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Schulbedarf ökologisch kaufen

Der Schulstart sollte keine Materialschlacht werden! Stattdessen sollten nur umweltfreundliche Schulsachen, die sorgfältig ausgewählt wurden, den Weg in den Einkaufskorb finden. Denn indem man den Schulbedarf ökologisch kauft, kann man seine Kinder vor gefährlichen Schadstoffen schützen und ihnen bei der Auswahl von Heften, Stiften und Co. ganz nebenbei erste Öko-Lektionen bieten.

ein Einkaufswagen voller Schulsachen
Schulbedarf ökologisch einkaufen (Foto: BillionPhoto / fotolia.com)

Zum Glück gibt es umweltfreundliche Schulsachen heutzutage nicht mehr nur in mausgrau. Und sie sind mittlerweile fast überall zu finden, es ist also nicht schwierig, den Schulbedarf ökologisch zu kaufen. Ein verlässliches Siegel ist der Blaue Engel. Außerdem kann man sich an den regelmäßigen Tests von Stiftung Warentest oder Öko-Test orientieren. Mit dem Papier fängt es an: Recyclingpapier schont die natürlichen Ressourcen und steht in seiner Qualität den Frischfaserpapieren in nichts mehr nach. Das ÖKOPA-Plus-Siegel, der Blaue Engel oder das vup-Zeichen markieren Papiere in Öko-Qualität.

Keine Schadstoffe in Schulsachen

Für die übrigen Schulsachen gilt als wichtigste Regel: Will man den Schulbedarf ökologisch und gesund kaufen, dann muss man PVC vermeiden: PVC – eine Art Endlager der Chlorchemie – belastet die Umwelt spätestens bei der Verbrennung, wenn es weggeworfen wird. Weich-PVC enthält Phthalate, die als Weichmacher dienen und hormonartig wirken. Bereits extrem kleine Mengen können die körperliche Entwicklung stören. Vorsicht also bei allen „geschmeidigen“ Kunststoff-Schulsachen wie Ranzen, Federmäppchen, Schnellheftern und Radiergummis. PVC erkennen Sie am Recyclingsymbol 3, dem Kürzel „PVC“ und der typisch speckigen Oberfläche. Angeboten werden stattdessen auch PVC- und phthalatfreie, umweltfreundliche Schulsachen und Kunststoffprodukte. Wenn möglich, greifen Sie lieber zu den Alternativen aus Stoff, Leder oder Papier.

Beispielsweise zu den farbenfrohen Heftumschlägen aus 100 % Recyclingpapier – ausgezeichnet mit dem Blauen Engel. Die robuste Alternative zu Plastikumschlägen besteht aus stabilem 250g-Papier und ist sogar leicht schmutz- und wasserabweisend. Auch die Optik stimmt und steht im Einklang mit der Natur: Die individuell gestalteten Designs in den von den Schulen üblicherweise geforderten Farben werden klimaneutral mit Öko-Farben gedruckt. Dass die Umschläge komplett in Bayern hergestellt werden, vervollständigt die eindrucksvolle Nachhaltigkeits-Bilanz dieser tollen Idee. Erhältlich sind die Umschläge für die gängigen Schulheftgrößen DIN A4 & DIN A5 im Onlineshop des BUND Naturschutz.

Auch bei Brotdosen sollten Sie der Metalldose den Vorzug vor Kunststoff geben. Fetthaltige Lebensmittel nehmen Weichmacher besonders gerne auf. Der Lack von Buntstiften kann ebenfalls Weichmacher und sogar Schwermetalle enthalten. Greifen Sie deshalb zu Stiften aus unbehandeltem Holz.

Tabu sollten Text- und Permanent-Marker sein. Sie enthalten leicht flüchtige Lösungsmittel und sind im Papiereinsatz ruckzuck leergesogen. Auch Filzstifte oder „Tintenkiller“ sind für Grundschulkinder meist nicht nötig. Muss es dennoch sein, sollten die Stifte frei von Lösungsmitteln (auf Wasserbasis) sein. Auch bei Klebern sind Lösungsmittel tabu. Ob welche drin sind, erkennen Sie am Etikett: Bei unbedenklichen fehlt das Symbol für Feuergefährlichkeit. Kaufen Sie am besten nie Mäppchen und Taschen mit komplettem Inhalt. Sie bekommen hier anstatt hochwertigen und umweltfreundlichen Schulsachen ziemlich sicher problematische und teilweise unnütze Billigware.

Auch beim Inhalt der Schultüte sollte man auf billige Wegwerfprodukte aus Plastik verzichten. Umweltverträgliche Geschenke wie etwa Flummis aus Naturkautschuk  oder Schlüsselanhänger aus heimischem Holz gibt es (neben vielen anderen ökologischen Artikeln für Schule und Büro) im BN-Onlineshop. Sollten Sie im Schreibwarengeschäft auf Lücken im Sortiment umweltfreundlicher Schulsachen stoßen, haken Sie nach! Angebot entsteht durch Nachfrage(n). Um den Schulbedarf ökologisch zu kaufen, können Sie auch auf spezialisierte Anbieter im Internet ausweichen (siehe „Rat holen“).

Zehn Tipps für den Schulstart

  • Um den Schulbedarf ökologisch zu kaufen, können Sie auch eine Einkaufsgemeinschaft mit anderen Eltern gründen oder nutzen, das spart Geld und unnötige Transportwege.
  • Kaufen Sie nur Recyclingpapier und FSC-zertifizierte Holzprodukte.
  • Malkästen sollten austauschbare Näpfe zum Nachkaufen haben.
  • Nutzen Sie Klebstoffe auf Wasserbasis oder Klebestifte.
  • Kaufen Sie Füllertinte nur in Schwarz oder Blau. Andere Farben können problematische Stoffe enthalten.
  • Zum Text-Markieren genügen Buntstifte oder fluoreszierende  Trockentextmarker.
  • Frischen Sie eingetrocknete Filzstifte mit Essig auf.
  • Mäppchen, Taschen und Behälter müssen robust genug für den Schulalltag  sein.
  • Brotzeit: Viel Abwechslung und gesundes Buntes wie Obst und Gemüse schmeckt dem Nachwuchs und hält ihn gesund.
  • In die Schultüte passt auch Immaterielles – zum Beispiel ein Gutschein fürs Schwimmbad oder fürs Kino.

Rat holen, nachlesen

Umweltfreundliche Schulsachen und Büroartikel: www.schueler-shop.de, www.memo.de
Broschüre zum Thema: „Schulzeit 2010“: www.stiftung-natur-schutz.de
Testberichte zu Schulranzen und Filzstiften: www.oekotest.de
BUND-Broschüre „Gefährliche Lieblinge: Bei welchen Produkten für Kinder ist Vorsicht geboten?“: