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Ortsumfahrung Seubersdorf, Landkreis Neumarkt

BUND Naturschutz bekräftigt Ablehnung der geplanten Naturzerstörung

Foto: BN, v. li. Reinhard Scheuerlein, Klara Grönninger, Hans Schön

17.08.2017

Mit Unverständnis reagiert der BUND Naturschutz (BN) auf die Absicht der Gemeinde Seubersdorf (Landkreis Neumarkt i.d. Opf.) und der bayerischen Straßenbauverwaltung, trotz der Schlappe vor dem Verwaltungsgerichtshof an den bisherigen Plänen für eine Ortsumfahrung festzuhalten. Bei einer Begehung vor Ort sicherte der Reinhard Scheuerlein, BN-Regionalreferent für die Oberpfalz, der Ortsgruppe die weitere Unterstützung des Verbands zu.

Die beabsichtigte Umfahrung war ursprünglich als Bestandteil der Bundesstraße B8 geplant worden, obwohl deren Abstufung zu einer Staatsstraße schon unmittelbar bevorstand. Mit dem Trick der Aussetzung dieser Abstufung sollte die nur noch örtlich bedeutsame Baumaßnahme dennoch als Bundesfernstraße realisiert werden. Doch dabei machte der Bayer. Verwaltungsgerichtshof nicht mit, so dass die entsprechende Klage des BUND Naturschutz in Frühjahr 2016 zur Aufhebung der damaligen Planung führte.

Der BUND Naturschutz kritisiert, dass die gleiche Umfahrungsstraße nun kurzfristig als Staatsstraße geplant wird, obwohl sie überhaupt nicht im gültigen Staatsstraßenausbauplan enthalten ist. Außerdem hat sich nach Auffassung des BN am fehlenden Bedarf für die aufwändige Baumaßnahme seit der ersten Planung nichts geändert. Dennoch sollen dafür mehr als 40.000 Quadratmeter Wald abgeholzt und der vorhandene ökologische wertvolle Waldrand auf ca. 900 Metern Länge zerstört werden.

Bei einer Ortsbegehung mit Vertretern der BN-Ortsgruppe Seubersdorf bekräftigte Reinhard Scheuerlein, Regionalreferent für die Oberpfalz, die weitere Ablehnung dieser Trasse durch den BUND Naturschutz. "Ein derartiges Ausmaß an Naturzerstörung ist mit der geringen Verkehrsbedeutung der Straße nicht zu rechtfertigen und völlig unverhältnismäßig", so Scheuerlein. "Außerdem müssen nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Frankenschnellweg in Nürnberg nun erhöhte Anforderungen umgesetzt werden, um nachzuweisen, dass die Planung umweltverträglich ist."

Er schloss dabei auch eine erneute Klage des BUND Naturschutz nicht aus.

Der BUND Naturschutz ruft daher das Staatliche Bauamt Regensburg und die Gemeinde Seubersdorf dazu auf, nach anderweitigen Lösungen zu suchen und Verbesserungen an der Ortsdurchfahrt ins Auge zu fassen.

Für Rückfragen: Reinhard Scheuerlein Regionalreferent für die Oberpfalz Telefon 0911 81878-13 reinhard.scheuerlein@bund-naturschutz.de

Anlage: BN-Regionalreferent Reinhard Scheuerlein (links) mit Vertretern der BN-Ortsgruppe Seubersdorf (v.r. Hans Schön, Ortsgruppenvorsitzende Klara Grönninger) am betroffenen Waldrand