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Energiewende - warum? - das Ziel

Die "Energiewende als Gemeinschaftswerk" ist ein sehr anspruchsvolles gesellschaftliches Ziel, aber - wie alle seriösen wissenschaftlichen Studien zur Klimakrise zeigen - unverzichtbar. Der BUND setzt sich für eine künftige Energiepolitik ein, die sowohl die Anforderungen des Umwelt- und Naturschutzes erfüllt, sowie auch den Klimaschutz im notwendigen Maße berücksichtigt.

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V. fordert eine Wende mit Erneuerungen und Änderungen unseres Energiesystems als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zur Sicherung unserer Zukunft.

Foto: Toni Mader

Kernforderungen

  • Sofortiger Atomausstieg
  • Klimaschutzgesetz
  • Stufenweiser Kohle/Erdöl/Erdgas Ausstieg (Kohle-Ausstieg deutlich vor 2030)
  • Umwelt- und naturverträglicher, kostengünstiger und sozial gerechter sowie sichere Energieversorgung aus erneuerbaren Energien
  • 100 % erneuerbare Energie bis 2040
  • Verstärkung der Energieeffizienz durch Energiesparstrategien
  • Beschleunigung der Wärmewende (Gebäudesanierung)
  • Erhaltung und Ausbau der Bürgerenergie
  • Flexibilisierung des Stromsystems (Kraft-Wärme-Kopplung)
  • Schaffung eines neuen Systems des Strommarktes
  • Schaffung und Erweiterung von Pflichten und Möglichkeiten für die Energiewende im Raumordnungsrecht, Bau- und Planungsrecht zur umweltverträglichen Planung
  • Dezentralität; Transparenz
  • Abschaffung von Subventionen von Energieverschwendung, fossilen und nuklearen Energien und Abwärme sowie klimaschädlichen Begünstigungen

Kernelemente der Energiewende sind Energieeinsparung und Energieeffizienz, um den raschen und ressourcenschonenden Ausbau der Erneuerbaren Energien zu gewährleisten, konkret den Flächenverbrauch zu minimieren. Mit Energieeffizienz kann der gesamte derzeitige Energieverbrauch bestehender Anwendungen mehr als halbiert und Energieverschwendung so weit wie möglich beendet werden. Dies verbessert die Möglichkeiten zum umwelt- und naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien.


Autorin: Sibille Wehrmann

Das Konzept des BUND für eine nachhaltige Energiezukunft zielt auf eine hundertprozentige Deckung eines deutlich verminderten Energieverbrauchs durch erneuerbare Energien bis spätestens 2040 ab. Das Ziel ist es, einen gerechten Beitrag Deutschlands zu beschreiben, um die Klimaschutzziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erfüllen. Zudem beruht es auf den BUND-Zielen des Naturschutzes und der Begrenzung des Flächenverbrauchs. Energieeinsparung und Energieeffizienz nehmen deshalb neben dem schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien und dem zügigen Ausstieg aus der Energiegewinnung aus atomaren und fossilen Quellen eine Schlüsselrolle ein. Die Emissionsreduktionen Deutschlands zur Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5° C müssten insgesamt noch rascher und deutlicher sein. Windenergie soll auf durchschnittlich 2 %(regional zwischen 1 % und 3 %) der Landesfläche (Vorranggebiete) ausgebaut werden. Beim Einsatz von Biomasse werden vorrangig Rest- und Abfallstoffe genutzt. Die Photovoltaik wird vorrangig auf und an Gebäuden ausgebaut, Freiflächenanlagen sollen auch Nutzen für den Naturschutz und/oder die Landwirtschaft haben.

