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Staustufen für die Bauwirtschaft?

Die Bauwirtschaft favorisiert einen Ausbau mit Staustufen, wasserundurchlässigen Kanalwänden und einem Durchstich der Mühlhamer Donau-Schleife. Aus dem Fließgewässer würde ein Stausee, aus dem Fluss eine betonierte Wasserrinne, die Auwälder würden vollständig zerstört.

Tausende stark bedrohte Tiere und Pflanzen verlören ihren Lebensraum und müssten sterben . Für die weltweit nur hier lebenden Arten wäre es das endgültige Aus. An Naherholung und Tourismus wäre nicht mehr zu denken: Auen und Kiesufer verschwänden, das stehende Wasser würde zur Brutstätte von Myriaden Stechmücken.

Die Wasserqualität würde deutlich absinken, die Hochwassergefahr gerade für das flussabwärts gelegene Passau drastisch ansteigen. Auf die Bewohner der Region kämen Hunderte Millionen Euro an Folgekosten für den notwendigen Bau neuer Kläranlagen zu. Die Kanalisierung kostet den Steuerzahler viermal so viel wie der sanfte Ausbau: über 500 Millionen Euro.

Keine Vorteile für die Schifffahrt

Bei allen Nachteilen für Natur und Mensch bringt der Staustufen-Ausbau keine Vorteile für die Schifffahrt: Staustufen bremsen Schiffe: Von der Nordsee zum Schwarzen Meer fahren sie deshalb schneller und günstiger über das Mittelmeer als durch die kanalisierten Abschnitte von Rhein, Main und Donau. Durch den Verlust des Fließcharakters vereisen die gestauten Flussabschnitte im Winter; Schifffahrt ist dann unmöglich.

Die Staustufen bringen unsinnige Fahrrinnentiefen von 2,80 Metern. Die meisten Schiffe tauchen jedoch nur zwei Meter ein – auch zu Zeiten und auf Fluss-Strecken, wo wesentlich größere Tiefen möglich wären. Zudem bieten sowohl der Rhein als auch die Donau flussabwärts den Schiffen oft viel geringere Fahrrinnentiefen.

Wozu dann ein Staustufen-Ausbau in Niederbayern?

Die Schifffahrt braucht ihn nicht. Der wahre Interessent an einem Staustufen-Ausbau ist die internationale Großbauindustrie und Energiewirtschaft. Politiker stellen sich in skandalöser Weise in den Dienst der Bau-Lobbyisten – ohne Rücksicht auf Landschaft, Tiere und Pflanzen, Bürger und Kosten. Wer wirklich der Schifffahrt helfen und nicht nur Großkonzernen öffentliche Gelder für teure Bau-Aufträge verschaffen will, der setzt auf den sanften Donau-Ausbau.