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Chronologie des RMD-Kanals

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Karl der Große unternimmt einen ersten Kanalisierungsversuch, der als Fossa Carolina in die Geschichtsbücher einging.

1836-46

Errichtung des Ludwig-Donau-Main-Kanals, der wegen der zu starken Konkurrenz durch die Eisenbahn nicht lange betrieben wurde. Im Gegensatz zum Rhein-Main-Donau-Kanal passt sich der Ludwigskanal in die Landschaft ein. Viele seiner Überreste wurden allerdings beim Bau des RMD zerstört und beseitigt.

1921

Gründung der Rhein-Main-Donau AG

1966

Duisburger Verträge: Regelung von Finanzierung, Ausführung und Weiterbau der Grossschifffahrtsstraße. Beteiligung: zwei Drittel Bund, ein Drittel Freistaat. Heute ist das Energieunternehmen E.ON Mehrheitsgesellschafter.

1972

Bau der Kelheimer Schleuse

1974

Präsentation des Grebe-Plans

1976

Bau der Riedenburger Schleuse

19. und 20. Mai 1979

"Totentanz im Altmühltal"

14. Januar 1982

Die Satire-Sendung "Scheibenwischer" ironisiert den Kanalbau und schwärmt von "neuem Lebensraum für Kanalratten". Großer Ärger aus Seiten der Bayerischen Staatsregierung.

27. Januar 1982

Infolge eines Kabinettsbeschlusses vom 27. Januar 1982 verhandelte Bundesminister Volker Hauff mit der Bayerischen Landesregierung über eine „qualifizierte Beendigung“ des Projekts. Es geht um 70 noch nicht ausgebaute Kilometer. Hauff spricht vom "dümmsten Bauprojekt seit dem Turmbau zu Babel". Die Bayerische Staatsregierung besteht allerdings auf den Weiterbau. Zugrunde liegen der Auseinandersetzung zwei widersprüchliche Gutachten über das zu erwartende Verkehrsaufkommen auf dem Kanal. Das eine spricht von für den Bau zu wenigen 2,7 Millionen Verkehrsaufkommen jährlich, das andere von genügenden 5,5 Millionen. Im Jahr 2010 lag der Güterumschlag der Binnenschifffahrt im Donaugebiet bei 3,7 Millionen Tonnen. Mit dem Beginn der Regierung Kohl im Oktober 1982 ist die Hoffnung auf einen Baustopp zu Ende.

22. September 1992

Letzte BN-Pressefahrt zum Kanal

25. September 1992

Eröffnung des letzten Teilstücks Riedenburg-Kelheim des Rhein-Main-Donaukanals in Berching. Der Bayerische Ministerpräsidenten  Max Streibl spricht von einer "lebens- und liebenswerten Heimat". Der Kanal hat eine Länge von 171 Kilometern und 16 Schleusen. Er ist 55 Meter breit und hat einen Tiefgang von vier Metern.

Heute

Der Kampf um die letzten frei fließenden Flüsse geht weiter. Das gilt vor allem für den Schutz der Donau zwischen Straubing und Vilshofen. Und auch im Altmühltal selbst gehen die Bedrohungen weiter: Jetzt fordern Gemeinden, den Radweg an der Altmühl zu aspaltieren.