Mehr Informationen: Zukunftsfähige Energieversorgung

Sozialökologische Finanzreform

Ziel einer sozial-ökologische Finanzreform wie sie der BUND vorschlägt ist nicht die Erhöhung der Staatseinnahmen als solche, sondern die Förderung und Finanzierung einer nachhaltigkeitsorientierten, sozial- und umweltgerechten Politik. Statt Steuersenkungen fordert der BUND deshalb in der nächsten Legislaturperiode:

  1. ein "Zukunftsinvestitionsprogramm", das nicht nur Investitionen in eine nachhaltige Infrastruktur mit verringerten Umweltbelastungen und minimalem Ressourcenverbrauch sowie Förderprogramme für Energieeffizienz umfasst, sondern auch Investitionen in Bildung vom Kindergarten bis zur Hochschule und zur Meisterprüfung und in die sozialen Sicherungssysteme.
  2. die Einführung eines "Ökobonus" ähnlich dem Schweizer Modell, der insbesondere für untere Einkommensschichten eine spürbare Entlastung bringt und ein zusätzlicher Beitrag zur Grundsicherung ist.

Mehr Informationen: Sozialökologische Finanzreform

Atomausstieg

Atomtechnologie ist eine tödliche Technologie mit großen Gefahren für Menschen und Umwelt - das haben uns die Unfälle und Katastrophen von Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 gelehrt. Der Ausstieg aus der Atomenergie ist vor allem eine Stromwende - 22 % des Stroms und damit 4,6 % der Gesamtenergie kamen in Deutschland noch in 2010 aus Atomreaktoren.

Klimaschutz

Der Menschen-verursachte Klimawandel bedroht die Lebensgrundlagen für alle Menschen auf unserem Planeten. So wie wir heute global leben, steuert die Welt auf eine mittlere globale Erwärmung um 3 °C oder auch 4 °C zu, bis zum Ende des Jahrhunderts. Dabei gibt es regionale Unterschiede - lokal kann es sogar noch viel wärmer werden.

Was können wir machen? Was können wir in Deutschland machen? Deutschland beheimatet mit ca. 82 Millionen Menschen, das sind ca. 1 Prozent der Weltbevölkerung von 8 Milliarden. Deutschland ist eine mächtige Industrienation. Deutschland kann neue Technologie entwickeln und einsetzen und umsetzen - und als effektives Beispiel erste Schritte gehen.

Die notwendigen Ziele wurden zunächst von der EU in 2009 formuliert: Reduktion der Treibhausgas-Emission von 1990 bis 2050 um 80 - 95 %. In der Klimakonferenz Paris 2015 in der COP21 (21st conference of the parties) wurde das Ziel international und völkerrechtlich verbindlich vereinbart: Den Anstieg der mittleren globalen Temperaturen (gegen Vorindustrialisierung) begrenzen auf 2 °C, besser auf 1,5 °C. Diese Ziele könnten gewährleisten, dass der Klimawandel nicht zur Katstrophe wird. Vereinbart wurde, dass die Vertragsstaaten bis 2018 nationale Aktionspläne zur Erreichung der Ziele vorlegen.

Der BUND Naturschutz in Bayern fordert das Ziel Begrenzung auf 1,5 °C. Dies erfordert die Reduktion der Emission von Treibhausgasen um ca. 100 Prozent bis ca. 2040, spätestens 2050. Dies bedeutet den gänzlichen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl (also Diesel und Benzin) und Erdgas. Dies bedeutet in Zukunft die Nutzung ausschließlich von der Erneuerbaren Energien.

Gerechtigkeit, Dezentralität, Teilhabe und Regionalität

Dies erfordert einen gewaltigen Umbau unseres Wirtschafts- und Energiesystems. Mit neuen Anforderungen - das geht nur mit Zustimmung und Akzeptanz der Menschen. Und mit neuen Chancen für eine neue Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft. Die Energiewende muss regional verankert werden und sein, mit aktiver Bürgerenergie und mit Beteiligungen der Kommunen. Dezentrale Strukturen liefern neue Chancen für lebendige Demokratie und regionale Wertschöpfung.

Energiewende - Suffizienz, Energiesparen, Energieeffizienz und naturverträglicher Ausbau der Erneuerbaren Energien, vor Allem Sonnenenergie und Windenergie.