Parkanlagen, auf Bahngleisen und in Gärten. Glyphosat tötet alle Pflanzen ab, die mit ihm in Kontakt kommen, es sei denn, die Pflanze ist entsprechend gentechnisch verändert. 

Glyphosat in Urin und Semmeln

Die Auswirkungen Ackerflora und -fauna sind groß: Weniger Wildpflanzen auf und neben den Ackerflächen bieten weniger Lebensraum für weniger Insekten. Diese wiederum sind die Hauptnahrung für andere Tiere wie Vögel. Die biologische Vielfalt nimmt mit dem vermehrten Einsatz von Glyphosat ab. Dabei stehen ohnehin schon 30 Prozent aller Vögel der Agrarlandschaft auf der Roten Liste der bestandsbedrohten Tierarten.

Glyphosat ist für einen nachhaltigen, ordnungsgemäßen Ackerbau nicht notwendig, sondern lediglich ein Mittel zur weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft. Landwirte haben Alternativen zum Glyphosat-Einsatz, wie eine Studie des dem Landwirtschaftsministerium unterstellten Julius-Kühn-Instituts belegt. Ackerbau mit dem Pflug oder "Grubber" bekämpft wirkungsvoll unerwünschte Pflanzen auf dem Acker.

Glyphosat kann bei Menschen im Urin nachgewiesen werden – sowohl bei Menschen, die beruflich mit dem Stoff zu tun haben, als auch bei Menschen, die nicht bewusst mit Glyphosat in Kontakt kommen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seine Partnerorganisationen von Friends of the Earth Europe haben in einer Studie an 182 Stadtbewohnern aus 18 europäischen Ländern bei 45 Prozent der Personen Glyphosat im Urin nachgewiesen. Eine industriefinanzierte Studie aus dem Jahr 2004 zeigt ebenfalls, dass amerikanische Landwirte, die Glyphosat einsetzen, diesen Stoff aufnehmen. Auch hier wurde Glyphosat im Urin der Landwirte und ihrer Familien nachgewiesen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellte zudem 2011 fest, dass Rückstände von Glyphosat wie von anderen Pestiziden im Blut der Bevölkerung zu erwarten sind. Dass Lebensmittel wie Mehl oder Brötchen tatsächlich mit Glyphosat belastet sind, bestätigt eine Untersuchung von Ökotest.