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Ökologische Geschenke zu Weihnachten

Wenn in den Konsumtempeln die Glöckchen klingen, schlägt der Umwelt eine schwere Stunde. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, das Fest der Liebe bewusster, behutsamer und zugleich ökologisch verträglicher zu feiern.

zwei individuell eingepackte selbstgemachte Weihnachtsgeschenke
Handgemachte Weihnachtsgeschenke sind viel persönlicher als fertig eingepackte Geschenke aus dem Kaufhaus. (Foto: Shangarey/fotolia.com)

Rücken Sie das Ideelle in den Vordergrund - dies ist die wichtigste Regel aller Weihnachtsvorbereitungen: weg vom oft unpersönlich Gegenständlichen hin zum Fantasievoll ­materiellen. Das gilt ganz besonders für Weihnachtsgeschenke. Selbst Gedichtetes oder Gebackenes, eine selbst zusammengestellte CD­ oder Rezeptsammlung, Kulturelles und Praktisches wie ein Konzertabo, eine Monatskarte oder ein Wartungsgutschein fürs Fahrrad – all das ist sehr persönlich und freut auch die Umwelt. Besonders öko sind Geschenke, die weitgehend ideell sind: Mit Umweltpatenschaften wie einem Anteilschein am Grünen Band (siehe unten) oder mit ökologischen Geldanlagen schenken Sie nicht nur ein gutes Gefühl, sondern tun unmittelbar etwas für unsere Natur und Umwelt.
Das Gegenteil von öko sind Geschenke in Form von Schmuck und Edelmetallen: Ihr Glanz trägt tiefe ökologische Kratzer. Besonders beim Gold führt die hohe Nachfrage derzeit zu massiven Rodungen und Kinderarbeit etwa in den Regenwäldern von Peru. Für jedes Gramm wird tonnenweise Gestein abgebaut. Überdies werden bei der Aufbereitung oft Quecksilber oder Cyanide frei. Also, wenn es doch Gold sein muss , dann lieber fair gehandeltes aus physikalischer Gewinnung.
Manche Weihnachtsgeschenke wie Spielsachen oder elektronische Geräte sind unvermeidbar stofflicher Natur. Um den Kauf dieser Geschenke möglichst ökologisch zu gestalten, sollten Sie darauf achten, nur und passende, qualitativ hochwertige Dinge zu erwerben. So vermeiden Sie Enttäuschungen – und Müll. Eine große Hilfe, um umweltfreundliche Geschenke  auszumachen, sind  Umweltlabels wie der Blaue Engel oder das FSC­Siegel (siehe unten). Bei größeren Anschaffungen sollten Sie vor dem Kauf auf jeden Fall bei Stiftung Warentest oder Ökotest nachlesen.
Mit Sicherheit öko sind Geschenke und Weihnachtsartikel aus dem BUND-Laden. Dort finden Sie schöne umweltfreundliche Geschenke wie aluminiumfreie Teelichter und einen Schmelztiegel, der Wachsreste direkt zu Kerzenschein recycelt. Ebenso kann man bei der BN Service GmbH mit gutem Gewissen Geschenke umweltfreundlich einkaufen, wie wäre es zum Beispiel mit einem lustigen Plüschtier in Biberform? Nachhaltiges Schenken erfordert Nachdenken und Zeit. Sammeln Sie deshalb früh Ideen, am besten in einer Liste, die Sie stets dabei haben.

Weihnachtsbaum und Festessen umweltfreundlich einkaufen

Aber nicht nur die Geschenke sollten ökologisch verträglich sein, auch beim Kauf von Weihnachtsbäumen sollte man einige Punkte beachten: Weihnachtsbäume mit Naturland­, Bioland­ oder FSC­ Zertifikat gibt es leider nur relativ vereinzelt. Bevor Sie Ihr CO2­Konto mit viel Autofahren belasten, lohnt es sich, stattdessen beim örtlichen Forstamt anzuklopfen. Ein Baum, der aus einer Durchforstung stammt, ist allemal ökologischer als weit gereiste Öko­Tannen – ganz zu schweigen von gespritzten und gedüngten Plantagebäumen aus Skandinavien.

Keine Kompromisse sollten Sie dagegen beim Festessen eingehen. Was Sterneköchen im Alltag lieb ist, darf uns (nicht nur) an Weihnachten ruhig etwas teurer sein: Bio­Zutaten sind kulinarisch unschlagbar – und kleckern nicht auf der weißen ökologischen Weste.

Umweltfreundliche Geschenke - zehn Tipps für grüne Weihnachten

  • Keine Christbäume zum Einpflanzen besorgen – sie überleben meist nicht. 
  • Zum Verpacken der (ökologischen) Geschenke statt Klarsicht­ oder Metallfolie lieber Recycling­Geschenkpapier nutzen.
  • Kerzen aus Bienenwachs verwenden, denn andernfalls enthaltenes Paraffin stammt aus Erd­ oder Palmöl, noch dazu keine Kerzen mit Lacküberzug erwerben – sie können Schadstoffe freisetzen.
  • Lichterketten höchstens mit Zeitschaltuhr und/oder LED­Technik einsetzen.
  • Den Baum mit Essbarem wie Äpfeln, Nüssen und Gebäckstücken schmücken.
  • Wunderkerzen nur draußen abbrennen und von Kindern fernhalten.
  • Keine Weihnachtsgans aus Frankreich oder Ungarn essen, denn sie kann aus Stopfleber­Mast stammen.
  • Familienreisen zu Eltern oder Großeltern am besten mit Bus und Bahn unternehmen.
  • Hochwertige, umweltfreundliche Geschenke aus fairem Handel kaufen, zum Beispiel von der BN Service GmbH (www.service.bund-naturschutz.de) oder vom BUND-Laden (www.bundladen.de).

Anteilsschein am Grünen Band erwerben

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