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Für eine FAIRE, TRANSPARENTE NATIONALPARKSUCHE

Wo soll Bayerns dritter Nationalpark entstehen? Der BUND Naturschutz fordert einen sachorientierten, transparenten Suchprozess. Dabei ist vorrangig der Steigerwald als Nationalpark zu schützen. Bayern hat aber das landschaftliche Potenzial für mindestens zwei weitere Nationalparke im Spessart und Ammergebirge.

Der Steigerwald braucht den Schutz als Nationalpark. Im Bild ein seltener Mittelspecht (Foto: BN/Thomas Stephan)

27.02.2017

Die Potenziale für weitere großflächige Schutzgebiete in der Rhön, den Donau- und Isarauen und den Truppenübungsplätzen Hohenfels und Grafenwöhr sind anhand naturschutzfachlicher Kriterien zu prüfen. Aus Sicht des BN sollen diese Großschutzgebiete durch viele mittlere und kleine Naturwaldgebiete vernetzt werden und in eine naturnahe Waldwirtschaft auf den übrigen Waldflächen eingebettet sein.

Der BN bedauert, dass bislang im Umweltministerium die Vorbereitungen nur intern laufen. Er fordert ein ebenso offenes und transparentes wie rein fachlich basiertes Auswahlverfahren inklusive Steigerwald. In diesem Verfahren fordert der BN ein, dass die Information, Beratung und Akzeptanzschaffung bei der Bevölkerung und Kommunalpolitik in nationalparkwürdigen Regionen vorrangig eine staatliche Aufgabe sein soll, für die entsprechende Mittel und personelle Kapazitäten umgehend bereitgestellt werden müssen. Dabei sollen Naturschutzverwaltungen eng mit der Forstverwaltung zusammenarbeiten und gemeinsam auftreten. Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) müssen die Schaffung weiterer Nationalparke in Bayern als neue Zielsetzung übernehmen.

Der BN fordert eine landesweite Potenzialanalyse und Suchraumkulisse für ein Netz von mehreren neuen Nationalparken in Bayern. Dabei müssen vor allem die Bevölkerung, die Kommunalpolitik und die Verbände frühzeitig in die Diskussionen eingebunden werden, welche Gebiete naturschutzfachlich geeignet sind. So soll das Umweltministerium in einem ersten Schritt auf einer naturschutzfachlichen Basis geeignete Gebiete benennen. Dann sollen Umwelt- und Forstverwaltung gemeinsam in einem geordneten Prozess die ausgewählten Regionen über die Chancen und Anforderungen eines Nationalparks informieren. Auf dieser Basis können sich dann Kommunalpolitik und Bevölkerung eine Meinung bilden.

BAYERN HAT POTENzIAL FÜR MEHRERE NATIONALPARKE

An einen Nationalpark werden durch nationale und internationale Vorgaben hohe naturschutzfachliche und formale Anforderungen gestellt. Vorrang muss dabei aus Sicht des BN haben, dass die Wälder und andere Biotoptypen besonders naturnah zusammengesetzt und repräsentativ sein sollen: Sie sollen ein besonders typisches Artvorkommen und eine herausragende Bedeutung für den Biotopverbund aufweisen. Es soll sich um ein großräumiges (mindestens 10.000 Hektar) und weitgehend unzerschnittene Flächen im öffentlichen Eigentum (i.d.R. Staatswald) handeln. Der BN stellt klar, dass Privatwälder nicht gegen den Willen der Eigentümer herangezogen werden dürfen.

Der BN hält den Steigerwald für das aus naturschutzfachlichen Gründen für einen Buchenwald-Nationalpark in Bayern vorrangig zu schützende Gebiet. Denn er erfüllt die an einen Nationalpark zu stellenden Anforderungen am besten, was auch etliche Gutachten untermauern. Der BN fordert daneben auch die Laubwälder im Spessart und Bergmischwälder im Ammergebirge durch Nationalparke zu schützen.

So unterstützt der BUND Naturschutz auch den Dialogprozess und die Suche nach einem geeigneten Gebiet für einen Nationalpark im Spessart. Der Steigerwald muss aber im Suchprozess für den dritten bayerischen Nationalpark bleiben. Zudem werden aktuell Nationalparke für weitere Gebiete diskutiert, was deren naturschutzfachliche Bedeutung unterstreicht. In der Rhön geht es um Waldflächen mit hoher standörtlicher Vielfalt im Zusammenhang mit dem Biosphärenreservat. Hier muss aber geprüft werden, ob die fachlichen Kriterien für einen Nationalpark mit Einbezug von anderen öffentlichen Wäldern erreicht werden können.

Im Bereich von Donau und Isar (Auwälder im Raum Ingolstadt / Mittlere Isar Raum Freising / Isarmündungsgebiet) wäre ein auf mehrere Gebiete verteilter Nationalpark denkbar. Da es in den Donauauen vergleichsweise wenig Staatswald gibt würde dies - um keinen Privatwald zu beanspruchen - einen freiwilligen Landtausch v.a. mit dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds voraussetzen.

Mit einer langfristigen Perspektive - weil es die derzeit unwahrscheinliche Aufgabe der militärischen Nutzung erfordert - gehören die beiden Truppen-übungsplätze Hohenfels und Grafenwöhr in der Oberpfalz unter Beibehaltung ihres Offenlandcharakters ebenfalls zu den Kandidaten für ein Großschutzgebiet.

Weiterführende Links

Infos des Bayerischen Umweltministeriums zum dritten Nationalpark

Ja zum Nationalpark Steigerwald

Freundeskreis Nationalpark Steigerwald

Förderverein Nationalpark Ammergebirge

Freunde des Spessart für einen Nationalpark Spessart

Infos der BN-Kreisgruppe Main-Spessart zum Nationalpark Spessart

BN-Pressemeldung zu Protesten gegen einen Nationalpark Spessart