MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Schulanfang: ökologisch und nachhaltig

Der Beginn des neuen Schuljahres ist nicht nur für die Kinder eine aufregende Zeit. Der Alltag muss nach den Ferien wieder neu strukturiert werden, Schulsachen müssen vorbereitet und der Schulweg mit den ABC-Schützen geübt werden.

Alle Jahre wieder: Der Schulstart kann schnell zur Zerreißprobe für die Nerven der Kinder und Eltern werden. Und dann möchte man noch möglichst nachhaltig und ökologisch agieren. Wir haben einige Tipps zusammengetragen, mit denen einem umweltfreundlichen Schulstart nichts mehr im Wege steht.


Ökologische Schulsachen

Ob Schulranzen, Stifte oder Hefter: statt unbedarft die Materialliste abzuarbeiten, sollten umweltbewusste und langlebige Schulsachen, die sorgfältig ausgewählt wurden, den Weg in den Einkaufskorb finden. So kann man seine Kinder vor gefährlichen Schadstoffen schützen und ihnen bei der Auswahl von Heften, Stiften und Co. ganz nebenbei erste Öko-Lektionen bieten.

Zum Glück gibt es umweltfreundliche Schulsachen heutzutage nicht mehr nur in mausgrau. Und sie sind mittlerweile fast überall zu finden, es ist also nicht schwierig, den Schulbedarf ökologisch zu kaufen. Ein verlässliches Siegel ist der Blaue Engel. Außerdem kann man sich an den regelmäßigen Tests von Stiftung Warentest oder Öko-Test orientieren. Mit dem Papier fängt es an: Recyclingpapier schont die natürlichen Ressourcen und steht in seiner Qualität den Frischfaserpapieren in nichts mehr nach.

PVC-freie Materialien

Für die übrigen Schulsachen gilt als wichtigste Regel: Will man den Schulbedarf ökologisch und gesund kaufen, muss man PVC vermeiden: PVC – eine Art Endlager der Chlorchemie – belastet die Umwelt spätestens bei der Verbrennung, wenn es weggeworfen wird. Weich-PVC enthält Phthalate, die als Weichmacher dienen und hormonartig wirken. Bereits extrem kleine Mengen können die körperliche Entwicklung stören. Vorsicht also bei allen „geschmeidigen“ Kunststoff-Schulsachen wie Ranzen, Federmäppchen und anderen Unterrichtsmaterialien. Angeboten werden stattdessen auch PVC- und phthalatfreie Hefter und Radiergummis, umweltfreundliche Materialien aus Holz oder auch aus aus 100% Recyclingpapier, wie z.B. Kugelschreiber oder unsere farbenfrohe Heftumschläge - ausgezeichnet mit dem Blauen Engel. Die robuste Alternative zu Plastikumschlägen besteht aus stabilem 250g-Papier und ist sogar leicht schmutz- und wasserabweisend. Auch die Optik stimmt und steht im Einklang mit der Natur: Die individuell gestalteten Designs in den von den Schulen üblicherweise geforderten Farben werden klimaneutral mit Öko-Farben gedruckt. Dass die Umschläge komplett in Bayern hergestellt werden, vervollständigt die eindrucksvolle Nachhaltigkeits-Bilanz dieser tollen Idee. Erhältlich sind die Umschläge für die gängigen Schulheftgrößen DIN A4 & DIN A5 im Onlineshop des BUND Naturschutz.

Der Lack von Buntstiften kann ebenfalls Weichmacher und sogar Schwermetalle enthalten. Greifen Sie deshalb zu Stiften aus unbehandeltem Holz. Tabu sollten Text- und Permanent-Marker sein. Sie enthalten leicht flüchtige Lösungsmittel und sind im Papiereinsatz ruckzuck leergesogen. Eine gute Alternative bieten hier die BN-Trockentextmarker. Auch Filzstifte oder „Tintenkiller“ sind für Grundschulkinder meist nicht nötig. Muss es dennoch sein, sollten die Stifte frei von Lösungsmitteln auf Wasserbasis sein. Auch bei Kleber sollte man auf lösungsmittelfreie Produkte zurückgreifen.

Natürliche Inhalte

Auch beim Inhalt der Schultüte sollte man auf billige Wegwerfprodukte aus Plastik verzichten. Umweltverträgliche Geschenke wie etwa Flummis aus Naturkautschuk oder Schlüsselanhänger aus heimischem Holz gibt es (neben vielen anderen ökologischen Artikeln für Schule und Büro) im BN-Onlineshop. Sollten Sie im Schreibwarengeschäft auf Lücken im Sortiment umweltfreundlicher Schulsachen stoßen, haken Sie nach! Angebot entsteht durch Nachfrage(n).


Gesunde Brotzeit

Pausebrote landen viel zu oft im Kühlschrank oder Müll. Das bekommt weder der Entwicklung des Kindes noch der Umwelt.

Das beste Rezept dagegen: Nie zu viel mitgeben und immer eine leckere Überraschung! Schon aus Ernährungssicht ist Abwechslung nötig: Apfel- oder Karottenscheiben aufs Brot, eine Handvoll Studentenfutter sowie kleine regionale und saisonale Obst- und Gemüseportionen machen aus ewigem Einerlei eine bunte und gesunde Leckerei. Alles gut verpackt in einer Brotdose aus Bio-Kunststoff und die Pause wird zum vollen Genuss.

Dazu gibt es am besten Tee, Wasser, Apfelschorle oder nicht zu saure Säfte in der eigenen Flasche. Hier gibt es mittlerweile ein breites Angebot von Trinkflaschen aus Edelstahl oder Plastik ohne Weichmacher oder bedenklichen Zusatzstoffen. Lebensmittelsichere Verpackungen erkennen Sie am Glas-und Gabel-Symbol.


Sicher zur Schule - am besten zu Fuß oder mit dem Rad

In Städten ist der Autoverkehr die Hauptquelle für Luftverschmutzung und Lärm. Dennoch werden viele Kinder immer häufiger im Elterntaxi in die Schule gefahren. Ein Viertel aller Fahrten in Haushalten mit Kleinkindern sind Begleitfahrten. Der BUND Naturschutz rät daher, die Kinder nach Möglichkeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu begleiten.

Legten zu Beginn der 70er Jahre noch rund 90 Prozent der Erstklässler den Schulweg allein oder zusammen mit anderen Kindern zurück, so waren es im Jahr 2012 nur noch ca. 30 Prozent. Die Umweltfolgen dieser vielen und oft kurzen Autofahrten sind nicht zu vernachlässigen. Bei einem Schulweg von zwei Kilometern Länge und 200 Schultagen werden im Jahr ca. 160 Kilogramm Kohlendioxid pro Schulkind in die Luft geblasen. Der zunehmende Straßenverkehr zieht einen steigenden Flächenverbrauch nach sich, sodass in Städten immer weniger Platz für Parks und Spielplätze ist.

Ist der Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad zu bewältigen, üben Sie mit Ihrem Kind die Strecke, am besten schon vor dem Schulbeginn. So bekommt Ihr Kind Sicherheit und die selbständige Mobilität Ihres Kindes wird gestärkt. Gleichzeitig bekommt Ihr Nachwuchs Bewegung und frische Luft. Für längere Fahrten können öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden. Fahrgemeinschaften lohnen sich laut BUND Naturschutz, wenn sie bis auf den letzten Platz "ausgebucht" sind.