MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Bayerischer Naturschutzpreis für Edmund Lengfelder

Der Bund Naturschutz hat am 25. September den Strahlenbiologen Prof. Dr. Edmund Lengfelder mit dem Bayerischen Naturschutzpreis geehrt. Lengfelder erhielt die Auszeichnung für sein jahrzehntelanges Engagement für eine Welt ohne Atomkraft und seinen Einsatz für die Opfer von Tschernobyl.

Im Bild: BN-Vorsitzender Hubert Weiger, stellvertretende BN-Vorsitzende Doris Tropper, Edmund Lengfelder, BN-Landesbeauftragter Richard Mergner, stellvertretender BN-Vorsitzender Sebastian Schönauer

Der BN-Vorsitzende Prof. Dr. Hubert Weiger verlieh Lengfelder den Bayerischen Naturschutzpreises am 25. September im Senatssaal des Bayerischen Landtags. Weiger betonte: „Im Juli 2011 feierte die bundesdeutsche Anti-AKW-Bewegung einen großen Erfolg: Der Bundestag beschloss den unwiderruflichen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2022. Diesen Erfolg der Zivilgesellschaft verdanken wir auch dem unermüdlichen Einsatz von Prof. Dr. Edmund Lengfelder.“

Hilfe für die Opfer von Tschernobyl

Nach der Katastrophe von Tschernobyl hatte Lengfelder mit der Hilfeleistung in den betroffenen Regionen im Weißrussland und der Ukraine begonnen. Dafür gründete er das Otto-Hug-Strahleninstitut, die Gesellschaft für Strahlenschutz und den Deutschen Verband für Tschernobyl-Hilfe. Um die verunsicherte Bevölkerung über die Folgen der Radioaktivität aufzuklären, publizierte er die Berichte des Otto-Hug-Strahleninstituts.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion fuhr er 1991 nach Weißrussland in eine der am stärksten kontaminierten Gegenden um die Stadt Gomel, wo er mit Mitarbeitern seines Instituts und Ärzten vor Ort ein Schilddrüsenzentrum errichtete, in dem bisher über 100.000 an der Schilddrüse erkrankte Menschen entsprechend westlichen Maßstäben behandelt wurden.

Fukushima: Warnung vor Verharmlosung

Seit 1991 arbeitet Edmund Lengfelder zudem an der internationalen Sacharow-Umwelt-Universität in Minsk im internationalen wissenschaftlichen Beirat. 2006 initiiere er den internationalen Kongress „20 Jahre Leben mit Tschernobyl – Erfahrungen und Lehren für die Zukunft“ der gesundheitliche und andere Folgen der Katastrophe auswertete.

Mit diesem Erfahrungshintergrund engagiert sich Prof. Edmund Lengfelder für eine Welt ohne Atomwaffen und für den Ausstieg aus der lebensbedrohlichen Atomkraftnutzung. In der öffentlichen Diskussion zur atomaren Katastrophe in Fukushima hat er frühzeitig vor der Verharmlosung der Strahlengefahr durch die japanische Regierung gewarnt.

Dank seines Wissens und seines Überblicks wurde Edmund Lengfelder nach dem Unfall in Fukushima zu einem der meistgehörten Experten in der Öffentlichkeit.

Bayerischer Naturschutzpreis

Der Bayerische Naturschutzpreis ist die höchste Auszeichnung des Bundes Naturschutz, des ältesten und größten Natur- und Umweltschutzverbandes in Bayern. Damit ist der Preis die bedeutendste Naturschutzauszeichnung Bayerns. Der Bund Naturschutz verleiht den Preis seit über 30 Jahren an hoch verdiente Persönlichkeiten für ihr herausragendes Wirken im Natur- und Umweltschutz.

Mehr Info