MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Klimaschutz

Bayern muss Klimaschutz ernst nehmen und in Maßnahmen umsetzen - das sind wir uns und unseren Kindern und Kindeskindern schuldig. Die gesamte Staatsregierung in Bayern muss Verantwortung für Klimaschutz übernehmen - gemeinsam mit Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern. Wir müssen die Ziele der COP21 (21th Conference of the Parties) der internationalen Klimakonferenz 2015 in Paris umsetzen.

Grundlegende klimapolitische Forderungen

  • Klimaschutzgesetz entwickeln
  • Dezentrales Energiekonzept entwickeln
  • Kohleausstieg bis 2030 in 2018 festlegen
  • Naturverträglichen Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen
  • Atomausstieg Sofort - ohne schuldhaftes Zögern
  • Energiesparen - Halbieren der Energieverbräuche
  • Verkehrswende - Umbau auf Bahn, ÖPNV und Elektromobilität

Nicht nur Klimaschutz und Energiewende sind miteinander verbunden, sondern auch Sozial-, Gesundheits- und Friedenspolitik sind untrennbare Bestandteile dieser komplexen Notwendigkeit. Bezahlbare Energie, Reduktion von Umweltbelastungen und die Unabhängigkeit von Energieimporten stärken regionale Produzenten und Verbraucher.

Klimaschutzgesetz

Ein Klimaschutzgesetz und die Rettung der dezentralen Energiewende in Bürgerhand sind Kernforderungen des BUND Naturschutz in Bayern e.V. für einen Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen in Berlin. Die neue Bundesregierung muss ein Klimaschutzgesetz entwickeln, das für Deutschland verbindlich den geforderten nationalen Aktionsplan zur Erreichung der Ziele der Klimakonferenz COP21 von Paris 2015 festlegt. Dieses Gesetz muss die notwendigen Reduktionen

  1. der Energieverbräuche verbindlich festlegen, in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr.
  2. der Treibhausgas- und Kohlendioxid-Emissionen verbindlich festlegen, in den Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Landwirtschaft.

Dezentrales Energiekonzept

Die neue Bundesregierung muss den Grundsatz einer möglichst dezentralen und verbrauchsnahen Energieversorgung im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) festschreiben, einen neuen Ordnungsrahmen für eine dezentrale Energieversorgung entwickeln und einführen, und hierzu Steuern, Abgaben und Umlagen neu ordnen und diese nach drei Regionalitätsebenen staffeln. Eine möglichst dezentrale und verbrauchsnahe Energieversorgung hätte deutliche Vorteile: Die regionale Wertschöpfung würde gestärkt, der Netzausbaubedarf würde reduziert, Energie-Verluste würden minimiert und die Versorgungssicherheit würde durch ein robusteres System gestärkt. Ein dezentrales Energiesystem könnte deutlich smarter und effizienter und damit auch kostengünstiger sein. Ziel einer dezentralen Energieversorgung ist die Beteiligung, Teilhabe und Mitwirkung der Bevölkerung vor Ort. Kommunen und ihre Stadtwerke sind wesentlicher Träger der Energiewende. Die Energieversorgung würde dezentraler, mit Vorteilen, Vorgaben und Strukturen auch der alten zentralen Welt.

Gerechtigkeit, Dezentralität, Teilhabe und Regionalität

Kohleausstieg

Die neue Bundesregierung muss in 2018 den Kohleausstieg bis 2030 festlegen. Weichen müssen gestellt werden, damit Windenergie, Sonnenenergie und Bioenergie naturverträglich und auf der Basis von Energieeinsparung ihren Beitrag zur Energiewende, zum Klimaschutz und zum Atomausstieg leisten können. Der Ausstiegspfad muss mit einer Decarbonisierung, das heißt dem Ende der fossilen Energieversorgung, bis 2050 vereinbar sein.

