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Grünes Band Europa

Wie die Idee zum Grünen Band in Deustchland so stammt auch die Initiative, das Grüne Band auf Europa auszuweiten, vom BUND Naturschutz. Heute verläuft das Band entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs durch 24 Staaten auf über 12500 Kilometern Länge.

Am Grünen Band Zentraleuropa: die Soca im slowenischen Nationalpark Triglav (Foto: Jürgen Schmidl).

Die Idee, das Grüne Band Deutschland auszuweiten zu einem Grünen Bandes Europa, stammt vom BN-Vorsitzenden Hubert Weiger. Erstmals öffentlich kund tat er sie 2002 auf der Einweihungsfeier des BUND-Kunstprojekts WestÖstliches Tor im Eichsfeld, an der auch der ehemalige Staatspräsident der Sowjetunion, Michael Gorbatschow, teilnahm. Das Bundesamt für Naturschutz griff diese Idee auf und organisierte in den Folgejahren zusammen mit der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) zwei internationale Konferenzen, bei denen die paneuropäische Initiative mit einer Koordinierungsstruktur ein „Gesicht“ bekam. 

Aus der vom BN angestoßenen Initiative zur europäischen Ausweitung des Grünen Bandes wurde ein großer Erfolg. Heute verläuft das Band durch 24 Staaten auf über 12500 Kilometern Länge. Unterteilt wird es in vier Abschnitte: Fennoskandien, Ostsee, Zentraleuropa und Balkan, betreut von jeweiligen Regionalkoordinatoren. Der zentraleuropäische Teil wird vom BUND-Projektbüro Grünes Band koordiniert, das 1998 in Nürnberg gegründet wurde. Von dort aus werden internationale Aktivitäten wie beispielsweise das transnationale Projekt GreenNet angestoßen, bei dem in sechs Ländern unter anderem Zukunftsstrategien entwickelt wurden. Unmittelbaren Erfolg brachte dieses Projekt zum Beispiel in der Region Julische Alpen zwischen Italien und Slowenien. Das Grüne Band war in diesem Gebiet durch den geplanten Zusammenschluss zweier Skigebiete bedroht. Durch sachgerechte Information und transparente Moderation gelang es, die Konflikte zu lösen. Nun soll das Gebiet nicht mehr mit Liften, sondern naturschutzgerecht für den Öko-Tourismus entwickelt werden. 

Am Grünen Band Fennoskandien: der Fluss Kitka in Finnland (Foto: Metsaehallitus KariLaht)

Gemeinsam mit EuroNatur führte der BUND das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Projekt „Fortentwicklung der Initiative Grünes Band Europa“ durch. Im Rahmen des Vorhabens wurde eine internationale Koordinierungsgruppe gegründet, die sich aus den Regionalkoordinatoren sowie Vertretern von Verbänden und staatlichen Stellen zusammensetzt. Ein Meilenstein für das Grüne Band Europa ist die Gründung des Vereins „EuropeanGreen Belt Association e.V.“ während der paneuropäischen Grünes-Band-Konferenz im tschechischen Slavonice im September 2014. Gründungsmitglieder sind neben EuroNatur (Vorsitz), dem Bundesamt für Naturschutz und dem BUND (stv. Vorsitz) 20 weitere Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen aus 14 Ländern. 

Heute ist das Grüne Band ein europaweit einmaliger Naturkorridor und ein lebendiges Symbol für die Überwindung des Kalten Krieges. Aus einer Vision des BN wurde eine der weltgrößten Naturschutzinitiativen, die Mensch und Natur über Ländergrenzen hinweg verbindet und allseits große Anerkennung und Beachtung findet. Bleibt zu hoffen, dass es weiter so gut läuft für das Grüne Band wie in den ersten 25 Jahren. Der BN wird sich auch in Zukunft kräftig engagieren und seinen Teil zu dessen Fortentwicklung leisten!