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Heizen mit Holz

Schaut man in die Baumärkte, dann sieht man, dass Heizen mit Holz richtig »in« ist. Es ist ja auch zu schön, gerade an kalten Tagen am knisternden Kamin zu sitzen. Doch wenn wir Holz statt Erdöl und Erdgas verfeuern, profitieren Natur und Klima nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Brennender Kaminofen
Brennender Kaminofen (Foto: digitalstock / fotolia.com)

Könnte das Heizen mit Holz zu einer Gefahr für unseren Wald werden? Die Antwort ist eindeutig: Ja! Wollte man – beim heutigen Bedarf an Heizenergie – alle unsere Wohngebäude mit Holz beheizen, wäre der deutsche Wald in fünf bis zehn Jahren verschwunden. Unsere Maßgabe muss deshalb sein, höchstens so viel heimisches Holz zu verfeuern, wie gleichzeitig nachwächst. Nur dann nutzen wir diesen Rohstoff nachhaltig und annähernd "CO2-neutral", wie uns die Werbung fürs Heizen mit Holz gern pauschal verspricht. Nachwachsendes Holz deckt aber gerade einmal fünf Prozent unseres derzeitigen Energieverbrauchs. Die beliebten Holzpellets kommen deshalb zunehmend aus dem Ausland oder gar Übersee, und das oft aus nicht nachhaltiger Forstwirtschaft.
Heizen mit Holz kann dem Klimaschutz dienen, wenn das Holz nachhaltig gewonnen wurde und wieder nachwachsen darf. Und wenn Holzabfälle aus Sägewerken, der Möbelherstellung oder – am Ende der "Nutzungskaskade" – aus Althölzern in Heizkraftwerken mit Fernwärme verfeuert werden. Damit lassen sich Städte oder Industriebetriebe sehr effizient mit Strom und Wärme versorgen.

Moderne Holzöfen

Heizen mit Holz sollten Sie effizient und sauber in Häusern mit niedrigem Energiebedarf. Dafür sollte ein moderner Ofen oder Kessel mit sehr guter Rauchgasreinigung bereitstehen, am besten mit dem Gütesiegel "Blauer Engel" zertifiziert. Sonst belasten Sie sich und Ihre Nachbarn mit zu viel Feinstaub und Giften wie polyzyklischen Aromaten.

Gehen Sie mit Ihrem Brennholz möglichst sparsam um. Senken Sie dazu Ihren Energieverbrauch auf 80 bis 100 kWh/m2, indem Sie Wände, Fenster, Dach und Keller dämmen. Komfortabel und energiesparend sind Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung, die weitere 30 bis 50 kWh/m2 einsparen. Den Restbedarf decken Sie am besten mit einer solarthermischen Heizung, die unterstützend 20 bis 40 kWh/m2 Heizwärme liefert.

Wenig bekannt sind bisher Voll-Solarheizungen, die uns dank pfiffiger Technik (Luftkollektor, Eisspeicher, Wärmepumpe) ganzjährig mit Heizenergie aus Solarwärme versorgen. Da muss die Solarenergie nicht den "Umweg" über den Wald gehen. Sie sparen sich Öltank oder Gasanschluss und brauchen auch kein Holzlager.

Fazit: Wer sparsam mit Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft oder mit Solarenergie heizt, praktiziert aktiven Klimaschutz. Und vermeidet Raubbau an unserem Wald, in dem sich auch noch künftig genug Holz natürlich zersetzen darf, zugunsten der biologischen Vielfalt.

Sechs Tipps zum Heizen mit Holz

  • Versichern Sie sich bei Ihrem Händler, dass sein Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.
  • Verfeuern Sie – wie gesetzlich vorgeschrieben – nur trockenes und geeignetes Brennholz. Feuchtes Holz oder Holzabfälle sind tabu.
  • Lassen Sie Ihren Ofen oder Ihren Heizkessel regelmäßig warten.
  • Stellen Sie als Hausbesitzer einen Stufenplan zur energetischen Optimierung ihrer Hauses, eine Energieberatung kann hierbei helfen.
  • Nutzen Sie die staatliche Förderung energetischer Sanierungen:  www.bafa.de
  • Reisig, dünne Äste und morsches Biotopholz (es dient als Nahrung und Wohnraum Insekten und Pilze) sollten im Wald bleiben.