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AKW Gundremmingen

Kühltürme des Kernkraftwerkes Gundremmingen (Bild: Alois Wüst)

Hier Aktuelle Petition zum Download: AKW Gundremmingen in 2017 abschalten!

Abgabeschluss: 08. Oktober 2017

AKW sofort abschalten - Zwischenlager sicherer machen

Das größte Atomkraftwerk Deutschlands direkt vor unserer Haustüre – zwischen  Augsburg und Ulm ist besonders gefährlich:

  • In Gundremmingen stehen die letzten zwei deutschen Siedewasserreaktoren (gleicher Reaktor-Typ wie in Fukushima).
  • Von den 784 Brennelementen pro Reaktor sind nach Erlaubnis der Bayerischen Staatsregierung 300 vom Typ MOX, welche besonders viel des gefährlichen Elementes Plutonium enthalten.
  • Die Siedewasserreaktoren in Gundremmingen haben im Unterschied zu Druckwasserreaktoren nur einen Hauptkreislauf, so dass radioaktiv kontaminierter Dampf ins Maschinenhaus und an die Turbinen außerhalb des Reaktorgebäudes kommen kann. Die Freisetzungsgefahr von Radioaktivität ist damit besonders erhöht.
  • Die gefährlichen Abklingbecken für Brennelemente sind wie in Fukushima außerhalb des Sicherheitsbehälters angeordnet. Dort lagern über 4000 hochgefährliche Brennelemente und damit mehr als doppelt so viele wie in Fukushima. Ein Problem mit der Kühlung könnte katastrophale Folgen für Süddeutschland haben.
  • Die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren nimmt mit der Nähe zum Reaktorstandort nach einer Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz deutlich zu. Aus Siedewasserreaktoren entweicht im Durchschnitt mehr Radioaktivität über den Kamin und das Abwasserrohr an die Umwelt als aus Druckwasserreaktoren.
  • Nur in Gundremmingen laufen noch zwei Reaktoren an einem Standort, was – wie wir in Fukushima gesehen haben – bei einem Unfall in einem Reaktor auch zur Unbetretbarkeit des anderen Reaktors führen kann.
  • Mit einer Nettoleistung von 1284 (Block B) und 1288 (Block C) Megawatt elektrisch ist Gundremmingen das größte AKW Deutschlands.
  • Die Betreiber - RWE und E.ON - wollten die Leistung der beiden Blöcke noch mal erhöhen, um mehr Geld zu verdienen. Ein höheres Risiko für die Bevölkerung wäre die Folge gewesen. Der BUND Naturschutz und die im Schwabenenergierat zuammengeschlossenen Verbände haben daraufhin eine Petition gegen diese Leistungsausweitung gestartet. Ca. 32.000 Bürger unterzeichneten die Petition, die am 10.12.2014 an Landtagspräsidentin Barbara Stamm übergeben wurden. Als Reaktion auf die Massenpetition änderte die bayerische Staatsregierung ihre zunächst zustimmende Haltung zur Leistungsausweitung. Die AKW-Betreiber zogen Ihren Antrag zurück. Ein Erfolg für die bayerischen Bürger und den Umweltschutz.

Der BUND Naturschutz fordert die sofortige Abschaltung des Risikoreaktors Gundremmingen und fordert das Zwischenlager umgehend sicherer zu machen.

Weitere Informationen zum AKW und Zwischenlager Gundremmingen erhalten sie in unserem Infoflyer.

Machen Sie mit bei unserer Onlineaktion: www.abschalten-vor-dem-gau.de

Informationen zu den besonderen Gefahren des AKW Gundremmingen finden sie in den Pressemitteilungen vom März 2013 und Juni 2011.

Rückbau Block B:

Die Betreiber des AKW Gundremmingen haben den Antrag auf Rückbau von Block B nach dessen Abschaltung Ende 2017 gestellt.

Bis 23.12.2016 kann jeder Bürger zum Rückbauantrag Stellung nehmen. Die Unterlagen der Antragsteller können auf den Internetseiten des bayerischen Umweltministeriums abgerufen werden:

http://www.stmuv.bayern.de/themen/reaktorsicherheit/stilllegung_abbau/in_stilllegung_abbau.htm

Der BUND Naturschutz hat eine Muster-Stellungnahme zum Abbauantrag erstellt, in der die wichtigsten Kritikpunkte an der Vorgehensweise des Abbaus zusammengestellt sind.

Die Stellungnahme des BUND Naturschutz zum Rückbauantrag finden Sie hier

Hinweise und Fragen des BUND Naturschutz zu Stilllegung und Abbau des Atomkraftwerks Gundremmingen im Rahmen des Scoping-Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung am 22.10.2015

Zwischenlager Gundremmingen sicherer machen:

Der Bericht der Endlagersuchkommission im Sommer 2016 hat deutlich gemacht, dass die hochradioaktiven Abfälle noch weit über die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts vor Ort zwischengelagert werden müssen. Um die bestehenden Sicherheitslücken aufzuarbeiten und das Zwischenlager sicherer zu machen, fordert der BUND Naturschutz ein neues Genehmigungsverfahren zum Zwischenlager Gundremmingen.

Weitere Informationen

Das Zwischenlager Gundremmingen vor den Kühltürmen des AKW (Foto Kraus).