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Nationalpark Bayerischer Wald: Wo Natur Natur sein darf

Es war ein großer Erfolg, gerade auch für den BUND Naturschutz: Am 17. Oktober 1970 wurde im Bayerischen Wald auf 13.500 Hektar der erste Nationalpark Deutschlands eröffnet. Und 1997 folgte der zweite große Erfolg: Der Nationalpark wurde auf 24.300 Hektar erweitert.

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist der älteste Nationalpark Deutschlands. Seine Geschichte ist auch eine Erfolgsgeschichte des BUND Naturschutz. Denn den Anstoß zur Gründung des Parks gaben in den sechziger Jahren der berühmte Naturfilmer Bernhard Grzimek und der langjährige BN-Vorsitzende Hubert Weinzierl. Sie überzeugten die Staatsregierung und 1970 wurde der Traum eines Nationalparks in Deutschland Wirklichkeit. 

Die Nationalparkgeschichte ist auch eine Geschichte der Philosophie des Naturschutzes und des Umgangs des Menschen mit der Natur insgesamt. Als er eingeweiht wurde, war hierzulande niemandem so richtig klar, was ein Nationalpark eigentlich ist. Bis die Formel stand, die Hans Bibelriether, von Beginn an bis 1998 Leiter der Nationalparkverwaltung, ausgegeben hatte: Natur Natur sein lassen. Der Mensch soll nicht mehr eingreifen.

Was das konkret bedeutete, sorgte und sorgt teilweise noch heute bei manchen Menschen für Missstimmung: Wind- und Schneebrüche werden nicht mehr ausgeräumt, der Borkenkäfer in der Naturzone nicht bekämpft. Im Jahr 2027 sollen 75 Prozent der Nationalparkfläche als Naturzone ausgewiesen sein, in der Natur Natur sein darf. 

Längst zeigt sich, dass der Wald den Menschen tatsächlich auch nicht braucht. Wo er darf, regeneriert er sich von ganz allein. Die kommenden Generationen werden einen ganz anderen, deutlich naturnäheren Wald erleben dürfen als den Kulturwald, wie wir ihn heute kennen. Diese Entwicklung ist das Ergebnis engagierten Naturschutzes.

Bis heute setzt sich der BUND Naturschutz immer wieder für die entstehende Waldwildnis im Nationalpark ein. Längst ist der Nationalpark auch ein Touristen-Magnet geworden und zusammen mit dem Nationalpark Šumava auf tschechischer Seite bildet er das größte geschlossene Waldgebiet Mitteleuropas. Luchs und Auerhuhn, Fischotter und Habichtskauz, ja sogar vereinzelte Elche und Wölfe finden hier eines ihrer letzten Refugien in Mitteleuropa.