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Nachrichten aus dem Bereich der Gentechnik

Die Gentechnik ist ein sich schnell entwickelndes Forschungsgebiet. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen in unregelmäßigen Abständen neue Entwicklungen vor.

Einspruch gegen Patent auf Lachs und Forellen - Breites Bündnis gegen Fake-Erfindung

Die Delegation der Unterstützerverbände übergibt den Einspruch gegen die Patentierung; Foto: Fotoagentur argum, Falk Heller

Ein breites Bündnis von über 30 Organisationen, das zusätzlich von rund 5000 Einzelpersonen unterstützt wird, hat am 26. Juni 2019 Einspruch gegen das Patent auf Lachs und Forellen (EP1965658) eingelegt. Das Bündnis fordert einen vollständigen Widerruf des Patentes, das keine technische Erfindung sei, sondern viel eher den Charakter eines patentierten Plagiats aufweise.

lesen Sie hier die Pressemitteilung zur Übergabe des Einspruchs mit weiteren Informationen

Europäisches Patentamt erteilt Patent auf Lachse

Das Europäische Patentamt (EPA) hat am 9. Mai 2019 ein Patent auf Lachse erteilt, die mit bestimmten Pflanzen gefüttert wurden (EP1965658). Patentiert wurde das Futtermittel, die Haltung der Fische und ihre Fütterung, die Fische selbst, sowie das Fischöl.

Hierzu Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft: „Wenn Tiere zur Erfindung werden, weil sie bestimmte Futtermittel fressen, werden bald auch Kühe und Schweine patentiert, die auf der Weide gehalten werden. Derartige Patente können die Landwirtschaft sehr direkt betreffen. Bauern und Bäuerinnen dürften dann ohne Erlaubnis des Patentinhabers keine Kuh melken, kein Schwein schlachten und kein Hühnerei verkaufen.“

Lesen Sie hier die gesamte Pressemitteilung der Organisation "Keine Patente auf Saatgut" zur Patentierung und zum Rechts-Chaos am Europäischen Patentamt.

Gegen das Patent auf Lachse wird derzeit ein Einspruch vorbereitet. Ein Text, mit dem der Einspruch per Formular (online oder per Post) unterstützt werden kann, wurde bereits veröffentlicht. mehr ...

EPA: Hände weg von unserem Saatgut! Herkömmliche Züchtung muss frei von Patentansprüchen bleiben

Mit einer drei Meter großen Melone protestierten am 27. März 2019 VertreterInnen von Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Entwicklungshilfe, Lebensmittelherstellung und Umweltschutz gemeinsam vor dem Europäischen Patentamt (EPA) in München. Der Grund: Trotz des Verbots der Patentierung von herkömmlicher Züchtung erteilt das EPA weiterhin Patente auf Melonen, Tomaten, Zwiebeln, Salat, Petersilie, Gurken und sogar Gänseblümchen, die ohne Einsatz von Gentechnik gezüchtet sind. Einsprüche gegen Patente auf Braugerste wurden zurückgewiesen. An diesem Tag traf sich der Verwaltungsrat, in dem die Vertreter der Vertragsstaaten des EPA sitzen. Dieser soll eigentlich dafür sorgen, dass die Verbote auch eingehalten werden.

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Syngenta-Patent auf Tomaten widerrufen

Konzern versucht weiterhin, Patente auf Pflanzen und Lebensmittel zu bekommen

Nach einem Masseneinspruch hat der Konzern Syngenta im Januar 2019 sein europäisches Patent auf Tomaten zurückgezogen. Das Europäische Patentamt (EPA) hat das Patent EP1515600 bereits offiziell widerrufen. Syngenta beanspruchte Saatgut, Pflanzen und Früchte als Erfindung, die aus Kreuzungen mit Tomaten aus Peru und Chile stammen und deswegen einen erhöhten Vitamingehalt haben sollen. Die Tomaten sind nicht gentechnisch verändert, sondern stammen aus herkömmlicher Züchtung. Am Einspruch hatten sich 2017 etwa 65.000 BürgerInnen aus 59 Ländern sowie 32 Organisationen beteiligt.

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Forderung nach sofortigem Moratorium der Patentierung von Pflanzen und Tieren

Die beeindruckende Liste der Unterstützerorganisationen von Keine Patente auf Saatgut

Internationaler Aufruf an den Präsidenten des Europäischen Patentamtes, António Campinos
Die Organisation "Keine Patente auf Saatgut!", in der auch der BUND Naturschutz Mitglied ist, veröffentlichte am 24. Januar 2019 zusammen mit rund 40 weiteren Organisationen einen internationalen Aufruf an den Präsidenten des Europäischen Patentamtes (EPA), den Portugiesen António Campinos. Der Präsident wird aufgefordert, alle Verfahren auszusetzen, die die Patentierung von Pflanzen und Tieren aus herkömmlicher Züchtung betreffen. Es geht unter anderem um Patente auf Gemüse wie Brokkoli und Tomaten.
Konzerne wie Bayer oder Syngenta wollen die Zucht der Pflanzen und von ihnen stammende Lebensmittel durch die Patentierung monopolisieren. Im Dezember 2018 hatte das EPA derartige  Patente für zulässig erklärt. Damit stellt sich das Patentamt gegen die Entscheidung seiner 38 Vertragsstaaten, die 2017 ein Verbot derartiger Patente beschlossen hatten.

