MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Auf Nationalparkförderung in Millionenhöhe nicht verzichten

BN appelliert an Kommunalpolitik und Wirtschaft im Steigerwald

Ein dritter Nationalpark ist für Bayern versprochen

Die Staatsregierung verteilt den Kuchen

Der Steigerwald geht leider leer aus

23.01.2017

Im Rahmen der Pressekonferenz wirbt der BUND Naturschutz in Bayern (BN) gemeinsam mit dem Verein Nationalpark Nordsteigerwald und dem Freundeskreis Nationalpark Steigerwald bei zukunftsorientierten Kommunalpolitikern und Unternehmern in der Steigerwaldregion, die Nationalparkidee im Steigerwald tatkräftig zu unterstützen. Aufgrund der völlig neuen Positionierung der Staatsregierung für einen dritten Nationalpark in Bayern fordern BN, Freundeskreis und Bürgerverein das Thema Nationalpark in den Stadt- und Gemeinderäten in der Steigerwaldregion neu zu diskutieren. Denn nach Aussagen der Bayerischen Staatsregierung soll ein dritter Nationalpark kommen, der eine dauerhafte Förderung der Nationalparkregion in Millionenhöhe bedeutet. Zusätzlich ermöglicht ein sanfter Nationalpark-Tourismus auch in angrenzenden Naturparken eine millionenhohe Wertschöpfung. Obwohl eine deutliche Mehrheit von zwei Drittel der Bewohner in der Region Steigerwald einen Nationalpark befürwortet, berücksichtigt die Staatsregierung vor allem wegen des Widerstandes örtlicher Kommunalpolitik den Steigerwald bislang nicht beim aktuellen Auswahlverfahren. "Ein Nationalpark ist eine Erfolgsgeschichte für die Natur und für die Menschen in der jeweiligen Region" so Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BN. "Es würden von einem Nationalpark Steigerwald neben der Natur auch der gesamte Naturpark, die regionale Wirtschaft mit Handwerk, Handel, Landwirtschaft, Gastronomie und Tourismus, genauso wie die Landkreise und die Gemeinden im ganzen Steigerwald profitieren. Sogar die Arbeitsplätze für Förster und Waldarbeiter werden gesichert. Eine einmalige Chance, die die Kommunalpolitik im Steigerwald ergreifen sollte!" Der BN begrüßt, dass sich kurz vor dem Jahreswechsel binnen kurzer Zeit eine Allianz aus über 100 Kommunalpolitikern und Wirtschaftsvertretern bei der Staatsregierung für eine faire Chance für den Steigerwald bei der Nationalpark-Suche eingesetzt hat.

Hubert Weiger appelliert deshalb, dass sich noch mehr Kommunalpolitiker und Unternehmer aus der Steigerwaldregion für eine nachhaltige Entwicklung ihrer Heimat einsetzen: "Nehmen Sie dieses Angebot der Staatsregierung an mit einem Nationalpark den Steigerwald auch wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Setzen Sie sich als Entscheidungsträger direkt bei der Staatsregierung dafür ein, dass der Steigerwald dritter Nationalpark in Bayern werden darf und in das aktuelle Bewerbungsverfahren aufgenommen wird."

Edo Günther, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Schweinfurt für den Freundeskreis Nationalpark Steigerwald: "Wir halten es für unverantwortlich, wenn Kommunalpolitiker unserer strukturschwachen Steigerwaldregion das Angebot der Staatsregierung auf eine millionenschwere "Konjunkturspritze" durch einen Nationalpark ausschlagen. Wir rufen deshalb die zukunftsorientierten Kommunalpolitiker sowie Unternehmer auf, diese einmalige Chance zu ergreifen und sich dafür einzusetzen, dass die Staatsregierung den Steigerwald im ergebnisoffenen Nationalparksuchprozess berücksichtigt."

Benedikt Schmitt, Vorsitzender des Vereins Nationalpark Nordsteigerwald: "Die Mehrheit der Einwohner aus dem Steigerwald hält es für falsch, dass die Staatsregierung den Steigerwald willkürlich von der Bewerbungsliste für einen Nationalpark gestrichen hat. Denn sogar die Staatsregierung räumt ein, dass der Steigerwald sehr gut für einen Nationalpark geeignet wäre. Wir fordern für unsere Heimat mehr Schutz und mehr Entwicklung durch einen Nationalpark Steigerwald."

Richard Mergner, Landesbeauftragter des BN: "Wir sind zuversichtlich, dass die Kommunalpolitik im Steigerwald die Chancen eines Nationalparks erkennt und sich nicht dauerhaft dem Mehrheitswillen der Bevölkerung versperrt, die ja mit einer deutlichen Zweidrittelmehrheit einen Nationalpark befürwortet. Denn spätestens bei der nächsten Kommunalwahl 2020 würde dann klar, welche Chancen und Fördergelder im Steigerwald verspielt wurden, wenn dann andernorts der dritte Nationalpark in Bayern mit millionenschweren Investitionen und Fördergeldern aufgebaut wird."