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Wie Sie Ihren eigenen Ölverbrauch senken

Den meisten dürfte als Möglichkeit, den eigenen Ölverbrauch zu senken, nur einfallen, weniger Auto zu fahren oder die Ölheizung zurückzudrehen. Tatsächlich gibt aber es eine Vielzahl an Wegen, dieses Ziel zu erreichen.

Das „schwarze Gold“ deckt über ein Drittel des globalen Energieverbrauchs ab und ist damit unser wichtigster Energieträger. Doch die knappe und teure Ressource wird nicht nur als Kraftstoff zum Autofahren oder zum Erzeugen von Wärmeenergie verwendet. Stattdessen ist Erdöl im Alltag allgegenwärtig und hat in der heutigen Produktwelt die verschiedensten Anwendungsbereiche. Will man den Verbrauch des in vieler Hinsicht problematischen Stoffes senken, lässt sich hier gut ansetzen. Der Verzicht auf Erdölprodukte also kann einfacher sein, als zunächst gedacht.

Riskante Förderung des Erdöls

Um den hohen Bedarf an Kraftstoffen und anderen Erdölprodukten decken zu können, wird heutzutage fast überall auf der Erde nach Erdöl gebohrt: im Nahen Osten, im Regenwald des Amazonas, in den Tiefen der Meere - wie auch im deutschen Wattenmeer. Dabei gehen Ölkonzerne und Staaten immer größere Risiken ein. Nicht selten wird Erdöl in sensiblen Ökosystemen mit großer Artenvielfalt gefördert.

Die ökologischen und sozialen Probleme sind vielerorts gravierend: Im Amazonas Ecuadors werden einzigartige Urwälder zerstört und Indigene vertrieben. Der Abbau von Teersand in Kanada vergiftet das Grundwasser mit Schwermetallen und krebserregenden Kohlenwasserstoffen. In Nigeria verseuchen undichte Pipelines Mangroven und Trinkwasser. Alles Gründe, warum wir den eigenen Ölverbrauch senken müssen.

Viele Einsatzgebiete des Öls - viele Chancen zum Verzicht auf Erdölprodukte

Der Verbrauch von Öl ist beim Verkehrssektor erwartungsgemäß am höchsten – damit haben sie hier also auch eine besonders gute Möglichkeit, Ihren Verbrauch von Erdöl im Alltag zu reduzieren: Benzin, Diesel und Kerosin bewegen uns an Land, auf dem Wasser und in der Luft. Aber Erdölprodukte sind auch an vielen anderen Stellen vertreten: Etwa 90 Prozent der deutschen Chemieprodukte basieren auf Erdöl oder Erdgas. Die Petrochemie stellt Kunst­ und Farbstoffe her, Waschmittel und Vieles mehr. Inhaltsstoffe wie Polyester, Polystyrol, Polycarbonat oder Polyvinylchlorid sind Derivate des Erdöls, haben dieses also als Grundstoff. Sie finden sich in allen Plastikprodukten, in der Kleidung und in Schuhen, in vielen Freizeitartikeln, in Möbeln und Fußböden, CDs und elektronischen Geräten, in Dämm­ und Baumaterialien sowie vielen Kosmetika. Nicht zuletzt sind auch die Hersteller von Arzneimitteln heute stark auf Erdölderivate angewiesen.

Den Verbrauch von Erdöl im Alltag reduzieren

Wie versuchen Sie, die Menge an von Ihnen verbrauchtem Erdöl im Alltag zu reduzieren? Kann man überhaupt ohne leben? Am stärksten können Sie Ihren eigenen Ölverbrauch senken, wenn Sie Ihre Wege mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad zurücklegen. Beim Kauf von Kleidung greifen Sie am besten zu Baumwolle, Hanffaserprodukten oder Leinen (in Bioqualität). Und nutzen Sie die Möglichkeit zum Verzicht auf Erdölprodukte wie Verpackungen und Plastiktüten, wo immer es geht! Stoffbeutel sehen oft besser aus und halten immer auch länger.

Ansonsten gilt wieder einmal: Weniger (Konsum und Energieverbrauch) ist mehr (Lebensqualität und Umweltschutz). Wer Elektrogeräte repariert und länger nutzt, muss weniger neu kaufen und schont so neben seinem Geldbeutel viele Ressourcen. Vermeiden Sie also unnötige Neuanschaffungen. 

Und: Teilen ist das neue Besitzen! Autos und Lastenfahrräder können genauso gemeinsam genutzt werden wie Werkzeug, Waschmaschinen, Drucker oder Scanner. Auch Secondhandläden, Tauschbörsen und Leihportale helfen uns, Dinge nicht immer neu kaufen zu müssen, im Internet finden sich hierzu viele Tauschportale.

Acht Tipps, um den eigenen Ölverbrauch zu senken

  1. Werden Sie selbst mehr körperlich aktiv: Fahren Sie mit dem Fahrrad und verzichten Sie möglichst oft aufs Auto, um den Verbrauch von Erdöl im Alltag reduzieren zu können.
  2. Setzen Sie auf Naherholung: Urlaubsziele müssen nicht immer in der Ferne liegen. Die eigene Heimat zu erkunden kann stressfreier, interessant und nicht zuletzt auch eine einfache Möglichkeit sein, den eigenen Ölverbrauch zu senken.
  3. Benutzen Sie Jutebeutel und Co: Führen Sie eigene Taschen, Flaschen, Brotboxen oder Kaffeebecher mit sich, um keine Einmal-Behältnisse kaufen zu müssen, die nach kurzem Gebrauch im Müll landen – dies ist eine besonders einfache Möglichkeit zum Verzicht auf Erdölprodukte.
  4. Versuchen Sie, verpackungslos einzukaufen: Packungslos: Kaufen Sie Lebensmittel wenn möglich unverpackt und frisch im Bioladen oder auf dem Markt.
  5. Carsharing, Mitfahrgelegenheit, Waschsalon: Nutzen Sie Dinge, die Erdöl enthalten, gemeinsam, statt sie zu besitzen extra zu kaufen und so die Produktion weiter anzukurbeln.
  6. Wertschöpfung: Reparieren und richten Sie Elektrogeräte, Möbelstücke Kleider und Co. Tauschen oder verschenken Sie, was Sie selbst nicht mehr verwenden. 
  7. Es hat sich ausgebrannt: Dateien, Musik und Fotos können online statt auf CDs und DVDs gespeichert werden. Dies spart Ressourcen und ermöglicht wirklichen Verzicht.
  8. Go Green:  Greifen Sie, soweit möglich, auf pflanzlich (statt petrochemisch, also auf Erdöl) basierte Medikamente zurück und fragen Sie dafür auch beim Arzt nach.