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Ringelschwanz-Freiluft-Strohschwein - wie geht das?

Wege zu einer tiergerechten Haltung, fairen Erzeugerpreisen und regionaler Vermarktung

Foto: Betrieb Österle

Die bäuerliche Tierhaltung, insbesondere die Schweinehaltung steht vor großen und teuren Veränderungen. Was wir täglich essen und wie es produziert wird, gerät bei immer mehr Verbraucher*innen ins Bewusstsein. Tierschutzaspekte, wie die Unversehrtheit und das Wohlergehen der Tiere und die Möglichkeit, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben, sind neben dem Umweltschutz zur bestimmenden Zielsetzungen geworden. Sie decken sich zwar mit bäuerlicher Wertehaltung und Verantwortlichkeit im Umgang mit dem Tier. Aber für die heute praktizierte Schweinehaltung bedeuten sie erhebliche und kostenträchtige Veränderungen. Diese können die Betriebe nicht alleine stemmen, sie sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und müssen den Betrieben wirtschaftliche Perspektiven bieten.

Bei der Auswahl von Referenten und Podiumsteilnehmern war den Organisatorinnen wichtig, dass sowohl die Bereiche Kritik an derzeitigen Haltungsverfahren, Tierwohl, bäuerliche Praxisbeispiele als auch die Frage der wirtschaftlichen Perspektiven für die Tierhalter" gleichermaßen vertreten waren.

alle Bilder des Seminars: Marion Betzler, BN

Nach einführenden Worten von Andrea Eiter, Geschäftsführerin der AbL und Stephan Kreppold, Sprecher des Arbeitskreises Landwirtschaft im BN kamen die Vorträge.

Die Vorträge

Dr. Kai Braunmiller, Amtstierarzt und Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Bayern und BundesAG Fleischhygiene, Tierschutz und Verbraucherschutz: Zukünftige tiergerechte Haltungssysteme für Nutztiere aus Sicht der Schlachthoftierärzte

 

 

Dr. Hermann Meiler, Amtsveterinär a.D. am Schlachthof in Hof: Technopathien des Mastschweines und Bericht vom Strohschweinprojekt

Mario Flemm, Erzeugergemeinschaft Franken-Schwaben für tierische Veredelung: "Chancen und Hemmnisse der Fleischvermarktung nach Tierwohl-Standards"

In der Mittagspause gibt es beim Dasinger Bäckerwirt stilgerecht Strohschweine zur Verkostung

Karl Österle, Strohschweine-Erzeuger für die Erzeugerorganisation Süd für besonders art- und umweltgerechte Tierhaltung w.V.: Erfahrungen und Perspektiven artgerechter Schweinehaltung in der Praxis

Hans Möhrle, Vorstandsmitglied Erzeugerorganisation Süd für besonders art- und umweltgerechte Tierhaltung w.V.: Erfahrungen und Perspektiven artgerechter Schweinehaltung in der Vermarktung

Zwei Berichte von Praktikern schlossen den Vortragsteil ab

Josef Gelb, Landwirt aus Steinach im Landkreis Aichach-Friedberg: "Schweinehotel" Gelb

Michael Weichselbaumer, Landwirt aus Thalhof, Pfaffenhofen: Der Doima-Hof

In der abschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern der Fleischerinnung, der EZG Franken-Schwaben, der Landesanstalt für Landwirtschaft und dem Bauernverband wurde eines deutlich: Viele Schweinehalter würden gerne aus der konventionellen Produktion ausscheiden, aber sie stehen vor gravierenden Umbaukosten. Sie forderten von der Politik mehr Planungssicherheit.

Auf dem Podium von links nach rechts: Thomas Köhn, Fleischerverband Bayern; Stephan Kreppold, BN-Arbeitskreis Landwirtschaft; Reinhard Herb, BBV-Kreisobmann Aichach-Friedberg; Mario Flemm, Erzeugergemeinschaft Franken-Schwaben; Dr. Christina Jais, Landesanstalt für Landwirtschaft; Dr. Hermann Meiler, Amtstierarzt a.D.; Moderation: Sonja Krell, Augsburger Allgemeine

Lesen Sie den Artikel, der im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt, Region Schwaben, dazu erschienen ist: "Schweine auf der Sonnenterrasse"

Die Pressemitteilung zum Seminar finden Sie hier