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Die „Pfingstblume“ braucht Schutz

Der Gelbe Frauenschuh, oder die Pfingstblume, wie die Orchidee wegen ihrer Blütezeit im Mai oder Juni auch genannt wird, steht in Bayern auf der Roten Liste. Dunkle Wirtschaftsforste, intensive Landwirtschaft und sogenannte Orchideenliebhaber haben ihm schwer zugesetzt.

Der ehemals häufige Gelbe Frauenschuh ist mittlerweile eine seltene Attraktion. Über weite Gebiete ist er sogar ausgerottet. Die Lage ist so ernst, dass die Pfingstblume auf der Roten Liste Deutschlands und Bayerns als gefährdet eingestuft wird. Gründe für ihren Rückgang sind vor allem die Verschlechterung von Standorten, das Ausgraben und Zertreten von Pflanzen und der Mangel an Bestäubern.

Die Lebensbedingungen für den Gelben Frauenschuh haben sich vielerorts verschlechtert. Naturnahe Wälder sind selten geworden, althergebrachte Waldnutzungsformen werden aufgegeben und die Forst- und Landwirtschaft intensiviert. Eine gewisse Menge an Licht ist für den Frauenschuh lebensnotwendig. Wenn ehemals helle Wälder in dunkle Fichtenforste umgewandelt werden oder Kalkmagerrasen verbuschen, hat die Pflanze schlechte Karten. Kommt nicht mehr genügend Licht bei ihr an, bildet sie keine Blüten mehr aus. Bei ganz schlechten Bedingungen kann sie auch im Boden als sogenannte „planta subterranea“ einige Jahre überdauern. Irgendwann verschwindet sie jedoch gänzlich.

Gefährliche Phase: Die Blütezeit der Pfingstblume

Zum anderen leiden die Bestände unter dem sogenannten Orchideentourismus. Denn, alleine ist man nicht, wenn man zur Blütezeit einen der Standorte des Gelben Frauenschuhs besucht. Bekannte Vorkommen werden Jahr für Jahr zur Blütezeit von Menschenmengen besucht. „Blumenfreunde“ graben Pflanzen aus oder sind mit dem Fotoapparat auf der „Jagd“ nach dem bestmöglichen Foto und zertreten dabei benachbarte Pflanzen oder – was noch schlimmer ist – verdichten den Boden rund um die Orchideen. So ist es kein Wunder, dass wichtige Vorkommen mancherorts zur Blütezeit von Naturschützern bewacht oder Standorte vor der Allgemeinheit geheim gehalten werden.

Insbesondere das Pflücken oder Ausgraben bedroht die begehrte Orchidee an vielen Standorten. Dabei ist diese Sammelwut mancher Pflanzenliebhaber nicht nur egoistisch und illegal, sondern auch völlig sinnlos. Der Gelbe Frauenschuh ist auf einen ganz bestimmten Wurzelpilz, einen Mykorrhizapilz der Gattung Rhizoctonia, angewiesen. Dieser kommt nur in Wäldern vor, in denen auch Nadelbäume wachsen. In Gärten können sie deshalb nicht keimen. Schon im nächsten Frühjahr ist es also vorbei mit der Pracht. Pech für den Hobbygärtner, aber vor allem für die Orchidee.

Aber auch das Fehlen von Bestäubern wird als Grund für den Rückgang der Art nicht ausgeschlossen. Das kann beispielsweise passieren, wenn es im weiteren Umkreis eines Frauenschuhbestandes keine geeigneten Lebensräume für bestäubende Insekten mehr gibt, vor allem für die Sandbienen (Gattung Andrena), die für die Orchidee sehr wichtig sind. Oder, wenn das Frauenschuhvorkommen zu klein wird und damit für die Bestäuber nicht mehr attraktiv ist.