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Fachsymposium "Ausstieg aus der Herbizidanwendung in der Landwirtschaft"

Alternativen zu Glyphosat und anderen Herbiziden

Am 16. April 2018 veranstaltete der BN-Landesverband in Freising ein Seminar, das der Frage nachging, warum der Einstieg in den Ausstieg, nicht nur aus der Herbizidanwendung in der Landwirtschaft notwendig ist, und wie er bewerkstelligt werden kann.

Der Einsatz von Herbiziden, insbesondere auch das wegen möglicherweise krebserregender Wirkung in die Kritik geratene Totalherbizid Glyphosat, hat zum Verschwinden nicht nur des von Landwirten unerwünschten Aufwuchses, sondern auch vieler Wildkräuter in der Agrarlandschaft geführt. Glyphosat steht stellvertretend für die Intensivierung der Land(wirt-)schaft, in der wegen des Kostendrucks die - scheinbar - billigsten Maßnahmen zur Beikrautregulierung gewählt werden. Bodenbearbeitung und Fruchtfolgemaßnahmen, wie sie der guten fachlichen Praxis entsprechen sollten, sind dabei ins Hintertreffen geraten. Doch die Kehrseite ist zum einen mangelndes Nahrungsangebot in der Feldflur, nicht nur für Bienen sondern auch z.B. für Schmetterlinge, Feldlerche oder Rebhuhn. Zum anderen gefährden die Rückstände der Ackergifte das Trinkwasser und die Gewässer mit ihren empfindlichen Organismen

Lesen Sie hier das Programm des Seminars im zugehörigen Flyer

Knapp 100 TeilnehmerInnen des Fachsymposiums aus Landwirtschaft, Umweltverbänden, BehördenvertreterInnen und Studierenden wurden vom Sprechers des Arbeitskreises Landwirtschaft im BUND Naturschutz Stephan Kreppold und der Agrarreferentin Marion Ruppaner herzlich begrüßt.

Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt referierte zum Thema "Umweltmonitoring in Bayern: Artenvielfalt, Gewässerbelastung, Analytik". Lesen Sie  hier seinen Vortrag

Markus Salomon, Sachverständigenrat für Umweltfragen, Berlin; sein Thema: "Umweltrisiken durch Pflanzenschutzmittel und Empfehlungen aus Sicht des SRU", lesen Sie hier

Als nächstes folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema "Forderung nach konkretem Herbizidausstieg in Bayerns Landwirtschaft - Was sagen die Parteien?" mit den im Landtag vertretenen Parteien. Auf dem Podium nahmen Platz (im Bild von links nach rechts) Benno Zierer, Freie Wähler; Angelika Schorer, CSU; Florian von Brunn, SPD; Gisela Sengl , Bündnis 90/Grüne. Die Moderation hatte Kathy Mühlebach-Sturm, Mitglied des BN-Landesvorstands, im Bild in der Mitte.

Lesen Sie Stichpunkte der Statements der anwesenden Politiker:

Florian von Brunn
Angelika Schorer
Gisela Sengl
Benno Zierer

Marion Ruppaner stellte dann die Forderungen des BN vor und gab einen Ausblick auf die im Koalitionsvertrag verankerten Beschlüsse zum Glyphosatausstieg.  Lesen Sie hier

Nach der Mittagspause folgte ein Vortrag von Max Kainz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universität München und praktizierender Biobauer; "Umstieg auf herbizidfreie Landwirtschaft – Voraussetzungen, Maßnahmen, Folgen"

Der Vortrag liegt uns momentan nicht vor.

"Mechanische Beikrautregulierung - Erfahrungsbericht eines Maschinenerfinders und Praktikers" so der Titel des Vortrags von Josef Niedermaier, Biolandbauer

Statt des erkrankten Ulrich Veith, dem Bürgermeister der Südtiroler Gemeinde Mals, gab der Journalist und Filmemacher Alexander Schiebel einen Einblick in die Entstehung von Buch und Film "Das Wunder von Mals". In Mals sollte die erste pestizidfreie Gemeinde Europas ausgerufen werden. Um ihre Vorstellung einer pestizidfreien Landwirtschaft verwirklichen zu können, nutzten die Bürger von Mals die Mittel der Demokratie und riefen zu einer Volksabstimmung auf. Dies blieb in Kreisen der Agrarlobby nicht unwidersprochen ...

Leider steht der Vortrag nicht zur Verfügung. Sie können sich aber auf der Webseite des oekom-Verlags über das Buch undauf der Facebook-Seite Das Wunder von Mals über die Vorgänge dort informieren.

Als Abschluss des Tages fand am Abend im Kino am Domberg ein Preview des gerade erst fertiggestellten Films Das Wunder von Mals in einem gut gefüllten Saal statt. Begeisterter Applaus am Ende und ein lebhaftes Filmgespräch rundeten den Abend ab.