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Grünes Band: Vorstand des European Green Belt trifft sich in Nürnberg

Am 19. und 20. April traf sich der Vorstand des European Green Belt im Projektbüro des BUND Naturschutz für das Grüne Band in Nürnberg. Dabei wurde auch der jüngste Erfolg für den Biotopverbund herausgestellt: Der 200 Kilometer lange oberpfälzische Teil des Grünen Bands wird gestärkt und die Zusammenarbeit mit Tschechien intensiviert.

Das Naturschutzgebiet Torflohe und Pfrentschweiher am Grünen Band Oberpfalz, Bild: Berndt Fischer

Verlauf des Grünen Bandes Europa

Verlauf des Grünen Bandes Bayern-Tschechien mit grenzübergreifenden Biotop-Querverbindungsachsen, Karte: BUND Projektbüro Grünes Band

Vorstandsmitglieder des Vereins European Green Belt, Nürnberg 20.04.2017, Bild: BUND Projektbüro Grünes Band

Grünes Band Bayern-Tschechien, Bischofsreuter Waldhufen bei Haidmühle (Freyung-Grafenau), Bild: BUND Projektbüro Grünes Band

20.04.2017

Das Treffen fand im Projektbüro Grünes Band des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) statt. Während einer Exkursion zum Grünen Band Bayern-Tschechien im Bereich des Oberpfälzer Waldes/Český les wurde dessen Bedeutung als Bestandteil des europäischen Lebensraumverbundes unterstrichen. In Zeiten wachsender Europa-Verdrossenheit steht das Grüne Band Europa wie keine weitere Initiative für die Umsetzung des europäischen Gedankens. Der über 12.500 Kilometer lange Lebensraumverbund entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs ist ein herausragendes Beispiel für grenzübergreifenden Naturschutz. Das 346 Kilometer lange Grüne Band Bayern-Tschechien ist ein wichtiger Teil des zentraleuropäischen Abschnitts dieses längsten ökologischen Korridors der Welt. Der BN setzt sich hier seit Langem für grenzüberschreitende Kooperation, die Zusammenarbeit mit Gemeinden und lokalen  Akteuren sowie den Ankauf wertvoller Flächen zur langfristigen Sicherung für den Arten- und Klimaschutz ein.

Erfolg für den BN: Regierung stärkt Grünes Band in der Oberpfalz

Dr. Liana Geidezis, Leiterin des BUND-Projektes Grünes Band, unterstrich die Bedeutung des jüngsten Ministerratsbeschlusses der bayerischen Staatsregierung vom 4. April 2017: “Das knapp 200 Kilometer lange Grüne Band Oberpfalz, immerhin 58 Prozent der Gesamtlänge des Grünen Bandes Bayern-Tschechien, soll als Teil des wichtigsten Biotopverbundes Europas gestärkt und die grenzübergreifende Zusammenarbeit mit Tschechien intensiviert werden. Hiermit greift die bayerische Staatsregierung langjährige Forderungen des BN zu Erhalt und Schutz des einzigartigen Natur- und Kulturerbes auf, was wir begrüßen und unterstützen“.

Der Vereins-Vorstand besichtigte mit Vertretern der Schutzgebietsverwaltung naturschutzfachlich herausragende Kerngebiete des 470 Quadratkilometer großen tschechischen Schutzgebiets Český les, das zu weiten Teilen angrenzend zum Regierungsbezirk Oberpfalz liegt. Hierbei wurde deutlich, wie die Abgeschiedenheit entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs zur Entstehung von wertvollsten Naturrefugien und zum Erhalt von Relikten traditioneller Kulturlandschaften beitrug. Dieses Natur- und Kulturerbe langfristig durch angepasste Nutzungsformen zu erhalten und für die Bevölkerung der Grenzregionen und Touristen erlebbar zu machen, sind große Herausforderungen für die Akteure vor Ort.

European Green Belt verbindet 24 Länder 

Dem Vorstand des Vereins European Green Belt gehören momentan Ländervertreter von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen aus Albanien, Bulgarien, Deutschland, Finnland, Polen, Russland, Serbien und Tschechien an. Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur, betonte die Bedeutung des Vereins als Steuerungsstruktur: „Bei einer Initiative, die 24 europäische Länder verbindet und geschätzt über 150 Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen einbezieht, ist es besonders wichtig, Entscheidungen transparent und nachvollziehbar zu gestalten. Mit der European Green Belt Association und einer Vorstandsstruktur, der Vertreter aus allen vier Regionen des Grünen Bandes Europa angehören, aus Fennoskandien, dem Ostseebereich, Zentraleuropa und dem Balkan, verwirklichen wir eine demokratische Lenkung der Initiative.“

Der Verein European Green Belt setzt sich für die Erhaltung und Weiterentwicklung des Grünen Bandes Europa ein. Er entscheidet u. a. über die Auszeichnung besonders engagierter Gemeinden am Grünen Band Europa und initiiert und unterstützt grenzübergreifende Projekte und Aktivitäten. Zudem setzt er sich auf politischer Ebene für die Sicherung und Entwicklung des Grünen Bandes Europa ein. Die Stiftung EuroNatur hat den Vorsitz und der BUND den stellvertretenden Vorsitz im Verein. 

BUND Naturschutz: Initiator des Grünen Bandes in Deutschland und Europa

Der BUND Naturschutz engagiert sich seit 1989 für den Schutz des innerdeutschen Grünen Bandes. Er hat 2002 ein Grünes Band durch Europa vorgeschlagen und ist damit ein Initiator der Grüne Band Europa Initiative, die sich für Schutz und Entwicklung des über 12.500 Kilometer langen Lebensraumverbundes entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer einsetzt. Das BUND Projektbüro Grünes Band ist seit 2004 Regionalkoordinator für den zentraleuropäischen Abschnitt von der Ostsee bis zur Adria. In der pan-europäischen Initiative arbeiten Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen aus 24 Anrainerstaaten zusammen. BN und BUND sind Gründungs- und Vorstandsmitglied des 2014 gegründeten Vereins Grünes Band Europa („European Green Belt Association e.V.“). 2015 zeichnete der BN die Gemeinde Haidmühle (Landkreis Freyung-Grafenau) für ihr Engagement zum Erhalt der Bischofsreuter Waldhufen, einer artenreichen naturnahen Kulturlandschaft, als erste Modellgemeinde am Grünen Band Europa aus.

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Für Rückfragen

Dr. Liana Geidezis und Melanie Kreutz
Projektbüro Grünes Band
Tel. 09 11 / 57 52 94 10
gruenesband@bund-naturschutz.de