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Agrarbündnisverbände thematisieren Mitverantwortung Bayerns für Glyphosateinsatz, Landraub und Regenwaldzerstörung

Futtermittelimporte kritisiert. Nur Kennzeichungspflicht ermöglicht Verbrauchern Wahlfreiheit

Vorstellung der neuen Futtermittelbroschüre des Agrarbündnis Bayern; vlnr: Marion Ruppaner, BN; Gisela Voltz, Mission EineWelt; Isabella Hirsch, AbL

05.02.2018

In ihrer neuen Broschüre: "Soja, Regenwald und Glyphosat" haben die Verbände des bayerischen Agrarbündnisses AbL, BN und Mission EineWelt die Mitverantwortung Bayerns für die Zerstörung des Regenwaldes in Südamerika, die Vertreibung von Kleinbauern und den großflächigen Einsatz von Glyphosat durch den Import von gentechnisch verändertem Soja thematisiert.

Glyphosatausbringung per Flugzeug

Beim Sprühen von Unkrautvernichtungsmitteln aus dem Flugzeug werden dort das Trinkwasser und die Umwelt vergiftet, und es häufen sich Krebs-fälle und Fehlgeburten in diesen Gegenden.

Sojaimporte nach Bayern noch sehr hoch

Trotz der Erfolge der 2011 vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium gestarteten Eiweißinitiative werden immer noch 560.000 Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot zu Futterzwecken nach Bayern importiert. Dafür werden ca. 280.000 Hektar Anbaufläche, vor allem in Südamerika in Anspruch genommen. Der Großteil des importierten Sojas wird an Rinder und Schweine verfüttert und damit mehr Milch und Fleisch erzeugt, als gebraucht wird.

Überproduktion als Problem

Ein Viertel der Milchpulverexporte aus der EU Intervention geht in afrikanische Länder und ruiniert dort Märkte, wie z.B.in Burkina Faso. Bauern werden zu Landlosen, die dann auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind.

In Bayern lag der Selbstversorgungsgrad für Milch und Milcherzeugnisse 2016 bei 164 % und für Käse bei 292 %. Im Segment Magermilchpulver deckte die Produktionsmenge den Bedarf zu 317 %.

Fütterungsalternativen ausbauen

Dass es auch anders geht, zeigen die Beispiele zu regionalen Fütterungskonzepten in der neuen Broschüre. Immer mehr Milch wird auch in Bayern mit dem Prädikat ohne Gentechnik verkauft. Beim Fleisch muss ein neuer Markt erst noch wachsen.

Kennzeichnungspflicht endlich umsetzen

Die Verbände fordern daher, dass die Kennzeichnungspflicht für tierische Produkte aus gentechnischer Fütterung, die schon im Koalitionsvertrag der letzten Bundesregierung verankert war, endlich umgesetzt wird. Nur so haben die Verbraucher auch eine Wahlmöglichkeit im konventionellen Fleischbereich. Bei Biolebensmitteln sind nach gesetzlichem Standard der EU Bioverordnung gentechnisch veränderte Futtermittel per se ausgeschlossen.

Forderungen für eine artgerechte gentechnikfreie Fütterung

Zur Lösung des Überangebotes fordern die Verbände gesetzliche Rahmenbedingungen, wie die Fleischerzeugung an die vorhandenen Flächen für den Futteranbau anzupassen, die Milcherzeugung an den Binnenmarkt anzupassen und regionale Wertschöpfungsketten zu stärken. Auch die Einführung einer Kennzeichnungspflicht für die Haltungsform bei Schweinen und Geflügel wird gefordert. Bei der staatlichen Förderung, Beratung und Forschung müssen die betriebseigene Fütterung, Weidesysteme und Anbauberatung für Erbsen, Bohnen, Lupinen und auch Soja eine bessere Unterstützung erfahren.

Die neue Broschüre steht als download zur Verfügung unter https://www.bund-naturschutz.de/landwirtschaft/veroeffentlichungen.html

https://mission-einewelt.de/wp-content/uploads/2018/01/Futtermittel_i.pdf

Mission EineWelt hat eine Mailkampagne an Bundeskanzlerin Merkel gestartet, in der ein Importstopp für Gensoja aus Brasilien gefordert wird, da der Sojaanbau dort ganz aktuell zahlreiche kleinbäuerliche Familienbetriebe

zerstört und vertreibt: mission-einewelt.de /kampagnen/soja-protest/

Für Rückfragen:

Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin, Tel. 0911 81878-21;

mobil am 5.2.: 0173-44 66 55 3

Gisela Voltz, Mission EineWelt, Referat Entwicklung und Politik,
Tel. 0911-36672-0;

Andrea Eiter; Geschäftsführerin AbL-Bayern, Tel. 0821/45 40 951,
mobil 0170/99 134 63