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Amphibien wandern wieder - Helfer gesucht

Die milderen Temperaturen und Regenfälle locken Kröten, Frösche und Molche aus den Winterquartieren. Rund 6.000 freiwillige Helfer des BUND Naturschutz (BN) bauen daher Amphibienzäune an Straßen auf. Das rettet jährlich bis zu 700.000 Amphibien das Leben. Der BUND Naturschutz sucht noch Helfer und bittet Autofahrer um erhöhte Aufmerksamkeit.

09.03.2018

Der schnelle Anstieg der Temperaturen nach der Frostperiode stellt Amphibienretter vor eine große Herausforderung: Während noch bis vor kurzem der gefrorene Boden den Aufbau der Amphibienschutzzäune entlang der Straßen verhinderte, lockt nun der sehr rasche Temperaturanstieg Kröten, Frösche und Molche aus den Winterquartieren. Unterstützt von Straßenbaubehörden, Gemeinden und Landschaftspflegeverbänden müssen die rund 6.000 freiwilligen Helfer des BUND Naturschutz den Aufbau der Zäune jetzt in kürzester Zeit erledigen. Weitere Helferinnen und Helfer sind willkommen. Der BN bittet Autofahrer um erhöhte Aufmerksamkeit.

Bayerns größte Tier- und Artenschutzaktion

Mit den ersten warmen Tagen und frostfreien Nächten machen die Amphibien sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden überqueren sie dann scharenweise unsere Straßen. Dort droht ihnen der Tod durch Überfahren. Deshalb sind in den nächsten Wochen wieder die ehrenamtlich Aktiven des BUND Naturschutz an Straßenrändern unterwegs, bauen zusammen mit Mitarbeitern von Bauhöfen und Landschaftspflegeverbänden Amphibienzäune auf und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite.

"Mit rund 6000 Helfern ist die Rettung unserer Amphibien die größte Tier- und Artenschutzaktion Bayerns", erklärt der BN-Artenschutzreferent Kai Frobel. „In unserer bayernweiten Amphibiendatenbank haben wir über 1.300 Wanderwege registriert. An unzähligen Straßenabschnitten werden schon seit Jahrzehnten jährlich tausende Kröten und Frösche vor dem Verkehrstot gerettet. Allerdings kommen viele Helferinnen und Helfer in die Jahre. Wir hoffen, dass es überall gelingt, dass die Betreuung der Zäune auch von Jüngeren übernommen wird."

Werden Sie Amphibienretter

Sie wollen mithelfen? Sie sind herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Sie! Bitte schreiben Sie uns eine Mail: amphibien@bund-naturschutz.de 

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, nur Freude am Amphibienschutz und eine gewisse Wetterfestigkeit dank geeigneter Kleidung, denn die Amphibien wandern am liebsten bei Regen und Nachttemperaturen von über fünf Grad. 

Sie haben eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Hier Beobachtung melden

Autofahrer bitte aufpassen

Der BN bittet außerdem alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme:

  • Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Warnschilder an den Amphibienschutzzäunen.
  • Achten Sie an den Stellen, an denen ehrenamtliche Naturschützer Krötenzäune errichtet haben, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln.
  • Reduzieren Sie Ihr Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind. 

Mehr erfahren: Alles über Amphibien in Bayern

Für Rückfragen

Ulrike Geise
BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Tel. 0 93 86 / 9 01 61
ulrike.geise@bund-naturschutz.de