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Amphibien in der Oberpfalz auf Wanderschaft

Frösche und Kröten unterwegs zu ihren Laichplätzen; BUND Naturschutz bittet Autofahrer um Vorsicht

- Erfolgreiches Volksbegehren "Rettet die Bienen" auch wichtig für den Amphibienschutz

12.03.2019

Seit mehr als einer Woche lockt der rasche Temperaturanstieg Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren. Auch in allen Oberpfälzer Kreisgruppen des BUND Naturschutz (BN) betreuen nun freiwillige Helferinnen und Helfer, unterstützt von Straßenbaubehörden, Gemeinden und Landschaftspflegeverbänden, Schutzzäune, um diese Tiere auf dem Weg zu ihren Laichgewässern vor dem Tod auf den Straßen zu bewahren. Die bayernweite Aktion rettet jährlich 500.000 - 700.000 Amphibien das Leben. Weitere Helferinnen und Helfer sind willkommen.

An den ersten Tagen mit milderen Temperaturen und frostfreien Nächten haben Kröten, Frösche und Molche in diesem Jahr bereits Ende Februar begonnen, sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern machen. Ab einer nächtlichen Temperatur von circa 5 ° C und insbesondere bei regnerischem Wetter sind die fortpflanzungsbereiten Tiere dann massenweise auf Wanderschaft.

Deshalb sind in diesen Wochen wieder zahlreiche ehrenamtlich Aktive des BUND Naturschutz an Straßenrändern unterwegs, kontrollieren jeden Abend und oft auch morgens die Fangzäune und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite.

Allerdings stellen immer mehr Helferinnen und Helfer fest, dass frühere Allerweltsarten wie der Grasfrosch vielerorts seltener in den Fangeimern zu finden sind. Um die Bestände zu retten, muss der Rückgang von feuchten Wiesen und Weiden in Bayern gestoppt werden, so wie es das unlängst mit überwältigender Beteiligung von der Bevölkerung unterstützte Volksbegehren zur Artenvielfalt vorsieht. "Viele Amphibien können wir vor dem Straßentod retten. Aber der Rückgang der Insekten macht ihnen dennoch schwer zu schaffen. Denn die Hauptnahrung der Kröten, Frösche und Molche sind Insekten!", so Reinhard Scheuerlein, Regionalreferent für die Oberpfalz.

"Auch der umfangreiche Einsatz von Pestiziden trägt zum allmählichen Verschwinden unserer Amphibien bei. Darum ist es wichtig, dass die Inhalte des erfolgreichen Volksbegehrens zur Artenvielfalt nun ins bayerische Naturschutzgesetz aufgenommen werden", so Peter Zahn, Vorsitzender der Kreisgruppe Amberg-Sulzbach.

Möglichkeit zum Mithelfen bei der Amphibienrettung gibt es bayernweit. Die lokalen Kontaktadressen sind im Internet zu finden: www.bund-naturschutz.de/aktionen/amphibien-retter-werden

  • Der BN bittet alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme. 
  • Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Amphibienzäunen.
  • Achten Sie an den Stellen, an denen Amphibienzäune errichtet sind, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln.
  • Reduzieren Sie Ihr Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind.
  • Sie haben eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Melden Sie sich bitte per Mail an: amphibien@bund-naturschutz.de

Im Landkreis Amberg-Sulzbach hat der BUND Naturschutz neun Amphibienschutzzäune aufgebaut. Etwa 40 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer betreuen die Übergänge über vier bis fünf Wochen täglich morgens und teilweise abends regelmäßig. Im letzten Jahr konnten auf diese Weise ca. 6.000 Erdkröten und andere Amphibienarten vor dem Tod auf den Straßen bewahrt werden. Die Tendenz der Amphibienzahlen ist leider leicht rückläufig. Trotz intensiver Schutzmaßnahmen ist dies festzustellen.

Für Rückfragen:

Reinhard Scheuerlein, Regionalreferent für die Oberpfalz, Telefon 0175 4625598 E-Mail: claudia.lehner-sepp@bund-naturschutz.de