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Honig selber machen

Für immer mehr Menschen ist die Herkunft und Qualität ihres Essens von großer Bedeutung. Viele ziehen und ernten ihr Gemüse wieder selbst. Oder machen den Jagdschein, um sich mit gutem Fleisch zu versorgen. Marmelade, Saft und andere Köstlichkeiten werden heute häufig wieder in der eigenen Küche hergestellt.
Auch das Imkern ist ein faszinierendes Hobby – und muss nicht einmal schwierig sein.

Honig im Glas neben Wildblumen vor Blumenwiese
Honig im Glas neben Wildblumen (Foto: exclusive-design/fotolia.com)

Die Imkergemeinde wird zunehmend jünger – und weiblicher. Viele Menschen wollen ihren eigenen Honig ernten. Und tun so nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern auch der Natur. 80 Prozent unserer Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Honigbienen, Hummeln und Co angewiesen. Ohne sie wäre unsere Landschaft beträchtlich monotoner, die Artenvielfalt geringer und wir Menschen müssten auf ein Drittel unserer Lebensmittel verzichten. Zudem sind Bienen faszinierende Wesen. Sie zu beobachten und ihr Verhalten zu studieren, lässt einem das Herz höher schlagen.

Trotz ihrer immensen Bedeutung sind viele Bienenarten heute stark gefährdet, so auch die Honigbiene. Sie leidet unter eingeschleppten Viren, Krankheiten und der industriellen Landwirtschaft mit ihren Pestiziden. In vielen Regionen finden Honigbienen kaum noch Nahrung und würden ohne die Hilfe von Imkern verschwinden.

Honig ernten

Imkern ist gar nicht schwer und fast überall möglich – selbst in Großstädten. Doch zunächst einmal sollten Sie gut überlegen, wie Sie Ihre Bienen halten wollen: Konventionell oder artgerecht und ökologisch? Intensiv oder extensiv? Steht nur die Honigernte im Vordergrund, oder auch das Ziel, etwas zum Naturschutz beizutragen? Und wie viel Zeit möchten Sie investieren? Davon sind die Auswahl des Bienenstocks, den Sie kaufen sollten und damit auch die Imkertechnik abhängig.

Am besten, Sie achten neben dem Honigertrag auch auf eine artgerechte Haltung der Tiere. Bei der ökologischen Imkerei sind das Wohl der Bienen und ihre artgerechte Haltung von großer Bedeutung. Die Bienen werden hier nicht vorsorglich mit Medikamenten behandelt. Sie bekommen im Bienenstock keine künstlichen Mittelwände vorgesetzt, sondern dürfen ihre Waben selbst bauen. Auch dürfen sie ihren Schwarmtrieb ausleben, denn nur so vermehren sich Bienenvölker natürlicherweise. Auch werden die Bienenvölker zur Nahrungsergänzung nicht allein mit Zucker gefüttert (den die Tiere ja in der Natur nie fressen würden), sondern erhalten ihn vielmehr vermischt mit Honig und Kräutertee.

All diese Regeln orientieren sich an den natürlichen Bedürfnissen der Bienen. Dadurch erleiden sie weniger Stress und sind auf Dauer besser gegen Krankheiten und andere schädliche Einflüsse gewappnet.

Tipps für Einsteiger

  • Nehmen Sie an einem Imkerkurs teil, dessen Fokus auf der wesensgemäßen, ökologischen  Bienenhaltung liegt, z. B. beim Verein Mellifera.
  • Suchen Sie sich einen "Imkerpaten", bei dem Sie zuschauen, lernen und sich austauschen können.
  • Sollte sich in der Nachbarschaft kein Imker finden, der Ihnen einen Schwarm abgibt, erhalten Sie hier Schwärme: www.schwarmboerse.de
  • Falls Sie keinen eigenen Garten oder Balkon haben, um einen Bienenstock aufzustellen, fragen Sie bei anderen Gartenbesitzern oder der Kommune nach. Diese stehen Bienen oft positiv gegenüber.
  • Wichtig ist, dass Ihre Bienen die ganze Saison über genug Nahrung finden. Sorgen Sie dafür, dass es in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon lange und bunt blüht: www.bluehende­landschaft.de
  • Neben einem Bienenstock brauchen Sie als Jungimker oder Jungimkerin als Arbeitswerkzeuge Stockmeißel, Smoker, Besen und Schleier.