Lesen Sie hier den Aufruf an Präsident António Campinos

Lesen Sie hier die Pressemitteilung von Keine Patente auf Saatgut mit Hintergrundinformationen

Erfolg: Baysantos „Patent auf geköpften Brokkoli“ widerrufen

Patentdemo München 2012
Foto Marion Betzler

Das Europäische Patentamt (EPA) hat am 7.11.2018 das Patent auf herkömmlich gezüchteten Brokkoli widerrufen, der etwas höher wächst und deswegen leichter geerntet werden kann. Das Patent wurde dem US-Konzern Monsanto 2013 erteilt, der inzwischen von Bayer aufgekauft wurde. Der Widerruf folgt einem Einspruch, der 2014 von einem breiten Bündnis, u.a. auch vom BUND Naturschutz eingelegt worden war.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung von no patents on seeds zum Thema

BUND NATURSCHUTZ SIEHT GRUNDSATZURTEIL DES EUROPÄISCHEN GERICHTSHOFS ZUR „NEUEN GENTECHNIK“ ALS WICHTIGEN SCHRITT FÜR EIN GENTECHNIKFREIES BAYERN

Der Europäische Gerichtshof hat am 25. Juli 2018 festgestellt, dass auch die sogenannten neuen Gentechnikverfahren Gentechnik sind und wie die bisherigen Verfahren reguliert werden müssen. Das Gericht hat klargestellt, dass mit deren Hilfe erzeugte Organismen nicht ungeprüft als großes Freilandexperiment in die Umwelt gelangen und den Verbrauchern untergejubelt werden dürfen.

Die bayerische Staatsregierung muss sich jetzt endlich für eine klare Kennzeichnung von Fleisch, Milch und Käse einsetzen!

Lesen Sie hier die Pressemitteilung zum Urteil des EuGH

Info-Video und Mitmach-Aktion der Organisation Testbiotech zur Zulassung von Gen-Soja

Demnächst soll in der EU erstmals der Import von Gentechnik-Soja genehmigt werden, die gegen drei verschiedene Wirkstoffgruppen von Herbiziden resistent gemacht wurde. Es wäre die erste derartige EU-Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen. Test Biotech hat dazu einen informativen Videoclip konzipiert. In einer Mitmachaktion können Sie dieses Video an verschiedene Politiker verschicken, damit diese sich informieren können.

Link zu Video und Mitmachaktion

Bleibt Bayern gentechnikanbaufrei?

Ein Gesetzentwurf aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium soll eine EU-Richtlinie zu Möglichkeiten für Gentech-Anbauverbote in deutsches Recht umsetzen. Leider stellt der Entwurf aber so hohe Hürden auf, dass bundesweite Anbauverbote für Gentech-Pflanzen praktisch unmöglich werden. Einfache deutschlandweite Verbotsmöglichkeiten werden nicht genutzt. Stattdessen setzt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf die Initiative der Bundesländer, Anbauverbote zu begründen. Sollten sie dies nicht flächendeckend tun, besteht die Gefahr, dass Deutschland zu einem Flickenteppich von Ländern mit und ohne Gentechnikanbau wird.

Lesen sie mehr in der Pressemitteilung vom 24. Oktober 2016

Stellungnahme des BUND zum Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Gentechnikgesetzes

Niederlage für Monsanto - Patent auf indische Melonen widerrufen

Das Europäische Patentamt (EPA) hat ein Patent von Monsanto auf Melonen (EP1962578) aus technischen Gründen widerrufen. In diesem Patent beanspruchte der US-Konzern Pflanzen als Erfindung, die eine natürliche, ohne Gentechnik gezüchtete Resistenz gegen bestimmte Viren aufweisen. Diese Resistenz wurde in indischen Melonen entdeckt. Das EPA hatte das Patent 2011 erteilt, obwohl laut den europäischen Patentgesetzen Formen konventioneller Züchtung und Pflanzensorten nicht patentiert werden dürfen.

Der Widerspruch, der letztendlich zu diesem Widerruf geführt hat, wurde von einem breiten Bündnis von Verbänden, unter anderem auch vom BN getragen.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung von no patents on seeds.

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie hier

Fünf Jahre gentechnikanbaufreies Bayern

Lesen Sie hier in der Pressemitteilung vom 13. November 2014 eine Chronologie des Widerstandes gegen Gentechnikanbau und die Forderungen, die der BUND Naturschutz auch weiterhin an die Bayerische Staatsregierung richtet.

Ehrung von Dr.Martha Mertens

Foto: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Anlässlich der Feierstunde zu „Fünf Jahre gentechnikfreies Bayern“ im November 2014 erhielt Dr. Martha Mertens, Sprecherin des BN-Arbeitskreises Gentechnik die Bayerische Staatsmedaille für besondere Verdienste.
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Historie

Ältere Beiträge zur Gentechnik finden Sie in unserer Historie