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Chronologie: der Ankauf des ersten BN-Schutzgrundstücks

Im Jahr 1926 kauft der BUND Naturschutz sein erstes Schutzgrundstück an. Auf der Kiliansleite bei Bad Windsheim wächst die seltene Wilde Tulpe. Die Fläche trägt die Flurstücknummer 3040, (in alten Karten aus der Zeit vor der Flurbereinigung die Nummer 3040/1.

April 1926

Antrag der BN-Bezirksgruppe Uffenheim an die „Bundesleitung“ auf Übernahme von einem Drittel der Kosten. Mit einem Schreiben teilte der damalige BN-Vorsitzende Staatsrat Eduard von Reuter am 19. Mai 1926 mit, dass der Bund Naturschutz „50 Mark andurch genehmige“. Bereits zuvor hatte das Bezirksamt Uffenheim einen Zuschuss von 50 Mark zugesagt, sofern die beiden anderen Instanzen - Bund Naturschutz und Stadt - ihre Hilfe nicht versagten.

Robert Weinmann, Vorsitzender der BN-Bezirksgruppe Uffenheim-Windsheim in den 1920-er Jahren.
Robert Weinmann, Vorsitzender der BN-Bezirksgruppe Uffenheim-Windsheim, erwarb 1926 das Grundstück, um ihn als Standort der Weinbergtulpe zu sichern.

8. Juni 1926

Studienprofessor Dr. Robert Weinmann, Vorsitzender der BN-Bezirksgruppe Uffenheim, schreibt an den Stadtrat von Windsheim mit der Bitte um einen Zuschuss von 50 Mark (ein Drittel des Kaufpreises) für den Kauf eines Grundstücks in der Gemarkung Windsheim für 150 Mark (Quelle: Stadtarchiv Bad Windsheim). Grund des Kaufs: Die dort noch wachsende und seltene Wilden Tulpe dauerhaft schützen, auch um dort mit den Schülern der Mittelschule botanische Versuche durchführen zu können.

28. Juni 1926

Der Kaufvertrag wird geschlossen: Landwirt Johann Wilhelm Dasch aus Mailheim verkauft das Grundstück Pl. Nr. 3857 ½ im Lochbrunnen, eine Weinbergsfläche mit 0,160 Hektar, zum Kaufpreis von 120 Reichsmark an Dr. Robert Weinmann als Treuhänder für den Bund Naturschutz. Auf der Fläche wurde zu diesem Zeitpunkt kein Wein mehr angebaut.

7. Juli 1926

Dr. Weinmann teilt dem Stadtrat mit, dass der Bund Naturschutz das Grundstück am 28. Juni 1926 für 120 Reichsmark gekauft hat und bittet „zu der Kaufsumme nachträglich 30 Mark als Beisteuer zu bewilligen“. Der Kauf konnte nicht aufgeschoben werden, da der Besitzer an dem Grundstück Veränderungen vornehmen wollte.

Der Stadtrat von Windsheim bewilligt einen Zuschuss von 25 Mark, „wenn der Naturschutzbund als Eigentümer in das Grundbuch eingetragen wird“. Die Zahlungsanweisung erging am 8. Juli an die Stadtkasse. Ob tatsächlich eine Zuschusszahlung erfolgt ist, ist unklar: Im Kassenbuch der Stadt Windsheim von 1926 ist kein Vermerk enthalten. (Quelle: Stadtarchiv Bad Windsheim)

Otto Hossëus
Den Antrag auf Kauf des Grundstücks hatte Studienrat Otto Hossëus gestellt.

14. Oktober 1926

Eintragung ins Grundbuch. Weshalb der Kauf nicht offiziell vom Bund Naturschutz, sondern von dessen Bezirksvorsitzenden als Privatperson getätigt wurde, ist nicht dokumentiert – vermutlich aber wegen der drohenden Veränderungen an dem Grundstück. Möglicherweise hat der Verkäufer die geplante Veränderung aber auch nur behauptet, um den Verkauf zu beschleunigen.

6. März 1933

Dr. Weinmann lässt das Grundstück am 6. März 1933 unentgeltlich auf den Bund Naturschutz in Bayern e.V. übertragen. Für den Bund Naturschutz handelt Studienrat Otto Hosseus, der inzwischen die Nachfolge von Dr. Weinmann als Bezirksgruppenvorsitzender übernommen hatte. Eine beglaubigte Vollmacht des BN-Vorsitzenden Staatsrat Eduard von Reuter lag vor.

11. April 1933

Der „Bund Naturschutz in Bayern, eingetragener Verein, Sitz München“ wird in das Grundbuch eingetragen. Auf den Seiten 3 und 4 des Grundstückübertragungsvertrages vom 6. März 1933 ist jedoch vermerkt, dass das Grundstück Pl. Nr. 3857½ bereits im Jahr 1926 vom „Bund Naturschutz in Bayern e.V.“, Bezirksgruppe Uffenheim, käuflich erworben worden ist. Herrn Dr. Robert Weinmann wurde das Grundstück danach als Treuhänder des genannten Vereins zugeschrieben.

Recherchiert hat die Chronologie Bruno Täufer, der Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Bad Windsheim.