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Flüsse und Auen – Unsere Forderungen

Flüsse und Auen sind die Lebensadern unserer Natur. In den letzten Jahrhunderten hat ihnen unsere Bau- und Kontrollwut arg zugesetzt. Nun ist es an der Zeit, die letzten naturnahen Flüsse und Auen zu schützen. Für uns und die Natur!

Flüsse und Auen sind wie das Leben selbst: Das einzig Beständige an ihnen ist der Wandel. Wer den Arten und Lebensreichtum dort schützen und einen naturnahen Hochwasserschutz realisieren will, darf nicht ständig eingreifen. Die fixe Idee, Wildnis bezwingen und alles genau planen zu wollen, müssen wir überwinden. In der Aue gibt es keine Kompromisse, die ökologischen Prozesse sind zu komplex, als dass der Mensch sie nachahmen oder gar vorausberechnen könnte. Wie wir unseren Flüssen und Auen helfen können?

Forderung 1: Flüsse brauchen Raum und Dynamik

Mit der Natur statt gegen sie zu arbeiten, heißt Deichrückverlegung, Entkanalisierung, natürliche Flussdynamik (genug Wasser und Geschiebe), Entfernung von Uferversteinerungen und Querbauwerken, Wiederherstellung der Durchgängigkeit für Fisch und Geschiebe. Renaturierungen müssen mehr sein als Wasserspiele. sie sollen die Einschränkungen beseitigen und den Rahmen schaffen für die Eigendynamik von Fluss und Aue.

Forderung 2: Ein Rettungsplan für unsere Auen

Es gibt genug ausformulierte Ziele für einen guten und wirksamen Auenschutz: Sie stehen Schwarz auf Weiß in den Regelwerken der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), des Europäischen Schutzgebietsnetzwerkes Natura 2000, der Biodiversitätsstrategie und des Auenprogramms. Allein: Sie müssen endlich umgesetzt werden! Dazu braucht es eine Kommunikations- und Umsetzungskampagne und eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung.

Forderung 3: Ungenutzter Uferstreifen

An allen Gewässern müssen mindestens zehn Meter breite ungenutzte Uferstreifen gesetzlich vorgeschrieben werden (Gewässerrandstreifen). Grünland in Auen darf nicht mehr zu Äckern umgebrochen und kein Mais mehr dort angebaut werden.

Forderung 4: Kein Neubau von Wasserkraftwerken

Die Energiewende und die Umstellung auf regenerative Energien brauchen keinen Ausbau der Wasserkraft: Deren energetischen Potenziale sind sehr gering und der entstehenden Schaden für unsere Fließgewässer sehr hoch.

Forderung 5: Nachhaltiger Hochwasserschutz

Der ökologische Hochwasserschutz muss Vorrang vor technischen Lösungsversuchen durch höhere Deiche und Staupolder bekommen: Rückverlegung von Deichen für mehr naturnahe Auen, Renaturierung der Fließgewässer mit Ausweisung von Uferstreifen, Renaturierung von Mooren und mehr Naturnähe in den Bergwäldern, Stopp der Bebauung und Versiegelung von Auen und eine dezentral wasserspeichernde Landbewirtschaftung im gesamten Einzugsgebiet (d.h. eine Art der Bewirtschaftung, die die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessert). Hochwasserschutz heißt Wasserrückhalt in der gesamten Landschaft.