BUND-Abschaltplan für Kohle und Atom
Grafik Kohleausstieg: Klimagerecht
Grafik Versorgung bleibt gesichert bei schnellem Kohle- und Atomausstieg

Erneuerbare Energien

Die neue Bundesregierung muss die Weichen stellen für den naturverträglichen Zubau von deutlich mehr Erneuerbaren Energien: Mehr Windenergie, mehr Sonnenenergie und mehr klimapolitisch sinnvolle Nutzung von Bioenergie. Die Ausbaumengen in den Ausschreibungen für Windkraft an Land und Fotovoltaik müssen zumindest verdoppelt werden, auf größer 6 Millionen Kilowatt brutto pro Jahr. Für die Fotovoltaik muss der absolute Ausbaudeckel von 52 Millionen Kilowatt gestrichen werden. Bestehende Windenergie- und Fotovoltaik-Anlagen müssen auch nach Ablauf der 20 Jahre EEG-Vergütung wirtschaftlich weiterbetrieben werden können. Das Potential der vorhandenen Biogasanlagen muss für Energiewende und Klimaschutz ausgeschöpft werden - mit Wärmenutzung, flexibler Fahrweise, Treibhausgaseinsparung und Einsatz nachhaltiger Substrate wie Wirtschaftsdünger, Abfällen und nachwachsenden Rohstoffen, die dem Humusaufbau im Boden und der Biodiversität dienen. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss unterstützt werden durch

  1. Zubau von Kurzzeitspeichern, wie Batterien
  2. Zubau von Langzeitspeichern, wie power-to-gas Anlagen
  3. Und flexible Stromerzeugung aus dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung

Atomausstieg

Die Bundesregierung muss die noch laufenden Atomkraftwerke noch in 2017 abschalten. Die bayerischen Blöcke Gundremmingen B und C, sowie Isar II müssen aus Sicherheitsgründen noch in 2017 abgeschaltet werden. Auf Aktualität prüfen!

BUND-Abschaltplan für Kohle und Atom
Grafik Versorgung bleibt gesichert bei schnellem Kohle- und Atomausstieg

Energiesparen

Die Bundesregierung muss verbindliche Maßnahmen festlegen, unsere Energieverbräuche langfristig zu halbieren. Deutschland benötigt Werbekampagnen und Motivationsstrukturen, die Energiesparen bewerben und den Menschen verständlich machen. In allen Kommunen Deutschlands muss vor Ort eine persönliche Erstberatung für Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen. In die Wärme geht der größte Teil unseres Energieverbrauchs. Bürgerinnen und Bürgern muss verständlich gemacht werden, wie sie ihren Endenergieverbrauch senken können. Die Rate der energetischen Sanierung im Altbau muss von heute unter 1 Prozent auf über 3 Prozent pro Jahr gesteigert werden.

Verkehrswende

Die neue Bundesregierung muss ÖPNV und Bahn stärken. Verkehrspolitik muss die Reduktion von Straßenverkehr zum Ziel haben. Im Personen- Individual-Verkehr muss die Umstellung auf Elektromobilität vorangetrieben werden.

Verkehrssektor


Rückblick Demo "Klima schützen - Kohle stoppen" am 04.11.2017 in Bonn

BUND-Pressemitteilung zur COP23: "Die Welt ist abhängig von fossilen Energien, sie muss auf Entzug" - Klarer Auftrag an alle Staaten bis zum nächsten Weltklimagipfel

Resolution der BUND-DV 2016: Raus aus den fossilen Energien - Klimaschutz verstärken

BN-Hintergrundpapier vom 18.01.2016 zum Klimaschutzschutzabkommen von Paris

Resolution der BUND-DV 2015: Leitantrag Klimaschutz

Beschluss der BUND-DV 2015: Leitantrag Energiewende

BUND-Publikationen

Das Klimaschutz-Sofortprogramm 2018-2020 -
Regierungsbildung als neue Chance für den Klimaschutz

Klimaschutzplan 2050 der deutschen Zivilgesellschaft

Kurswechsel 1,5 Grad. Wege in eine klimagerechte Zukunft

Klimagerechtigkeit 2015

Kohleatlas 2015

CO2-Rechner des Umweltbundesamtes

Broschüre "Klimaneutral leben" des Umweltbundesamtes

Klimakiste

Mit der Klimakiste können Sie Experimente rund um Klima und Klimawandel durchführen und Kinder und Jugendliche für das Thema sensibilisieren. Die Klimakiste eignet sich für Projekte in Schulklassen oder offenen Gruppen. Sie können die Kiste für ihr Projekt oder Ihre Aktionswoche ausleihen.