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100 Prozent Erneuerbare Energien sind auch in Bayern realisierbar - die Überlandzentrale Mainfranken führt den Realbeweis vor

Wie erreichen wir 100 Prozent Versorgung mit Erneuer-bare Energien in Bayern? Die Überlandzentrale Main-franken beantwortet bereits heute wie dies für den länd-lichen Raum in Bayern tatsächlich geht.

Zu diesen Fragen hatte Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger die Verbände zum Energiegipfel Bayern eingeladen. Der BUND Naturschutz fordert nun von der Bayerischen Staatsregierung die Ergebnisse aus Unterfranken auch für Bayern umzusetzen.

26.07.2019

"Die Region der ÜZ Mainfranken stellt ein reales Beispiel der Machbarkeit und Funktionstüchtigkeit der Dezentralen Energiewende auf Basis Erneuerbarer Energien (Stromanwendungen, Wärmeanwendung und Mobilität) dar. Im ländlichen Netzgebiet der Überlandzentrale Mainfranken sind neben Haushaltskunden vor allem Handwerksbetriebe und Mittelständler Nutzer dieser nachhaltigen Energieversorgung. Im Netzbereich der Überlandzentrale gibt es keine Betriebe der Großindustrie - wir sehen hier also ein vorbildliches Beispiel für den ländlichen Raum in Bayern", so gemeinsam Richard Mergner, Vorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern e.V., und Gerd Bock, Geschäftsführender Vorstand der Überlandzentrale Mainfranken e.G.

"Seit 2016 wird im Verteilnetz der ÜZ Mainfranken über 100 Prozent Erneuerbarer Energien Strom erzeugt und damit mehr als in Summe über's Jahr im Netzbereich benötigt wird. Die Volatilität der Stromerzeugung aus den Erneuerbaren Energien Wind und Sonne in der Stromerzeugung führt dazu, dass über 58 Prozent der Jahresstunden elektrische Energie, also Strom, ins vorgelagerte Höchstspannungsnetz eingespeist wird, zum Verbrauch in den großen, benachbarten Städten. Zugleich wird zu ca. 75 Prozent der Jahresstunden die Versorgung mit Strom im eigenen Netzbereich aus Erneuerbaren Energien gedeckt", so Mergner und Bock weiter.

"Was wir brauchen, ist der schnelle Einstieg in die Bepreisung der Emissionen von Treibhausgasen, vor allem Kohlendioxid, in den Sektoren Verkehr und Wärme, denn die Nutzung von Strom aus Erneuerbaren Energien wird dort heute behindert. Eine solche Bepreisung muss eingebunden sein in ein Bündel ergänzender Regulierungen und staatlicher Fördermaßnahmen. Zur erfolgreichen Einführung einer Treibhausgas-Bepreisung sind Abgabesätze erforderlich, die eine tatsächliche Lenkungswirkung entfalten, und auch das Angebot von Alternativen," so Mergner weiter.

Wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Energiewende in dieser ländlichen Region Bayerns mit vorwiegend dezentralen, regionalen Elementen ist, dass das System der Erzeugung mit dem Verbraucherverhalten automatisiert synchronisiert werden muss. Es müsse auch eine Umkehr von bedarfsorientierter auf angebotsorientierte Nutzung erfolgen.

Halbierung unserer Energieverbräuche und Umbau auf 100 Prozent Erneuerbare Energien ist aus Sicht des BUND Naturschutz der heute einzig sichtbare nachhaltige Weg um die Ziele der Vereinbarungen der Klimakonferenz von Paris 2015 einzuhalten um die Zukunft unserer Kinder und Enkel zu sichern.

Pressekontakt für Rückfragen:
Dr. Herbert Barthel, Referent für Energie und Klimaschutz
BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Tel.: 0151-5048-9963