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Absolute Mehrheit für dritten Nationalpark

Laut repräsentativer Emnid-Umfrage sprechen sich 64 Prozent der bayerischen Bevölkerung und über zwei Drittel der CSU-Wähler für die Einrichtung eines weiteren Nationalparks aus. BUND Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz rufen deshalb die Staatsregierung mit Nachdruck auf, dem Wunsch der Bürger zu entsprechen und das Prüfverfahren zur Ausweisung eines dritten Nationalparks konsequent fortzusetzen.

12.03.2018

Eine bayernweite Umfrage im Auftrag von LBV (Landesbund für Vogelschutz) und BUND Naturschutz in Bayern (BN) zeigt, dass die Mehrheit der Bevölkerung im Freistaat sich den Schutz von Wildnis und Natur wünscht. 64 Prozent der Befragten sprechen sich dabei für einen dritten Nationalpark in Bayern aus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Emnid-Umfrage welche die beiden Naturschutzverbände heute in München vorgestellt haben. Dabei stimmten sogar über zwei Drittel der CSU-Wähler (67 %) für das Schutzgebiet. Die Naturschützer rufen deshalb die Staatsregierung mit Nachdruck auf, dem Wunsch der Bürger und Wähler Rechnung zu tragen und das Prüfverfahren zur Ausweisung eines dritten Nationalparks konsequent fortzusetzen.

Im Sommer 2016 kündigte Ministerpräsident Horst Seehofer die Standortsuche für einen dritten Nationalpark an. Der lange und aufwendige Dialogprozess, der in potentiellen Nationalpark-Gebieten zum Ziel führen sollte, kam jedoch durch den Widerstand Einzelner sowie die Verbreitung falscher Informationen nahezu zum Erliegen. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von LBV und BN zeigen nun jedoch, dass der Wunsch der bayerischen Bevölkerung nach einem weiteren Nationalpark ungebrochen bleibt. Daher muss die neue Staatsregierung unter dem zukünftigen Ministerpräsidenten Söder nun endlich den bestehenden Kabinettsbeschluss umsetzen und die Realisierung eines dritten Nationalparks ernsthaft vorantreiben.

"Großflächig nutzungsfreie Waldschutzgebiete insbesondere in Nationalparken wären ein wunderbares Geschenk an künftige Generationen zum 100-jährigen Jubiläum des Freistaats Bayern.", so Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV. "Darüber hinaus brauchen wir diese Wildnisgebiete als Lernorte und Gegenpol in einer sonst fast flächendeckend genutzten Landschaft. Das bestätigt auch die große Unterstützung, die Nationalparke in der Bevölkerung erfahren."

"Wir freuen uns, dass es glasklare Mehrheiten für einen weiteren Nationalpark in Bayern gibt. Bayern hat neben dem Steigerwald das landschaftliche Potential für mehrere Nationalparke: zu Recht sind die Rhön und die Donau- und Isarauen im Nationalparksuchprozess. Diesen muss auch ein neuer Ministerpräsidenten Markus Söder engagiert fortführen. Auch der Spessart sowie das Ammergebirge sind grundsätzlich für einen Nationalpark geeignet. Auch hier müssen Waldschutzgebiete weiter fachlich geprüft werden ", betont der BN-Vorsitzende Hubert Weiger.

"Die Umfragemehrheiten selbst bei CSU-geneigten Befragten trotz der mit groben Unwahrheiten gespickten Angstkampagnen regionaler CSU-Landtagsabgeordneter sind ein klares Signal an die neue Staatsregierung, den von Umweltministerin Ulrike Scharf engagiert geführten Dialog in allen Regionen fortzusetzen. Die Haltung der Landtagskandidaten zu einem dritten Nationalpark wird für den BUND Naturschutz ein zentraler umweltpolitischer Prüfstein im Wahlkampf werden", so BN-Landesbeauftragter Richard Mergner.

Hintergrundinformation zu der Emnid-Umfrage: Das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid befragte zwischen dem 9.2. und 1.3.2018 1.000 Menschen aus ganz Bayern. Die Befragung wurde bevölkerungsproportional durchgeführt. Die Verteilung der Telefoninterviews orientierte sich an der Einwohnerverteilung auf die einzelnen Landkreise und Städte.

Für Rückfragen

Richard Mergner
Landesbeauftragter
BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Tel. 0171-639 43 70
richard.mergner@bund-naturschutz.de